Zecken-Risikogebiete Deutschland: FSME-Karte und Hochrisikokreise
Welche Bundesländer und Landkreise gelten als FSME-Risikogebiete? Aktuelle RKI-Karte, Hochrisikoregionen und was Sie vor Aufenthalten in betroffenen.
FSME Impfung in Deutschland: Wann sie sinnvoll ist, welche Risikogebiete betroffen sind, wie FSME übertragen wird und warum Bayern und Baden-Württemberg.
Medizinischer Hinweis
Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Impfberatung. Ob eine FSME-Impfung sinnvoll ist, hängt von Wohnort, Reisegebiet, Alter, Vorerkrankungen und Zeckenexposition ab. Besprich die Entscheidung mit Arztpraxis, Kinderarzt oder reisemedizinischer Beratung.
FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis. Es handelt sich um eine Virusinfektion, die durch Zecken übertragen werden kann. Der Name klingt saisonal, aber die Erkrankung ist nicht auf den Frühsommer begrenzt. Zecken können in Deutschland aktiv sein, sobald es mild genug ist – oft schon ab Temperaturen um etwa 7 bis 8 Grad.
FSME kann das zentrale Nervensystem betreffen, also Gehirn, Hirnhäute und Rückenmark. Viele Infektionen verlaufen ohne oder mit milden Beschwerden. Bei einem Teil der Erkrankten kommt es jedoch zu schwereren neurologischen Verläufen. Genau deshalb spielt die FSME-Impfung in Deutschland eine wichtige Rolle.
Im Unterschied zu vielen anderen Zeckenrisiken gibt es gegen FSME eine gut etablierte Schutzimpfung. Sie verhindert nicht den Zeckenstich selbst, kann aber vor der Erkrankung schützen. Wer in einem Risikogebiet lebt oder regelmäßig dorthin reist, sollte den eigenen Impfstatus prüfen.
FSME-Virus aus der Gruppe der Flaviviren
Durch den Stich infizierter Zecken
Vor allem Süddeutschland, besonders Bayern und Baden-Württemberg
Keine gezielte antivirale Therapie, Behandlung erfolgt symptomatisch
FSME-Impfung plus konsequenter Zeckenschutz
FSME und Borreliose werden oft zusammen genannt, weil beide durch Zecken übertragen werden können. Medizinisch sind es aber zwei verschiedene Krankheiten mit unterschiedlichen Erregern, Risiken und Schutzmöglichkeiten.
Borreliose wird durch Bakterien verursacht und kann mit Antibiotika behandelt werden. FSME wird durch ein Virus verursacht. Gegen FSME gibt es eine Impfung, aber keine ursächliche Behandlung nach Ausbruch der Erkrankung. Das ist der zentrale Grund, warum die Impfentscheidung bei Risikogebieten so wichtig ist.
FSME vs. Borreliose im Vergleich
| Thema | FSME | Borreliose |
|---|---|---|
| Erreger | Virus | Bakterien |
| Verbreitung | Definierte Risikogebiete | Grundsätzlich in ganz Deutschland möglich |
| Impfung | Ja, FSME-Impfung | Keine zugelassene Impfung in Deutschland |
| Behandlung | Symptomatisch | Antibiotika nach ärztlicher Diagnose |
| Früherkennung | Grippeähnliche und neurologische Symptome | Wanderröte, Haut- und Allgemeinsymptome |
Mehr zu Borreliose-Symptomen finden Sie hier: Borreliose Symptome erkennen. Wenn Sie unsicher sind, ob eine Hautstelle überhaupt ein Zeckenbiss ist, hilft der Ratgeber Zeckenbiss erkennen.
FSME wird beim Stich einer infizierten Zecke übertragen. Anders als bei Borreliose kann die Übertragung sehr früh erfolgen. Das bedeutet: Eine Zecke schnell zu entfernen ist immer richtig, schützt aber nicht zuverlässig vor FSME, wenn das Virus bereits beim Stich übertragen wurde.
