Zecken & Parasiten 7 Min. Lesezeit

FSME-Risikogebiete 2026: Neue Kreise und aktuelle Karte

Das RKI hat 2026 zwei neue FSME-Risikogebiete ausgewiesen – jetzt 185 Kreise. Wo das Risiko besonders hoch ist, was sich ändert und wie du dich schützt.

Karte der FSME-Risikogebiete in Deutschland 2026 – neue Kreise markiert

Hinweis

Dieser Artikel gibt allgemeine Informationen zu FSME-Risikogebieten. Impfempfehlungen sollten mit einem Arzt besprochen werden.

Neue FSME-Risikogebiete 2026

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat im Januar 2026 zwei neue Landkreise als FSME-Risikogebiete ausgewiesen: den Landkreis Nordsachsen in Sachsen und den Stadtkreis Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt. Damit wächst die Zahl der Risikogebiete in Deutschland auf 185 – das entspricht mehr als 46 Prozent aller deutschen Kreise und kreisfreien Städte.

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt, wenn die Durchseuchungsrate der Zecken mit dem FSME-Virus und die gemeldeten Erkrankungsfälle bestimmte Schwellenwerte überschreiten. Die Ausweitung zeigt: FSME ist keine rein süddeutsche Erkrankung mehr.

Alles zur Impfung, Kosten und Auffrischungsintervallen erklärt FSME-Impfung in Deutschland – Risikogebiete, Schutz und Empfehlungen.

Karte der FSME-Risikogebiete Deutschland 2026 – rot markierte Kreise von Bayern bis Sachsen
Stand Januar 2026: 185 FSME-Risikogebiete in Deutschland. Quelle: Robert Koch-Institut (RKI), Epidemiologisches Bulletin 9/2026.

Aktuelle Verbreitung in Deutschland

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) wird durch infizierte Zecken übertragen und kann das Gehirn und die Hirnhäute befallen. Im Jahr 2025 wurden 693 FSME-Erkrankungen gemeldet – die dritthöchste Fallzahl seit Beginn der Datenerfassung 2001. Etwa 90 Prozent der Erkrankten mussten stationär behandelt werden, bei rund 20 Prozent verlief die Erkrankung schwer.

FSME in Zahlen – Deutschland 2025/2026

  1. 693 Erkrankungen im Jahr 2025

    Dritthöchster Wert seit Beginn der Erfassung 2001 – Tendenz steigend

  2. 185 Risikogebiete (Stand Januar 2026)

    Mehr als 46 % aller deutschen Kreise – zwei neue Gebiete in Sachsen und Sachsen-Anhalt

  3. Ca. 90 % stationär behandelt

    FSME verläuft in schweren Fällen mit neurologischen Schäden, die dauerhaft bleiben können

  4. Rund 20 % schwerer Verlauf

    Besonders ältere Erwachsene ab 50 Jahren sind gefährdet

  5. Impfquote unter 30 %

    In allen Bundesländern mit Risikogebieten liegt die Durchimpfungsrate weit unter dem Schutzniveau

Bundesländer im Überblick

Die FSME-Belastung ist regional sehr unterschiedlich. Die Ausbreitung verläuft nicht gleichmäßig, sondern orientiert sich an Zeckendichte, Waldstruktur und Kleinsäugerpopulationen.

FSME-Risikogebiete nach Bundesland (Stand 2026)

  1. 1
    Bayern

    Traditionell höchste Risikogebiete-Dichte – Alpenvorland, Bayerischer Wald, Franken. Impfquote: ca. 22,6 %

  2. 2
    Baden-Württemberg

    Schwarzwald, Bodenseeregion, Schwäbische Alb stark betroffen. Impfquote: ca. 17,2 %

  3. 3
    Thüringen und Sachsen

    Deutliche Ausweitung in den letzten Jahren – jetzt auch Nordsachsen neu eingestuft. Impfquote Thüringen: ca. 27,6 %

  4. 4
    Hessen und Rheinland-Pfalz

    Südhessen (Odenwald, Taunus) und Teile der Pfalz betroffen. Impfquote Hessen: ca. 18 %

  5. 5
    Brandenburg und Sachsen-Anhalt

    Einzelne Kreise – jetzt Halle (Saale) neu. Ausbreitung nach Nordosten beobachtet.

  6. 6
    Saarland und NRW

    Vereinzelte Risikogebiete. Im Norden und Nordwesten bislang kaum Risiko.

