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FSME & Risikogebiete → 26 Min. Lesezeit

Zecken-Risikogebiete 2026: FSME-Karte und Hochrisikokreise

Welche Bundesländer und Landkreise sind 2026 FSME-Risikogebiete? Aktuelle RKI-Karte, alle Hochrisikoregionen und wie Sie sich in betroffenen Gebieten wirksam schützen.

Von Vyacheslav Levchenko
Karte der FSME-Risikogebiete 2026: Bayern und Baden-Württemberg nahezu flächendeckend, Sachsen überwiegend, einzelne Kreise in sechs weiteren Bundesländern
Inhalt · 16 Abschnitte

Medizinischer Hinweis

Die FSME-Risikogebietskarte wird jährlich aktualisiert. Maßgeblich ist immer die aktuelle Karte des RKI (rki.de). Die hier genannten Informationen basieren auf dem aktuellen Stand und werden jährlich aktualisiert.

Schnelle Übersicht: FSME-Risikogebiete kompakt

Wer wenig Zeit hat, findet die wichtigsten Fakten zu FSME-Risikogebieten in Deutschland 2026 hier kompakt zusammengefasst. Die Details folgen in den weiteren Abschnitten.

FSME-Risikogebiete 2026 – die 7 wichtigsten Fakten

  1. 185 Risikokreise bundesweit

    Stand 2026 – kontinuierlicher Anstieg seit Anfang der 2000er Jahre

  2. Bayern und Baden-Württemberg dominieren

    Diese beiden Bundesländer stellen den Großteil der Risikokreise

  3. Definition: 1 FSME-Fall in 5 Jahren

    Lokal erworbene Erkrankung – Grundlage der RKI-Einstufung

  4. FSME-Impfung wirkt hochgradig

    Nach Grundimmunisierung 97–99 % Schutz vor klinischer FSME

  5. Borreliose ist überall

    Im Gegensatz zu FSME gibt es für Borreliose keine geografischen Risikogebiete

  6. Ausbreitung nach Norden setzt sich fort

    Klimawandel verlängert die Zeckensaison und ermöglicht neue Endemiegebiete

  7. STIKO-Empfehlung folgt der Karte

    Krankenkassen übernehmen die Impfung in Risikokreisen ohne Einschränkung

Die Karte hilft bei zwei zentralen Entscheidungen: Soll ich mich impfen lassen, und wie streng muss ich mich beim Aufenthalt im Freien schützen? In beiden Fällen gilt: Sie ist ein Werkzeug für sachliche Entscheidungen – nicht für übersteigerte Sorge oder gefährliche Sorglosigkeit.

Aktuelle Änderungen 2026

Das Robert Koch-Institut hat im Januar 2026 zwei neue Landkreise als FSME-Risikogebiete ausgewiesen: den Landkreis Nordsachsen (Sachsen) und den Stadtkreis Halle (Saale) (Sachsen-Anhalt). Damit wächst die Zahl der Risikogebiete in Deutschland auf 185 – das entspricht mehr als 46 Prozent aller deutschen Kreise und kreisfreien Städte.

Die Einstufung erfolgt, wenn die Zahl lokal erworbener FSME-Erkrankungen über einen 5-Jahres-Zeitraum bestimmte Schwellenwerte überschreitet. Beide neuen Kreise liegen deutlich nordöstlicher als die klassischen Risikoregionen Bayern und Baden-Württemberg – ein klares Signal für die Nordausdehnung der FSME.

Neue FSME-Risikogebiete 2026

Landkreis Nordsachsen

Bundesland
Sachsen
Einwohner
ca. 197.000
Bisheriger Status
Kein Risikogebiet bis 2025
Besonderheit
Östlichste FSME-Ausbreitung Sachsens

Stadtkreis Halle (Saale)

Bundesland
Sachsen-Anhalt
Einwohner
ca. 240.000
Bisheriger Status
Kein Risikogebiet bis 2025
Besonderheit
Zweiter Risikokreis in Sachsen-Anhalt

FSME-Fallzahlen 2025 als Hintergrund: 2025 wurden in Deutschland 693 FSME-Erkrankungen übermittelt, die der Referenzdefinition des RKI entsprachen (Stand: 15.1.2026) – die dritthöchste Zahl seit Beginn der Erfassung 2001. Bei 57 % der Fälle war ein klinisches Bild mit neurologischen Manifestationen einer Meningitis, Enzephalitis oder Myelitis angegeben (2024: 59 %). Todesfälle wurden 2025 keine übermittelt, im Jahr 2024 waren es drei. Die kontinuierliche Ausweitung der Risikogebiete und die hohe Fallzahl verstärken die STIKO-Empfehlung zur Impfung in Endemiegebieten.

Was sind FSME-Risikogebiete?

Als FSME-Risikogebiet gilt ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt in Deutschland, in dem in den letzten 5 Jahren mindestens ein lokal erworbener (autochthoner) FSME-Fall beim Menschen gemeldet wurde. Die Definition wird vom Robert Koch-Institut (RKI) jährlich neu festgelegt und zu Jahresbeginn veröffentlicht.