Zecken sitzen meist in Gräsern, Laub, niedrigem Gebüsch oder an Wegrändern. Sie lassen sich nicht von Bäumen fallen, sondern werden im Vorbeigehen abgestreift. Danach suchen sie eine geeignete Stelle am Körper. Häufig betroffen sind Kniekehlen, Leisten, Achseln, Nacken, Bauchbereich und Haaransatz.
Schnelles Entfernen bleibt trotzdem wichtig
Auch wenn FSME früh übertragen werden kann, sollte jede Zecke sofort entfernt werden. Das senkt vor allem das Risiko anderer zeckenübertragener Infektionen wie Borreliose.
Die FSME-Risikogebiete werden vom Robert Koch-Institut regelmäßig bewertet. Maßgeblich ist nicht das Bundesland allein, sondern der jeweilige Landkreis oder die kreisfreie Stadt. Wer im Grenzbereich wohnt, sollte deshalb die aktuelle Karte prüfen.
Besonders wichtig sind Bayern und Baden-Württemberg. Dort liegen die meisten Risikogebiete und dort wird FSME seit Jahren besonders häufig gemeldet. Weitere Risikogebiete gibt es unter anderem in Teilen von Hessen, Thüringen, Sachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland sowie einzelnen Kreisen in Niedersachsen, Brandenburg und seit 2026 auch in Sachsen-Anhalt. Eine detaillierte Karte mit allen aktuellen Änderungen 2026 (Nordsachsen, Halle) bietet Zecken-Risikogebiete in Deutschland – Karte und Übersicht.
Viele Risikokreise, unter anderem in Oberbayern, Niederbayern, Schwaben, Franken und der Oberpfalz
Nahezu flächendeckend relevant, besonders Schwarzwald, Schwäbische Alb und Bodenseeraum
Vor allem südliche und mittlere Landesteile mit einzelnen Risikokreisen
Mehrere Kreise mit relevanter FSME-Aktivität
Einzelne Kreise in Rheinland-Pfalz, Saarland, Brandenburg und Niedersachsen
Für Reisen, Wochenendhaus, Campingplatz oder Gartenarbeit zählt immer der konkrete Aufenthaltsort.
Eine FSME-Impfung ist besonders sinnvoll, wenn zwei Faktoren zusammenkommen: Sie halten sich in einem FSME-Risikogebiet auf und hast dort Kontakt zu Zecken. Das kann beim Wandern, Radfahren, Camping, Joggen, Pilzesammeln, Hundespaziergang, Gartenarbeit oder beruflicher Tätigkeit im Freien passieren.
Die Impfung ist also nicht nur ein Thema für Extremwanderer. Wer in Bayern oder Baden-Württemberg lebt, einen Garten am Waldrand hat oder regelmäßig in Risikokreisen draußen aktiv ist, kann ebenfalls profitieren.
Regelmäßige Alltagskontakte mit Grünflächen und Zeckenhabitaten
Urlaub, Camping, Wandern oder Radtouren in Süddeutschland
Häufiger Kontakt mit Gras, Laub, Hecken und Bodennähe
Spielplatz, Waldkindergarten, Ferienlager oder Garten
Forst, Landwirtschaft, Gartenbau, Jagd oder Naturschutz
Der Impfschutz wird über mehrere Dosen aufgebaut. Häufig wird im Winter oder zeitigen Frühjahr begonnen, damit der Schutz zur Zeckensaison steht. Für kurzfristige Reisen existieren je nach Impfstoff Schnellimpfschemata. Welches Schema passt, entscheidet die Arztpraxis.
Für einen belastbaren FSME-Schutz reicht in der Regel nicht eine einzelne Spritze. Die Grundimmunisierung besteht üblicherweise aus mehreren Impfdosen. Nach den ersten zwei Dosen besteht bereits ein Teilschutz; für den langfristigen Schutz ist die vollständige Grundimmunisierung wichtig. Danach folgen Auffrischimpfungen in größeren Abständen.
