Schimmel & Feuchtigkeit 7 Min. Lesezeit

Luftfeuchtigkeit in der Wohnung richtig kontrollieren

Optimale Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen: Wie du sie misst, regulierst und warum zu viel oder zu wenig Feuchtigkeit der Gesundheit schadet.

Digitales Hygrometer zeigt Luftfeuchtigkeit und Temperatur in einem hellen Wohnzimmer

Optimale Werte nach Raumtyp

Die ideale Luftfeuchtigkeit hängt vom Raumtyp und der Nutzung ab. Zu viel Feuchtigkeit fördert Schimmelwachstum – was daraus folgen kann, erklärt Schimmel in der Wohnung – Ursachen und wirksame Maßnahmen. Zu wenig schadet Schleimhäuten und Holzmaterialien.

Empfohlene Luftfeuchtigkeit nach Raum

  1. Wohnzimmer: 40–60 %

    Komfortzone für Menschen und schützend für Möbel und Böden. Unter 40 %: Holz trocknet aus. Über 60 %: Schimmelrisiko steigt.

  2. Schlafzimmer: 40–55 %

    Etwas trockener ist besser für erholsamen Schlaf. Zu feuchte Schlafzimmer begünstigen Milben und Schimmel.

  3. Badezimmer: temporär bis 80 %

    Direkt nach dem Duschen unvermeidlich hoch. Wichtig: durch Lüften schnell auf unter 60 % absenken. Dauerhaft über 65 % führt zu Schimmel.

  4. Küche: 50–65 %

    Beim Kochen entsteht viel Dampf. Kochendunstabzug und Lüften halten die Werte im Rahmen.

  5. Kinderzimmer: 45–55 %

    Kinder reagieren empfindlicher auf Extremwerte. Regelmäßige Messung empfohlen.

Richtwerte nach DIN 1946-2 und Empfehlungen des Umweltbundesamts.

Luftfeuchtigkeit richtig messen

Ein Hygrometer liefert nur aussagekräftige Werte, wenn es richtig platziert wird.

Hygrometer richtig einsetzen

  • Platzierung in der Raummitte, 1–1,5 m Höhe – nicht direkt an Wand oder Fenster
  • Nicht in der Nähe von Heizkörpern, Klimaanlagen oder Küchengeräten
  • Mindestens 30 Minuten nach dem Lüften messen – nicht direkt danach
  • In feuchtigkeitsgefährdeten Räumen dauerhaft aufstellen (Bad, Schlafzimmer, Keller)
  • Mehrere Messungen über den Tag verteilen – Werte schwanken stark
Weit geöffnetes Fenster im Winter zum Stoßlüften – Luftaustausch bei kalten Temperaturen
Stoßlüften statt Dauerkippen: 5–10 Minuten bei weit geöffnetem Fenster tauscht die Raumluft effektiv aus.

Günstige Hygrometer (10–20 €) reichen für den Hausgebrauch völlig aus. Geräte mit Temperaturanzeige und Speicherfunktion für Min/Max-Werte sind besonders praktisch.

Zu hohe Luftfeuchtigkeit senken

Luftfeuchtigkeit senken – Maßnahmen im Überblick

  1. 1
    Stoßlüften statt Kippen

    3× täglich 5–10 Minuten bei weit geöffneten Fenstern. Kippen bringt kaum Luftaustausch, erhöht aber den Wärmeverlust. Im Winter morgens, mittags und abends lüften.

  2. 2
    Feuchtigkeitsquellen reduzieren

    Wäsche nicht in Wohnräumen trocknen (bis zu 3 Liter Feuchtigkeit pro Waschgang). Kochtöpfe abdecken. Pflanzen nicht überwässern.

  3. 3
    Heizkörper nicht abdecken

    Heizkörper fördern Luftzirkulation und trocknen die Raumluft. Vorhänge, Möbel und Dekorationen nicht davor stellen.

  4. 4
    Luftentfeuchter einsetzen

    Bei baulich bedingter hoher Feuchtigkeit oder schlecht belüftbaren Räumen (z. B. Keller ohne Fenster) kann ein Luftentfeuchter dauerhaft helfen – mehr dazu: Luftentfeuchter sinnvoll einsetzen.

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    Bauliche Ursachen klären

    Wenn die Feuchtigkeit trotz aller Maßnahmen dauerhaft über 65 % bleibt: Baumängel, undichte Stellen oder fehlende Dämmung als Ursache prüfen.