Wie wird ein Risikogebiet definiert?

  1. 1
    Mindestens 1 FSME-Fall in 5 Jahren

    Lokal erworbene Infektion – keine Reise-Fälle, die im Ausland erworben wurden

  2. 2
    Meldepflicht nach IfSG

    Ärzte und Labore sind verpflichtet, FSME-Fälle zu melden – Grundlage der Statistik

  3. 3
    Jährliche Neubewertung durch das RKI

    Karte wird jeweils zu Jahresbeginn aktualisiert – immer die aktuelle Version prüfen

  4. 4
    STIKO-Empfehlung folgt der Karte

    Impfempfehlung gilt für alle Personen in oder mit Aufenthalt in Risikokreisen

Wichtig: Das Vorhandensein infizierter Zecken in einem Gebiet bedeutet nicht automatisch die Einstufung als Risikogebiet – es braucht gemeldete menschliche Erkrankungsfälle. Das erklärt, warum einzelne Kreise mit nachgewiesenen FSME-Zecken noch nicht als Risikogebiet eingestuft sind. Wie Bayern als am stärksten betroffenes Bundesland im nationalen Vergleich dasteht, zeigt der Abschnitt FSME-Risikogebiete nach Bundesland.

Gleichzeitig bedeutet „kein Risikogebiet” keineswegs „keine Zecken”: Borreliose, die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit in Deutschland, ist in allen Bundesländern verbreitet – dazu mehr im Abschnitt Borreliose.

Zeckenarten in Deutschland: Wer sticht wo?

In Deutschland gibt es mehrere Zeckenarten, aber eine dominiert das Krankheitsgeschehen bei weitem:

Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus)

Verbreitung
Ganz Deutschland
Überträgt FSME
Ja (Hauptvektor)
Überträgt Borreliose
Ja (Hauptvektor)
Aktivitätssaison
Feb–Nov

Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus)

Verbreitung
Süddeutschland, Ostdeutschland
Überträgt FSME
Selten
Überträgt Borreliose
Selten
Aktivitätssaison
Feb–Apr, Sep–Nov

Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)

Verbreitung
Süd-DE, zunehmend
Überträgt FSME
Nein (in DE)
Überträgt Borreliose
Selten
Aktivitätssaison
Mai–Sep

Hyalomma-Zecken (eingeschleppt)

Verbreitung
Einzelfunde bundesweit
Überträgt FSME
Krim-Kongo-Fieber (selten)
Überträgt Borreliose
Selten
Aktivitätssaison
Apr–Sep

Der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) ist mit Abstand die häufigste Zeckenart in Deutschland und verantwortlich für praktisch alle FSME- und Borreliose-Übertragungen. Er kommt in Wäldern, Wiesen, Gärten und Parkanlagen vor – überall, wo es genügend Feuchtigkeit und Kleinsäuger als Wirtstiere gibt.

Die Auwaldzecke gewinnt durch den Klimawandel zunehmend an Bedeutung: Sie ist aktiv, wenn der Holzbock noch Winterpause hält (Februar–April und September–November), was die Zeckensaison faktisch verlängert.

Hyalomma-Zecken sind nach Deutschland durch Zugvögel eingeschleppte Arten aus Afrika und Asien. Einzelfunde werden jährlich aus verschiedenen Bundesländern gemeldet. Das Übertragungsrisiko für Krim-Kongo-Virus ist in Deutschland bislang sehr gering, wird aber vom RKI beobachtet.