Impfplan: Häufige Fragen
| Frage | Praktische Einordnung |
|---|---|
| Wann beginnen? | Idealerweise im Winter oder frühen Frühjahr vor der Zeckensaison |
| Wie viele Dosen? | Meist drei Impfungen für die Grundimmunisierung |
| Kurzfristige Reise? | Je nach Impfstoff ist ein Schnellschema möglich |
| Schutzdauer? | Auffrischungen sind nötig, genaue Intervalle ärztlich prüfen |
| Kontrolle? | Hausarzt, Kinderarzt oder reisemedizinische Beratung |
Wer schon früher gegen FSME geimpft wurde, muss nicht automatisch von vorne beginnen. Häufig reicht eine Auffrischung, wenn der Grundschutz bereits vollständig war. Der Impfpass ist deshalb wichtig: Alte Einträge, auch aus Kindheit oder früheren Reisen, können relevant sein.
Nicht erst am Abend vor der Reise planen
Wer nach Bayern, Baden-Württemberg, Österreich, Tschechien oder in andere FSME-Gebiete reist und dort viel draußen ist, sollte die Impfung mehrere Wochen vorher mit der Arztpraxis besprechen. Kurzfristige Schemata sind möglich, aber nicht für jede Situation ideal.
Die Kostenübernahme hängt davon ab, ob eine Impfung nach STIKO-Empfehlung vorliegt. Bei Aufenthalt oder Wohnsitz in einem FSME-Risikogebiet übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Impfung in der Regel. Auch Reisen in Risikogebiete können erstattungsfähig sein. Privatversicherte sollten in ihren Tarifbedingungen prüfen, wie Reise- und Standardimpfungen abgerechnet werden.
Für die Praxis heißt das: Vor der Impfung kurz bei der Krankenkasse oder Arztpraxis nachfragen. Besonders bei Urlaub, Wochenendhaus, Campingplatz oder Arbeitsplatz im Risikogebiet lässt sich die Indikation meist gut begründen.
Kinder sind oft draußen, spielen im Gras, sitzen auf dem Boden und bemerken Zecken seltener als Erwachsene. Deshalb ist FSME-Prävention bei Kindern in Risikogebieten ein wichtiges Thema. Die Erkrankung verläuft bei Kindern häufig milder als bei älteren Erwachsenen, schwere Verläufe sind aber möglich.
FSME-Impfstoffe sind je nach Präparat bereits ab 1 Jahr zugelassen. Die Entscheidung sollte individuell erfolgen: Wohnort, Reiseziele, Wald- und Gartenkontakt, Alter des Kindes und allgemeine Gesundheit spielen eine Rolle. Kinderärzte können den Nutzen und mögliche Impfreaktionen einordnen.
Kinder nach jedem Aufenthalt absuchen
Bei Kindern sitzen Zecken häufig an Haaransatz, Nacken, hinter den Ohren, in Kniekehlen, Achseln und am Hosenbund. Nach Wald, Wiese oder Garten immer gründlich absuchen.
FSME kann sehr unterschiedlich verlaufen. Viele Infektionen bleiben unbemerkt. Wenn Symptome auftreten, beginnen sie häufig grippeähnlich: Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Glieder- oder Muskelschmerzen. Danach kann eine beschwerdefreie Phase folgen.
Bei einem Teil der Erkrankten kommt es anschließend zu einer zweiten Phase mit Beteiligung des Nervensystems. Dann können Hirnhautentzündung, Gehirnentzündung oder Rückenmarksbeteiligung auftreten.
Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Krankheitsgefühl
Einige Tage scheinbare Besserung möglich
Nackensteifigkeit, starke Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit, neurologische Beschwerden
Lähmungen, Bewusstseinsstörungen oder länger anhaltende Beschwerden möglich
Bei neurologischen Symptomen nach Zeckenexposition sollte sofort medizinische Hilfe gesucht werden. Das gilt besonders für ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen und Personen aus Risikogebieten.
