Zecken & Parasiten 7 Min. Lesezeit

Zecken Risikogebiete in Deutschland 2026

Welche Bundesländer und Landkreise gelten 2026 als FSME-Risikogebiete? Karte, aktuelle RKI-Daten und was du vor Aufenthalten in betroffenen Regionen tun solltest.

Zecken Risikogebiete Deutschland 2026 – Karte mit FSME-Hochrisikogebieten in Bayern und Baden-Württemberg

Medizinischer Hinweis

Die FSME-Risikogebietskarte wird jährlich aktualisiert. Maßgeblich ist immer die aktuelle Karte des RKI (rki.de). Die hier genannten Informationen basieren auf dem Stand 2026 und können sich ändern.

Was sind FSME-Risikogebiete?

Als FSME-Risikogebiet gilt ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt in Deutschland, in dem in den letzten 5 Jahren mindestens ein lokal erworbener (autochthoner) FSME-Fall beim Menschen gemeldet wurde. Die Definition wird vom Robert Koch-Institut (RKI) jährlich neu festgelegt.

Wie wird ein Risikogebiet definiert?

  1. 1
    Mindestens 1 FSME-Fall in 5 Jahren

    Lokal erworbene Infektion – keine Reise-Fälle

  2. 2
    Meldepflicht nach IfSG

    Ärzte und Labore sind verpflichtet, FSME-Fälle zu melden

  3. 3
    Jährliche Neubewertung durch das RKI

    Karte wird jeweils zu Jahresbeginn aktualisiert

  4. 4
    STIKO-Empfehlung folgt der Karte

    Impfempfehlung gilt für alle Personen in oder mit Aufenthalt in Risikokreisen

Wichtig: Das Vorhandensein infizierter Zecken in einem Gebiet bedeutet nicht automatisch die Einstufung als Risikogebiet – es braucht gemeldete menschliche Erkrankungsfälle. Wie Bayern im nationalen Vergleich abschneidet, erklärt der Ratgeber Zecken in Bayern – Karte und Risikogebiete 2026.

FSME-Risikogebiete nach Bundesland (2026)

Bayern – höchste Risikogebietsdichte

  1. Oberbayern

    Fast alle Landkreise betroffen – Münchner Umland, Starnberg, Ebersberg, Bad Tölz-Wolfratshausen

  2. Niederbayern

    Landshut, Passau, Regen, Freyung-Grafenau, Straubing

  3. Schwaben

    Augsburg, Kaufbeuren, Kempten und weitere Kreise

  4. Oberpfalz und Mittelfranken

    Regensburg, Amberg-Sulzbach, Neumarkt, Ansbach

  5. Franken

    Würzburg, Bamberg, Coburg, Hof und Umgebung

Baden-Württemberg – flächendeckend betroffen

  1. Schwarzwald

    Ortenaukreis, Freudenstadt, Schwarzwald-Baar-Kreis, Rastatt

  2. Bodenseeregion

    Konstanz, Bodenseekreis, Sigmaringen, Ravensburg

  3. Rhein-Neckar und Heilbronn

    Heidelberg, Rhein-Neckar-Kreis, Heilbronn

  4. Oberschwaben und Alb

    Biberach, Reutlingen, Tübingen, Zollernalb

Weitere Bundesländer mit Risikokreisen

  1. Hessen

    Odenwald, Marburg-Biedenkopf, Lahn-Dill-Kreis, Taunus

  2. Thüringen

    Sonneberg, Hildburghausen, Saalfeld-Rudolstadt und weitere

  3. Sachsen

    Vogtlandkreis, Erzgebirgskreis, Zwickau

  4. Rheinland-Pfalz

    Südliche Weinstraße, Bad Kreuznach, Birkenfeld

  5. Saarland

    Einzelne Kreise im südlichen Saarland

  6. Brandenburg und Niedersachsen

    Seit kürzeren Jahren: einzelne Kreise – aktuelle RKI-Karte prüfen

Genaue Adresse prüfen

Ob dein Wohnort, Urlaubsort oder Arbeitsort in einem Risikogebiet liegt, lässt sich auf der RKI-Website mit der Postleitzahl oder dem Landkreis prüfen. Nicht der Bundesstaat, sondern der Kreis ist entscheidend.

Ausbreitung und Trend

Die Zahl der FSME-Risikokreise ist in den letzten Jahren stetig gestiegen – von rund 100 Kreisen Anfang 2000 auf über 180 im Jahr 2026. Gründe:

Warum breiten sich die Risikogebiete aus?

  1. Klimaerwärmung

    Mildere Winter verlängern die aktive Zeckensaison – Aktivität bereits ab 8°C

  2. Verbesserte Diagnostik und Meldung

    Mehr FSME-Fälle werden erkannt und gemeldet als früher

  3. Wildtierbewegungen

    Rehe, Füchse und andere Wirtstiere tragen Zecken in neue Gebiete

  4. Zunehmende Outdoor-Aktivitäten

    Mehr Menschen in Natur und Wald – mehr Expositionen, mehr Fälle

FSME-Fallzahlen in Deutschland: Jährlich werden zwischen 200 und 600 FSME-Erkrankungen gemeldet (je nach Buchenmastjahr und Aktivität der Zecken). 2023 war ein Rekordjahr mit über 500 gemeldeten Fällen.