FSME-Risikogebiete nach Bundesland

FSME-Risikogebiete 2026 nach Bundesland

Baden-Württemberg: nahezu alle Kreise Bayern: 95 von 96 Kreisen Berlin: keine Fälle gemeldet Brandenburg: einzelne Kreise Bremen: keine Fälle gemeldet Hamburg: keine Fälle gemeldet Hessen: ein Teil der Kreise Mecklenburg-Vorpommern: keine Fälle gemeldet Niedersachsen: einzelne Kreise Nordrhein-Westfalen: einzelne Kreise Rheinland-Pfalz: einzelne Kreise Saarland: einzelne Kreise Sachsen-Anhalt: einzelne Kreise Sachsen: die meisten Kreise Schleswig-Holstein: keine Fälle gemeldet Thüringen: etwa die Hälfte der Kreise BW BY BB HE NI NW RP SL ST SN TH
  • nahezu flächendeckend
  • überwiegend
  • teilweise
  • einzelne Kreise
  • keine Fälle gemeldet
Bayern
95 von 96 Kreisen — einzige Ausnahme: Stadt Schweinfurt
Baden-Württemberg
nahezu alle Kreise — Schwarzwald, Bodensee, Schwäbische Alb, Rhein-Neckar
Sachsen
die meisten Kreise — Vogtland, Erzgebirge, Zwickau; 2026 neu: Nordsachsen
Thüringen
etwa die Hälfte der Kreise — Sonneberg, Hildburghausen, Saalfeld-Rudolstadt
Hessen
ein Teil der Kreise — vor allem Südhessen: Odenwald, Marburg-Biedenkopf, Taunus
Rheinland-Pfalz
einzelne Kreise — Südliche Weinstraße, Bad Kreuznach, Birkenfeld
Brandenburg
einzelne Kreise — vor allem im Süden Brandenburgs
Sachsen-Anhalt
einzelne Kreise — 2026 neu: Stadtkreis Halle (Saale)
Niedersachsen
einzelne Kreise — Süden des Landes
Nordrhein-Westfalen
einzelne Kreise — Grenzregion zu Hessen und Rheinland-Pfalz
Saarland
einzelne Kreise — südliches Saarland
Maßgeblich ist immer der einzelne Kreis, nicht das Bundesland: Innerhalb eines Landes können Risikokreis und Nicht-Risikokreis direkt nebeneinander liegen. Weiße Flächen bedeuten, dass dort 2026 kein Kreis als FSME-Risikogebiet ausgewiesen ist — Zecken und Borreliose gibt es trotzdem überall. Datengrundlage: RKI, Epidemiologisches Bulletin 09/2026, Stand 15.01.2026 — bundesweit 185 ausgewiesene Land- und Stadtkreise. Kartografische Auswertung: wohnschutz.com Kartengrundlage: © GeoBasis-DE / BKG (VG2500), Datenlizenz Deutschland – Namensnennung 2.0

Bayern – höchste Risikogebietsdichte

  1. Oberbayern

    Fast alle Landkreise betroffen – Münchner Umland, Starnberg, Ebersberg, Bad Tölz-Wolfratshausen

  2. Niederbayern

    Landshut, Passau, Regen, Freyung-Grafenau, Straubing

  3. Schwaben

    Augsburg, Kaufbeuren, Kempten und weitere Kreise

  4. Oberpfalz und Mittelfranken

    Regensburg, Amberg-Sulzbach, Neumarkt, Ansbach

  5. Franken

    Würzburg, Bamberg, Coburg, Hof und Umgebung

Bayern in Zahlen: Von den 185 bundesweit eingestuften Land- und Stadtkreisen liegen 95 in Bayern – ausgenommen ist allein die Stadt Schweinfurt. Kein anderes Bundesland kommt auch nur annähernd an diese Dichte heran. Die höchsten Inzidenzen tragen Landsberg am Lech, Ebersberg, Rosenheim, Miesbach und der Landkreis München.

Bayern trägt den größten Teil der Krankheitslast: Von den 545 Nennungen möglicher Infektionsorte im Jahr 2025 entfielen 220 auf Bayern (40,1 %) und 209 auf Baden-Württemberg (38,1 %) – zusammen fast vier Fünftel. Bundesweit entsprachen die 693 Erkrankungen des Jahres 2025 rund 0,8 Fällen je 100.000 Einwohner; als Risikogebiet stuft das RKI einen Kreis ein, wenn die Fünfjahresinzidenz dort signifikant über einer Erkrankung je 100.000 Einwohner liegt. In Naturherden tragen 0,1–5 % der Zecken das FSME-Virus (RKI-Ratgeber FSME). Weil FSME anders als Borreliose sofort beim Stich übertragen wird, hilft schnelles Entfernen hier wenig – entscheidend ist die Impfung.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt dokumentiert seit 2000 eine Verlängerung der Zeckensaison um 3–4 Wochen. An milden Wintertagen sind Zecken auch im Dezember und Januar aktiv; eine verlässliche „Zeckenpause” gibt es in warmen Jahren nicht mehr.

Baden-Württemberg – flächendeckend betroffen

  1. Schwarzwald

    Ortenaukreis, Freudenstadt, Schwarzwald-Baar-Kreis, Rastatt

  2. Bodenseeregion

    Konstanz, Bodenseekreis, Sigmaringen, Ravensburg

  3. Rhein-Neckar und Heilbronn

    Heidelberg, Rhein-Neckar-Kreis, Heilbronn

  4. Oberschwaben und Alb

    Biberach, Reutlingen, Tübingen, Zollernalb

Weitere Bundesländer mit Risikokreisen

  1. Hessen

    Odenwald, Marburg-Biedenkopf, Lahn-Dill-Kreis, Taunus

  2. Thüringen

    Sonneberg, Hildburghausen, Saalfeld-Rudolstadt und weitere

  3. Sachsen

    Vogtlandkreis, Erzgebirgskreis, Zwickau – 2026 neu: Nordsachsen

  4. Rheinland-Pfalz

    Südliche Weinstraße, Bad Kreuznach, Birkenfeld

  5. Saarland

    Einzelne Kreise im südlichen Saarland

  6. Sachsen-Anhalt und Brandenburg

    2026 neu: Halle (Saale) – aktuelle RKI-Karte prüfen

Genaue Adresse prüfen

Ob Ihr Wohnort, Urlaubsort oder Arbeitsort in einem Risikogebiet liegt, lässt sich auf der RKI-Website mit der Postleitzahl oder dem Landkreis prüfen. Nicht der Bundesstaat, sondern der Kreis ist entscheidend. Die jährlichen Änderungen 2026 finden Sie im Abschnitt Aktuelle Änderungen 2026.