Die FSME-Impfung schützt vor FSME, aber nicht vor Zeckenstichen und nicht vor Borreliose. Deshalb bleibt mechanischer Zeckenschutz wichtig.
Mehr praktische Maßnahmen finden Sie im Ratgeber Zecken vorbeugen.
Der FSME-Impfschutz durch das Drei-Dosen-Grundschema (0–1–9 bis 12 Monate) erreicht nach vollständiger Immunisierung eine Schutzrate von über 97 % gegen klinische FSME-Erkrankung – eine der wirksamsten verfügbaren Virusschutzimpfungen (STIKO, 2025). Das Schnellschema (0–7–21 Tage) ermöglicht Schutz innerhalb von 4 Wochen für Reisende und kann nach 12–18 Monaten aufgefrischt werden.
Impfquoten in Deutschland – kritisch niedrig: Trotz STIKO-Empfehlung für alle Bewohner und Besucher von Risikogebieten liegt die Durchimpfungsrate laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bei lediglich 25–35 % in den deutschen Risikogebieten (BZgA, 2025). Zum Vergleich: Österreich hat durch konsequente Aufklärungskampagnen eine Rate von 85–90 % erreicht und die jährlichen FSME-Fallzahlen auf unter 50 gesenkt – bei vergleichbarer Zeckenpopulation.
Wer erkrankt? Das RKI analysierte, dass über 75 % aller deutschen FSME-Erkrankten nicht geimpft und Bewohner der Risikogebiete – nicht Touristen – sind (RKI, 2026). Das widerlegt die häufige Annahme, FSME sei vor allem ein Reiseproblem. Die Mehrzahl der Infektionen geschieht im eigenen Garten oder bei alltäglichen Freizeitaktivitäten.
Nebenwirkungsprofil: Beide in Deutschland zugelassenen Impfstoffe (Encepur® und FSME-IMMUN®) gelten als gut verträglich. Lokale Reaktionen (Rötung, Schwellung) treten bei 15–25 % der Geimpften auf, systemische Reaktionen (Fieber, Müdigkeit) bei unter 10 % – und klingen nach 1–3 Tagen ab (STIKO, 2025). Zu den möglichen Nebenwirkungen und wie Sie diese einordnen, erfahren Sie in unserem ausführlichen Beitrag FSME-Impfung Nebenwirkungen – was ist normal, was nicht?.
Die FSME-Impfung ist sinnvoll für Menschen, die in FSME-Risikogebieten leben oder dorthin reisen und dort Zecken ausgesetzt sein können – etwa beim Wandern, Radfahren, Camping, Gartenarbeit oder Arbeiten im Freien.
FSME-Risikogebiete liegen vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, außerdem in Teilen von Hessen, Thüringen, Sachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Niedersachsen und Brandenburg. Maßgeblich ist immer die aktuelle RKI-Karte.
Nein. Die FSME-Impfung schützt nur gegen FSME. Gegen Borreliose gibt es in Deutschland keine zugelassene Impfung. Zeckenschutz bleibt deshalb weiterhin wichtig.
Für den vollständigen Grundschutz sind in der Regel drei Impfungen nötig. Die genauen Abstände hängen vom Impfstoff und vom gewählten Schema ab. Auffrischungen erfolgen später nach ärztlicher Empfehlung.
Ja, FSME-Impfstoffe sind je nach Präparat bereits ab dem Alter von 1 Jahr zugelassen. Ob die Impfung für ein Kind sinnvoll ist, sollte mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt anhand des Risikos besprochen werden.
Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen zur FSME-Impfung und ersetzt keine individuelle Impfberatung. Prüfen Sie Risikogebiet, Impfstatus und persönliche Situation mit Ihrer Arztpraxis.
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