Wanderer in Schutzkleidung im bayerischen Wald – FSME-Risikogebiet
In bayerischen Wäldern und Süddeutschland: lange Kleidung und Zeckenspray sind im Risikogebiet Pflicht – auch auf kurzen Wanderwegen.

Borreliose: Kein Risikogebiet – überall in Deutschland

Anders als FSME gibt es für Borreliose keine geografisch definierten Risikogebiete. Die Borreliose-Bakterien (Borrelia burgdorferi) sind in Zecken aller deutschen Bundesländer nachweisbar – auch in Norddeutschland, Hamburg, Berlin oder Schleswig-Holstein.

FSME vs. Borreliose – ein wichtiger Unterschied

  1. FSME

    Virus – definierte Risikogebiete in Süd- und Mitteldeutschland – Schutzimpfung möglich

  2. Borreliose

    Bakterien – in ganz Deutschland – keine Schutzimpfung, nur frühes Erkennen hilft

  3. Beide durch Zecken übertragen

    Dieselbe Zecke kann beide Erreger tragen – aber nicht immer

Konsequenz: Auch wer nicht in einem FSME-Risikogebiet lebt, sollte nach Zeckenbissen die Einstichstelle beobachten und bei Wanderröte oder Symptomen einen Arzt aufsuchen. Alle Krankheitszeichen nach einem Stich erklärt der Ratgeber Borreliose-Symptome erkennen – Wanderröte, Fieber und Spätfolgen.

Was vor dem Aufenthalt in Risikogebieten tun?

Checkliste: Vorbereitung für Risikogebiete

  • FSME-Impfstatus prüfen – Grundimmunisierung aus 3 Dosen, Auffrischung alle 3–5 Jahre
  • Impfung mindestens 4 Wochen vor geplantem Aufenthalt beginnen (Grundschutz nach 2 Dosen)
  • Repellent mit DEET, Icaridin oder IR3535 besorgen und auf Haut und Kleidung auftragen
  • Lange Kleidung planen – Hosen, Hemd mit langen Ärmeln, Kopfbedeckung
  • Zeckenpinzette oder Tick Twister einpacken
  • Nach jedem Aufenthalt im Freien Körper gründlich auf Zecken kontrollieren
  • Kinder und Haustiere einbeziehen – auch sie kontrollieren

Alles zur FSME-Impfung – Impfschema, Kosten und wer sie braucht – erklärt der Ratgeber FSME-Impfung in Deutschland – Empfehlungen, Kosten und Schutz. Was nach einem Zeckenbiss zu beachten ist, zeigt Zeckenbiss erkennen – Symptome und erste Maßnahmen.

Karte der FSME-Risikogebiete in Deutschland nach Bundesland – Bayern und Baden-Württemberg rot markiert
FSME-Risikogebiete nach RKI: Bayern und Baden-Württemberg mit dem höchsten Anteil an Risikokreisen – jährlich aktualisierte Karte.

Häufige Fragen

Welche Bundesländer haben die meisten FSME-Risikokreise?

Bayern und Baden-Württemberg haben die mit Abstand höchste Dichte an FSME-Risikokreisen. Weitere betroffene Bundesländer sind Hessen, Thüringen, Sachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland und seit neuem auch einzelne Kreise in Brandenburg und Niedersachsen.

Wie aktuell ist die FSME-Risikogebiets-Karte?

Das Robert Koch-Institut (RKI) aktualisiert die Karte jährlich auf Basis der gemeldeten FSME-Fälle der letzten 5 Jahre. Die aktuelle Karte für 2026 ist auf rki.de verfügbar. Die Zahl der Risikokreise ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen.

Bedeutet 'kein Risikogebiet', dass dort keine Zecken sind?

Nein. Zecken gibt es in ganz Deutschland. Als Risikogebiet gilt ein Landkreis nur bezogen auf FSME – also das FSME-Virus. Borreliose wird von Zecken in allen Bundesländern übertragen. Auch in Norddeutschland oder Hamburg sind Zeckenbisse und Borreliose möglich.

Sollte ich mich vor einem Urlaub in Bayern oder Baden-Württemberg impfen lassen?

Wenn du in FSME-Risikokreisen wandern, radfahren oder in der Natur aktiv sein möchtest, empfiehlt die STIKO die Impfung. Eine einmalige Impfung kurz vor dem Urlaub bietet noch keinen vollständigen Schutz – der Grundschutz aus 3 Impfungen braucht mehrere Monate.

Breiten sich die Risikogebiete aus?

Ja. Das RKI dokumentiert eine kontinuierliche Ausbreitung der FSME-Risikogebiete nach Norden und Westen. Klimaerwärmung verlängert die aktive Zeckensaison und begünstigt die Ausbreitung. In den letzten 10 Jahren wurden mehrere neue Kreise aufgenommen.

Können Touristen in Risikogebieten die FSME-Impfung auf Kassenkosten erhalten?

Die gesetzliche Krankenkasse erstattet die FSME-Impfung, wenn du in ein Risikogebiet reist oder dort lebst und entsprechend der STIKO-Empfehlung geimpft wirst. Kasse vorher kontaktieren – manche erstatten auch ohne Einschränkung auf Wohnort.

Dieser Artikel basiert auf RKI-Daten 2026. Die maßgebliche und stets aktuelle Risikogebietskarte findest du unter rki.de. Impfentscheidungen immer mit dem Arzt besprechen.

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