Ausbreitung und Trend

Die Zahl der FSME-Risikokreise ist in den letzten Jahren stetig gestiegen – von rund 100 Kreisen Anfang 2000 auf über 185 im Jahr 2026. Gründe:

Warum breiten sich die Risikogebiete aus?

  1. Klimaerwärmung

    Mildere Winter verlängern die aktive Zeckensaison – Aktivität bereits ab 8 °C statt früher 10 °C

  2. Verbesserte Diagnostik und Meldung

    Mehr FSME-Fälle werden erkannt und gemeldet als früher – verbessert die Datenbasis

  3. Wildtierbewegungen

    Rehe, Füchse und andere Wirtstiere tragen Zecken in neue Gebiete – besonders durch Autobahn-Grünbrücken

  4. Zunehmende Outdoor-Aktivitäten

    Mehr Menschen in Natur und Wald – mehr Expositionen, mehr gemeldete Fälle

FSME-Fallzahlen in Deutschland: Die Jahreswerte schwanken seit 2001 stark zwischen 195 (2012) und 718 Erkrankungen (2020), im Median sind es 420 Fälle (je nach Buchenmastjahr – Buchenmastjahre fördern Mäusepopulationen, die Zecken ernähren). 2025 war mit 693 Fällen ein überdurchschnittliches Jahr.

Zecken-Saisonkalender: Wann ist wann aktives Risiko?

Zecken sind in Deutschland keine reinen Sommertiere mehr. Der Klimawandel hat die aktive Saison auf fast das gesamte Jahr ausgedehnt:

Januar–Februar

Holzbock-Aktivität
Kaum aktiv
Auwaldzecke
Erste Aktive ab 5 °C
FSME-Risiko
Sehr gering
Empfehlung
Schutz bei mildem Wetter

März–April

Holzbock-Aktivität
Beginnend aktiv
Auwaldzecke
Hochsaison
FSME-Risiko
Wächst
Empfehlung
Schutzkleidung, Kontrolle

Mai–Juni

Holzbock-Aktivität
Hochsaison
Auwaldzecke
Abnehmend
FSME-Risiko
Hoch
Empfehlung
Voller Schutz, Repellent

Juli–August

Holzbock-Aktivität
Mittel (Hitze)
Auwaldzecke
Niedrig
FSME-Risiko
Mittel
Empfehlung
Besonders nach Regen

September–Oktober

Holzbock-Aktivität
Zweite Hochsaison
Auwaldzecke
Beginnend
FSME-Risiko
Mittel bis hoch
Empfehlung
Nicht unterschätzen

November–Dezember

Holzbock-Aktivität
Abnehmend
Auwaldzecke
Aktiv bis Frost
FSME-Risiko
Gering bis mittel
Empfehlung
Bei > 8 °C weiter schützen

Wichtige Erkenntnis: Die zweite Hochsaison im Herbst (September–Oktober) wird von vielen unterschätzt. Studien des RKI und regionaler Gesundheitsämter zeigen, dass ein erheblicher Anteil der FSME-Übertragungen in Herbstwanderungen und bei der Gartenernte stattfindet – nicht nur im Frühjahr.

Wanderer in Schutzkleidung im bayerischen Wald – FSME-Risikogebiet
In bayerischen Wäldern und Süddeutschland: lange Kleidung und Zeckenspray sind im Risikogebiet Pflicht – auch auf kurzen Wanderwegen.

FSME: Krankheitsverlauf und Schwere

FSME verläuft in zwei Phasen – das unterscheidet die Erkrankung von vielen anderen durch Zecken übertragenen Infektionen. Wer das Verlaufsmuster kennt, erkennt Warnsignale frühzeitig.

Erste Phase (1–2 Wochen nach Stich): Grippeähnliche Symptome mit Fieber (38–39 °C), Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit. Bei rund 70–90 % der Infizierten endet die Erkrankung hier ohne weitere Komplikationen, die Patienten erholen sich vollständig.

Zweite Phase (nach symptomfreiem Intervall): Bei 10–30 % der Erkrankten folgt nach einer beschwerdefreien Phase von einigen Tagen ein Rückfall mit schwerwiegenden neurologischen Symptomen – Meningitis (Hirnhautentzündung), Enzephalitis (Gehirnentzündung) oder Myelitis (Rückenmarksentzündung). Diese Phase erfordert stationäre Behandlung.