Zecke auf menschlicher Haut nach Waldspaziergang – FSME-Risiko durch Zeckenstich
Zeckenstiche sind der einzige Übertragungsweg für FSME. Das Virus wird innerhalb von Minuten nach dem Stich übertragen – anders als Borrelien, die Zeit brauchen.

Impfquoten und Schutzlücken

Die Impfquoten in den Risikogebieten bleiben besorgniserregend niedrig. Während die STIKO (Ständige Impfkommission) die FSME-Impfung für alle Personen empfiehlt, die in Risikogebieten leben oder sich dort aufhalten, liegt die tatsächliche Durchimpfungsrate in keinem Bundesland über 30 Prozent.

Die FSME-Impfung ist die einzige wirksame Schutzmaßnahme gegen das Virus – Borrelien lassen sich mit Antibiotika behandeln, FSME hingegen nicht kausal therapieren. Nach einem Stich im Risikogebiet hilft keine nachträgliche Prophylaxe.

Wer regelmäßig in Wäldern, auf Wiesen oder in Gärten in Risikogebieten aktiv ist, sollte den Impfstatus prüfen. Grundimmunisierung: 3 Impfungen innerhalb eines Jahres. Auffrischung: alle 3–5 Jahre je nach Alter und Präparat.

Was jetzt zu tun ist

FSME-Schutz in der Zeckensaison

  • Impfstatus prüfen – FSME-Grundimmunisierung oder Auffrischung beim Hausarzt
  • Risikogebiet checken – RKI-Karte vor Wanderungen und Ausflügen prüfen
  • Zeckenschutzkleidung tragen – lange Hosen, helle Farben, Hosenbeine in Socken
  • Repellent verwenden – Icaridin oder DEET auf exponierte Hautstellen
  • Nach Aufenthalt absuchen – besonders Haaransatz, Kniekehlen, Achseln, Leiste
  • Zecke entfernen und Stichstelle beobachten – bei Fieber innerhalb von 10 Tagen: Arzt aufsuchen

Wie eine Zecke richtig und sicher entfernt wird, erklärt Zecke richtig entfernen – Schritt-für-Schritt-Anleitung. Welche weiteren Krankheiten Zecken übertragen und wie Symptome aussehen, beschreibt Borreliose – Symptome, Verlauf und Behandlung.

Häufige Fragen

Welche neuen FSME-Risikogebiete gibt es 2026?

Das RKI hat im Januar 2026 den Landkreis Nordsachsen (Sachsen) und den Stadtkreis Halle (Saale) (Sachsen-Anhalt) neu als Risikogebiete eingestuft. Damit zählt Deutschland nun 185 FSME-Risikogebiete.

Wie viele FSME-Erkrankungen gab es 2025?

2025 wurden in Deutschland 693 FSME-Erkrankungen gemeldet – die dritthöchste Zahl seit Beginn der Erfassung im Jahr 2001. Rund 90 % der Erkrankten mussten stationär behandelt werden.

Brauche ich die FSME-Impfung, wenn ich nicht in Bayern oder BaWü wohne?

Die FSME-Ausbreitung geht weit über Bayern und Baden-Württemberg hinaus. Wer regelmäßig in Risikogebieten in Sachsen, Thüringen, Hessen, Brandenburg oder anderen betroffenen Regionen unterwegs ist, sollte sich impfen lassen.

Kann man FSME nach einem Zeckenstich behandeln?

Nein. FSME kann nach dem Stich nicht kausal behandelt werden – es gibt keine antivirale Therapie. Nur die Impfung schützt wirksam. Eine Notfallimpfung nach dem Stich ist nicht sinnvoll. Bei Symptomen (Fieber, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit) sofort zum Arzt.

Wie erkenne ich, ob ich mich in einem Risikogebiet befinde?

Die aktuellen Risikogebiete werden jährlich vom RKI aktualisiert und sind im Epidemiologischen Bulletin sowie auf der RKI-Website als Karte verfügbar. Alternativ gibt die Kassenärztliche Bundesvereinigung und viele Krankenkassen-Apps Auskunft über das lokale FSME-Risiko.

Wie oft muss die FSME-Impfung aufgefrischt werden?

Nach vollständiger Grundimmunisierung (3 Impfungen) wird die erste Auffrischung nach 3 Jahren empfohlen, danach alle 5 Jahre – bei Personen über 50 Jahren alle 3 Jahre, da die Immunantwort mit dem Alter abnimmt. Impfstatus beim Arzt prüfen.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Impfentscheidungen und Risikoeinschätzungen sollten mit einem Arzt besprochen werden. Die aktuellen Risikogebiete werden jährlich vom RKI aktualisiert.

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