Zu niedrige Luftfeuchtigkeit erhöhen

Im Winter bei starkem Heizen kann die Luftfeuchtigkeit auf unter 30 % fallen. Ob ein Luftentfeuchter sinnvoll ist und welcher Typ passt, erklärt der separate Ratgeber. Das ist unangenehm und schadet Schleimhäuten sowie Holzmöbeln.

Luftfeuchtigkeit schonend erhöhen

  1. Zimmerpflanzen aufstellen

    Pflanzen geben beim Verdunsten Feuchtigkeit an die Raumluft ab. 3–5 große Pflanzen erhöhen die Feuchtigkeit messbar.

  2. Schalen mit Wasser auf Heizkörper

    Günstige Methode: Wasserverdunster aus Keramik oder einfache Schalen auf den Heizkörper. Wasser regelmäßig nachfüllen.

  3. Luftbefeuchter einsetzen

    Kaltnebler oder Ultraschallgeräte sind hygienischer als Heißdampfbefeuchter. Gerät täglich reinigen – stehendes Wasser bildet Bakterien und Kalk.

  4. Nicht übertreiben

    Ziel: 40–50 % Luftfeuchtigkeit. Über 60 % erhöht Schimmelrisiko. Regelmäßige Kontrolle mit Hygrometer ist Pflicht.

Zimmerpflanzen auf Fensterbank – Verdunstung erhöht die Luftfeuchtigkeit im Raum
Zimmerpflanzen befeuchten die Luft durch Verdunstung – viele Pflanzen im kleinen Raum können die Feuchtigkeit spürbar erhöhen.

Feuchtigkeitsquellen im Haushalt

Wie viel Feuchtigkeit entsteht täglich?

  1. Atmen und Schlafen: ~1 Liter pro Person

    Im Schlaf gibt ein Erwachsener ca. 0,5–1 Liter Feuchtigkeit über die Atemluft ab. Bei 2 Personen im Schlafzimmer entsprechend mehr.

  2. Duschen: 1–2 Liter

    Ein 10-minütiges Duschen bringt bis zu 2 Liter Wasserdampf in die Raumluft – ohne sofortiges Lüften verteilt sich dieser im Bad und angrenzenden Räumen.

  3. Kochen: 0,5–1,5 Liter

    Je nach Art des Kochens (viel oder wenig Wasser) entsteht erheblicher Dampf. Kochendunstabzug nutzen und beim Kochen lüften.

  4. Wäsche trocknen in Wohnräumen: 2–3 Liter

    Eine Ladung Wäsche gibt beim Trocknen in Innenräumen bis zu 3 Liter Feuchtigkeit ab – einer der häufigsten Gründe für dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit.

  5. Zimmerpflanzen: 0,1–0,5 Liter

    Viele Pflanzen verdunsten geringe Mengen. Überwässerte Pflanzen können lokal die Feuchtigkeit erhöhen.

Häufige Fragen

Welche Luftfeuchtigkeit ist optimal in der Wohnung?

40–60 % relative Luftfeuchtigkeit sind für die meisten Wohnräume ideal. Unter 30 % trocknet die Schleimhaut aus, über 65 % fördert Schimmelwachstum.

Wie messe ich die Luftfeuchtigkeit zu Hause?

Mit einem Hygrometer. Digitale Geräte ab ca. 10–15 Euro sind ausreichend genau für den Hausgebrauch. Wichtig: Gerät nicht direkt an der Wand oder Fenster platzieren – Messung in der Raummitte.

Was tun bei dauerhaft zu hoher Luftfeuchtigkeit?

Lüftungsverhalten verbessern (3× täglich Stoßlüften), feuchteproduzierende Aktivitäten reduzieren (kein Trocknen von Wäsche in Wohnräumen), ggf. Luftentfeuchter einsetzen. Bei baulichen Ursachen Vermieter informieren.

Kann zu trockene Luft im Winter schädlich sein?

Ja. Unter 30 % Luftfeuchtigkeit trocknen Schleimhäute aus und werden anfälliger für Atemwegsinfektionen. Holzmöbel und Parkettböden können sich verziehen. Im Winter bei starkem Heizen Luftbefeuchter einsetzen.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Bei anhaltenden Atemwegsbeschwerden, Reizhusten oder Schleimhautreizungen, die mit der Raumluft in Verbindung stehen könnten, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

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