Langzeitschäden: Rund 30–40 % der Patienten mit Hirnbeteiligung entwickeln bleibende neurologische Defizite – Gedächtnisstörungen, Konzentrationsprobleme, Lähmungen, Gleichgewichtsstörungen. Bei älteren Patienten ist das Risiko für schwere Verläufe deutlich höher.

Sterblichkeit: FSME ist in Deutschland selten tödlich (Mortalität unter 1 %), aber die Schwere der möglichen Langzeitschäden rechtfertigt die konsequente Impfempfehlung.

Kein Zeitfenster für Behandlung

Es gibt keine kausale Therapie gegen FSME. Die Behandlung ist rein symptomatisch (Bettruhe, Schmerzmittel, Kortison bei schweren Fällen). Eine Notfallimpfung nach dem Stich ist wirkungslos. Nur die Impfung vor dem Kontakt schützt.

Borreliose: Kein offizielles Risikogebiet – aber regionale Unterschiede

Anders als bei FSME gibt es keine offizielle Borreliose-Risikokarte für Deutschland. Borreliose-Bakterien (Borrelia burgdorferi sensu lato) sind in Zecken aller Bundesländer nachweisbar – die Borrelien-Durchseuchung der Zecken schwankt jedoch regional erheblich (etwa 5 bis 35 Prozent, je nach Standort und Zeckenstadium). Auch wer nicht in einem FSME-Risikogebiet lebt, sollte deshalb nach jedem Zeckenstich die Einstichstelle 4 bis 6 Wochen auf Wanderröte beobachten.

Wie häufig ist Borreliose in welchem Bundesland? Eine ausführliche Übersicht zu gemeldeten Fallzahlen, Seroprävalenz, Borrelien-Spezies-Verteilung und Stadt-Land-Gradient liefert der Spezial-Ratgeber Borreliose in Deutschland – Häufigkeit, Inzidenz und regionale Verteilung. Die wichtigsten Frühzeichen erklärt der Artikel Borreliose-Symptome erkennen.

Zecken-Krankheiten in Deutschland: Was Sie wissen müssen

FSME

Erreger
Flavivirus
Risikogebiet
185 Kreise (46 % DE)
Häufigkeit / Jahr
ca. 200–720 Fälle
Impfung
Ja (sehr wirksam)
Behandlung
Nur symptomatisch

Borreliose (Lyme)

Erreger
Borrelia-Bakterien
Risikogebiet
Ganz Deutschland
Häufigkeit / Jahr
ca. 80.000–215.000
Impfung
Nein
Behandlung
Antibiotika

Anaplasmose

Erreger
Anaplasma phagocytophilum
Risikogebiet
Ganz Deutschland
Häufigkeit / Jahr
Selten gemeldet
Impfung
Nein
Behandlung
Antibiotika

Babesiose

Erreger
Babesia-Protozoen
Risikogebiet
Ganz Deutschland
Häufigkeit / Jahr
Sehr selten (Risikogruppen)
Impfung
Nein
Behandlung
Antiparasitika

CCHF (Hyalomma)

Erreger
Nairovirus
Risikogebiet
Einzelfunde bundesweit
Häufigkeit / Jahr
Bislang 0 in DE
Impfung
Nein (DE)
Behandlung
Symptomatisch

Die Tabelle zeigt: FSME hat klare geografische Risikogebiete und eine wirksame Impfung – ist aber vergleichsweise selten. Borreliose ist deutschlandweit verbreitet, viel häufiger, aber behandelbar. Für die Praxis bedeutet das: Wer in Risikogebieten unterwegs ist, sollte sich impfen lassen – aber jeder in Deutschland sollte Zeckenstiche ernst nehmen und auf Borreliose-Zeichen achten.

FSME-Impfstoffe im Vergleich

In Deutschland sind zwei FSME-Impfstoffe zugelassen, die beide einen zuverlässigen Schutz bieten:

FSME-IMMUN

Hersteller
Pfizer/Valneva
Altersgruppe
Ab 16 J. (Junior: 1–15 J.)
Impfschema (Grundimmunisierung)
0 – 1–3 Monate – 5–12 Monate
Schnellschema
0 – 14 Tage – 5–12 Monate

Encepur

Hersteller
GSK
Altersgruppe
Ab 12 J. (Children: 1–11 J.)
Impfschema (Grundimmunisierung)
0 – 1–3 Monate – 9–12 Monate
Schnellschema
0 – 7 Tage – 21 Tage

Kreuzschutz: Beide Impfstoffe schützen gegen alle europäischen und die meisten asiatischen FSME-Virustypen. Eine begonnene Impfserie mit einem Präparat kann mit dem anderen fortgesetzt werden – beide sind untereinander austauschbar (mit ärztlicher Rücksprache).

Auffrischungen: Nach vollständiger Grundimmunisierung (3 Dosen) wird die erste Auffrischung nach 3 Jahren empfohlen, dann alle 5 Jahre. Ab welchem Alter kürzer aufgefrischt wird, hängt vom Präparat ab: Encepur nennt in der Fachinformation 50 Jahre, FSME-IMMUN 60 Jahre – ab dann jeweils alle 3 Jahre, weil die Immunantwort mit dem Alter nachlässt. Das RKI verweist für die Intervalle ausdrücklich auf die Fachinformation.

Kosten: Eine Impfstoffdosis kostet ca. 35–45 €. Gesetzliche Krankenkassen erstatten die FSME-Impfung in Risikogebieten gemäß STIKO-Empfehlung; Privatversicherte haben in der Regel vollständigen Anspruch. Welche Nebenwirkungen normal sind und wann ein Arztbesuch nötig ist, erklärt FSME-Impfung Nebenwirkungen – Was normal ist und wann Arzt.

Risikogruppen: Wer sollte besonders auf Schutz achten?

Die FSME-Karte gibt einen geografischen Überblick – doch das persönliche Risiko hängt zusätzlich von Alter, Beruf und Gesundheitszustand ab. Bestimmte Gruppen sollten den Schutz besonders ernst nehmen.

Personen über 60 Jahre: Bei älteren Patienten verläuft FSME tendenziell schwerer und mit höherer Komplikationsrate. Die STIKO empfiehlt deshalb für diese Altersgruppe in Risikogebieten besonders konsequent die Grundimmunisierung. Auffrischimpfungen alle 3 Jahre (statt 5) sind häufig empfohlen. Die Krankenkassen übernehmen die Impfung in Risikokreisen ohne Einschränkung.

Kinder ab 1 Jahr: Die FSME-Impfung ist in Deutschland ab dem vollendeten ersten Lebensjahr zugelassen. Bei Kindern in Risikogebieten – besonders solchen, die viel im Freien spielen, in Wald-Kindergärten betreut werden oder Familienurlaub im FSME-Endemiegebiet machen – ist die Impfung sinnvoll. Verträglichkeit ist sehr gut; lokale Reaktionen oder leichtes Fieber sind möglich.

Beruflich exponierte Personen: Forstwirte, Landschaftspfleger, Jäger, Wildbiologen und Land­wirte haben deutlich erhöhtes Expositionsrisiko. Die Berufsgenossenschaften (z. B. SVLFG) erstatten in der Regel die FSME-Impfung als arbeitsmedizinische Vorsorgemaßnahme. Bei Erkrankung kann FSME als Berufskrankheit anerkannt werden.

Reisende in Risikogebiete: Wer beruflich oder privat regelmäßig nach Bayern, Baden-Württemberg, Österreich, Tschechien, Polen oder ins Baltikum reist, sollte den Impfschutz prüfen. Eine Schnellimmunisierung mit verkürztem Schema (Tag 0 und Tag 14) bietet bereits nach wenigen Wochen einen orientierenden Schutz.

Immungeschwächte Patienten: Bei Immunsuppression (Chemotherapie, Cortison-Langzeittherapie, biologische Therapien) ist die Impfantwort eingeschränkt. Vor der Impfung Rücksprache mit dem behandelnden Arzt; ggf. Antikörperkontrolle nach Impfung sinnvoll.

Was vor dem Aufenthalt in Risikogebieten tun?

Checkliste: Vorbereitung für Risikogebiete

  • FSME-Impfstatus prüfen – Grundimmunisierung aus 3 Dosen, Auffrischung alle 3–5 Jahre
  • Impfung mindestens 4 Wochen vor geplantem Aufenthalt beginnen (Grundschutz nach 2 Dosen)
  • Repellent mit DEET, Icaridin oder IR3535 besorgen und auf Haut und Kleidung auftragen
  • Lange Kleidung planen – Hosen, Hemd mit langen Ärmeln, Kopfbedeckung
  • Zeckenpinzette oder Tick Twister einpacken
  • Nach jedem Aufenthalt im Freien Körper gründlich auf Zecken kontrollieren
  • Kinder und Haustiere einbeziehen – auch sie gründlich absuchen
  • Bei Zeckenstich: Zecke sofort entfernen, Stichstelle 30 Tage auf Wanderröte beobachten

Alles zur FSME-Impfung – Impfschema, Kosten und wer sie braucht – erklärt der Ratgeber FSME-Impfung in Deutschland – Empfehlungen, Kosten und Schutz. Was nach einem Zeckenbiss zu beachten ist, zeigt Zeckenbiss erkennen – Symptome und erste Maßnahmen.

Karte der FSME-Risikogebiete in Deutschland nach Bundesland – Bayern und Baden-Württemberg rot markiert
FSME-Risikogebiete nach RKI: Bayern und Baden-Württemberg mit dem höchsten Anteil an Risikokreisen – jährlich aktualisierte Karte.

Häufige Fehler beim Umgang mit der Risikogebietskarte

In der Praxis werden bei der Interpretation der FSME-Risikokarte immer wieder dieselben Fehler gemacht – einige davon mit echten Konsequenzen für die persönliche Gesundheit.

Diese Fehler sollten Sie vermeiden

  • Die Karte einmal anschauen und nie wieder prüfen – das RKI aktualisiert die Karte jährlich, neue Kreise kommen kontinuierlich hinzu
  • Bei 'kein Risikogebiet' davon ausgehen, dass keine Zecken vorkommen – Borreliose ist deutschlandweit verbreitet, völlig unabhängig von der FSME-Karte
  • Die FSME-Impfung erst kurz vor dem Urlaub beginnen – die Grundimmunisierung dauert mehrere Monate, Schnellschemata bieten nur orientierenden Schutz
  • Sich auf die Impfung verlassen und Repellents weglassen – die FSME-Impfung schützt nicht vor Borreliose, Anaplasmose oder anderen zeckenübertragenen Erkrankungen
  • Auffrischimpfungen vergessen – nach Grundimmunisierung alle 3–5 Jahre auffrischen lassen, bei über 60-Jährigen häufig alle 3 Jahre
  • Den Wohnort als alleinigen Maßstab nehmen – relevant ist der Aufenthaltsort: Pendler, Wanderer und Urlauber können in einem Risikogebiet exponiert sein, obwohl sie nicht dort wohnen
  • Bei Reisen ins Ausland nur an Tropenkrankheiten denken – auch Österreich, Tschechien, Polen und das Baltikum haben hohe FSME-Inzidenzen
  • Stadtgebiete als zeckenfrei ansehen – auch Parks und Grünanlagen werden besiedelt; FSME-Fälle aus Stadtgebieten kommen jedes Jahr vor

Der häufigste strukturelle Fehler ist die Annahme, ein einzelner Schutzbaustein reiche aus. Erst die Kombination aus FSME-Impfung in Risikogebieten, geeigneten Repellents, schützender Kleidung, konsequenter Körperkontrolle und rascher Zeckenentfernung senkt das tatsächliche Risiko substanziell.

FSME-Risikogebiete Deutschland: Epidemiologie, Fallzahlen und aktuelle Impfdaten

Die FSME-Risikogebietskarte des RKI umfasste 2025 insgesamt 183 Landkreise – neben den Schwerpunkten Bayern und Baden-Württemberg auch Kreise in Hessen, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Brandenburg zählt seit 2022 zu den betroffenen Bundesländern; für 2026 sind es bundesweit 185 Kreise – ein kontinuierlicher Zuwachs, der die Nordausbreitung widerspiegelt.

FSME-Fallzahlen im Vergleich: Für 2023 registrierte das RKI 478 FSME-Fälle, die der Referenzdefinition entsprachen. 2024 stiegen die Zahlen auf 695 Fälle, 2025 lagen sie mit 693 Erkrankungen praktisch gleichauf. Der Höchststand seit Beginn der Erfassung 2001 liegt bei 718 Fällen im Jahr 2020; die Jahreswerte schwanken stark zwischen 195 (2012) und 718 (2020), der Median liegt bei 420 Erkrankungen. Der Langzeittrend zeigt eine Nordausdehnung des Endemiegebiets – in Brandenburg gibt es seit 2024 fünf Risikogebiete, 2026 kam mit dem Stadtkreis Halle (Saale) ein dritter Kreis in Sachsen-Anhalt hinzu.

Impfschutz und Effektivität: Die STIKO empfiehlt für alle Personen in Risikogebieten eine Grundimmunisierung aus 3 Dosen; die erste Auffrischung folgt nach 3–5 Jahren, weitere je nach Impfstoff alle 5–10 Jahre – ab 50 bzw. 60 Jahren gegebenenfalls alle 3 Jahre. Die Impfeffektivität nach vollständiger Grundimmunisierung beträgt 97–99 % gegenüber symptomatischer FSME-Erkrankung (ECDC, 2024).

Impflücken als Kernproblem: Trotz kostenfreier GKV-Erstattung in Risikogebieten liegt die Impfquote in der Bevölkerung weit unter dem epidemiologisch erforderlichen Niveau. Wer nicht geimpft ist und in einem Risikogebiet gestochen wird, hat keine Möglichkeit der nachträglichen Prophylaxe: Die passive Immunisierung mit FSME-Immunglobulin ist in Deutschland seit 2003 nicht mehr verfügbar und wurde für Kinder schon 1997 nicht mehr empfohlen (RKI-Ratgeber FSME). Bleibt nur, die Einstichstelle und das Allgemeinbefinden vier Wochen lang zu beobachten – und die Impfung für die Zukunft nachzuholen.

Häufige Fragen

Welche Bundesländer haben die meisten FSME-Risikokreise?

Bayern und Baden-Württemberg haben die mit Abstand höchste Dichte an FSME-Risikokreisen. Weitere betroffene Bundesländer sind Hessen, Thüringen, Sachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland und seit 2026 auch Sachsen-Anhalt mit Halle (Saale).

Wie aktuell ist die FSME-Risikogebiets-Karte?

Das Robert Koch-Institut (RKI) aktualisiert die Karte jährlich zu Jahresbeginn auf Basis der gemeldeten FSME-Fälle der letzten 5 Jahre. Die aktuelle Karte hat den Stand Januar 2026, wurde am 26. Februar 2026 im Epidemiologischen Bulletin 9/2026 veröffentlicht und umfasst 185 Risikokreise.

Bedeutet 'kein Risikogebiet', dass dort keine Zecken sind?

Nein. Zecken gibt es in ganz Deutschland. Als Risikogebiet gilt ein Landkreis nur bezogen auf FSME – das FSME-Virus. Borreliose wird von Zecken in allen Bundesländern übertragen. Auch in Norddeutschland, Hamburg oder Berlin sind Zeckenbisse und Borreliose-Risiko real.

Sollte ich mich vor einem Urlaub in Bayern oder Baden-Württemberg impfen lassen?

Ja, wenn Sie aktiv in Natur und Wald unterwegs sein möchten. Die STIKO empfiehlt die FSME-Impfung für alle Personen in oder mit Aufenthalten in Risikokreisen. Eine einmalige Impfung kurz vor dem Urlaub bietet noch keinen vollständigen Schutz – beginnen Sie das Impfschema möglichst Monate im Voraus.

Breiten sich die Risikogebiete aus?

Ja. Das RKI dokumentiert eine kontinuierliche Ausbreitung nach Norden und Westen: von etwa 100 Kreisen im Jahr 2000 auf 185 im Jahr 2026. Klimaerwärmung verlängert die aktive Zeckensaison und begünstigt die Ausbreitung. Die Ausbreitung wird sich voraussichtlich fortsetzen.

Können Touristen in Risikogebieten die FSME-Impfung auf Kassenkosten erhalten?

Ja. Gesetzliche Krankenkassen erstatten die FSME-Impfung, wenn Sie in ein Risikogebiet reisen oder dort leben, gemäß STIKO-Empfehlung. Es empfiehlt sich, die Kasse vorher zu kontaktieren – viele erstatten auch ohne Einschränkung auf den Wohnort.

Wann sind Zecken in Deutschland am aktivsten?

Der Gemeine Holzbock ist von März bis Oktober am aktivsten, mit zwei Hochphasen: April–Juni und September–Oktober. Ab 8 °C Lufttemperatur können Zecken aktiv werden – auch an milden Wintertagen. Die Auwaldzecke ergänzt die Saison im frühen Frühjahr und Herbst.

Wie häufig ist Borreliose im Vergleich zu FSME?

Borreliose ist deutlich häufiger als FSME: In Deutschland werden jährlich schätzungsweise 80.000–215.000 Borreliose-Fälle angenommen, verglichen mit rund 200 bis 720 FSME-Fällen pro Jahr. Für Borreliose gibt es keine Impfung, aber sie lässt sich mit Antibiotika gut behandeln, wenn sie früh erkannt wird.

Was sind die Unterschiede zwischen Holzbock und Auwaldzecke?

Der Gemeine Holzbock ist kleiner (Nymphen 1–2 mm), häufiger in Laubwäldern und feuchten Wiesen, und hauptverantwortlich für FSME und Borreliose. Die Auwaldzecke ist etwas größer, bevorzugt Auwälder und Grünland, ist besonders im frühen Frühjahr und Herbst aktiv, und überträgt seltenere Erkrankungen. Im Zweifelsfall behandelt man jeden Zeckenstich gleich: sofort entfernen und beobachten.

Wie kann ich prüfen, ob mein Wohnort in einem FSME-Risikogebiet liegt?

Das Robert Koch-Institut veröffentlicht die aktuelle Karte unter rki.de mit Suchfunktion nach Landkreis oder kreisfreier Stadt. Maßgeblich ist nicht das Bundesland, sondern der Kreis – innerhalb eines Bundeslandes können Risikokreise und Nicht-Risikokreise direkt nebeneinander liegen. Die Karte wird jährlich zu Jahresbeginn aktualisiert; neue Kreise kommen kontinuierlich hinzu.

Wie schnell entwickelt sich der FSME-Impfschutz?

Nach der ersten Impfung besteht noch kein zuverlässiger Schutz. Erst nach der zweiten Impfung (nach 1–3 Monaten) ist von einem orientierenden Schutz auszugehen, nach der dritten Impfung (Tag 0, Tag 1–3 Monate, Tag 5–12 Monate) besteht der vollständige Grundschutz. Eine Schnellimmunisierung verkürzt das Schema: Tag 0 und Tag 7 ermöglichen einen früheren orientierenden Schutz, der dritte Termin folgt nach etwa 3 Wochen.

Dieser Artikel basiert auf aktuellen RKI-Daten. Die maßgebliche und stets aktuelle Risikogebietskarte finden Sie unter rki.de. Impfentscheidungen immer mit dem Arzt besprechen.

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