Geräusche auf dem Dachboden: Welches Tier ist das?
Poltern, Kratzen oder Trippeln über der Decke? So bestimmen Sie das Tier nach Geräusch, Uhrzeit und Spuren – Marder, Maus, Siebenschläfer, Waschbär oder Vogel.
Ein Poltern auf dem Dachboden mitten in der Nacht, verdächtige Kotspuren in der Garage oder angebissene Kabel im Auto – Marder hinterlassen charakteristische Spuren, die sich mit ein wenig Wissen zuverlässig von anderen Tieren unterscheiden lassen. Der erste Schritt ist immer die sichere Identifikation: Wer weiß, dass tatsächlich ein Marder und nicht eine Ratte oder ein Siebenschläfer dahinter steckt, kann gezielt und rechtssicher handeln. Alle weiterführenden Maßnahmen beschreibt der Hauptratgeber Marder im Haus bekämpfen und dauerhaft vertreiben.
Inhalt · 9 Abschnitte
Rechtlicher Hinweis: Marder sind Wildtiere
Marder (Steinmarder und Baummarder) sind in Deutschland jagdbare Wildtiere und stehen unter dem Schutz des Bundesjagdgesetzes (BJagdG) sowie des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG). Das eigenmächtige Fangen, Verletzen oder Töten eines Marders ist ohne Jagdschein oder behördliche Genehmigung strafbar. Für Vergrämungs- und Absperrmaßnahmen am eigenen Gebäude bestehen keine besonderen Einschränkungen. Bei aktivem Befall empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit dem örtlichen Jagdpächter oder dem Ordnungsamt.
Geräusche über der Decke: wann, wo und wie klingen sie?
Geräusche sind oft das erste Zeichen, das Hausbesitzer auf einen Marder aufmerksam macht. Der Steinmarder (Martes foina) ist ein kräftiges Tier mit einem Körpergewicht von 1,5–2,5 kg – sein Gang über Holzdielen oder Dämmwolle klingt deutlich anders als das Rascheln von Mäusen.
Typische Marder-Geräusche im Überblick:
- Poltern und Rollen: Schwere, dumpfe Aufschläge auf Dachbodendielen – wie ein kleiner, schnell laufender Hund. Marder laufen in Galopp-Bewegungen, keine gleichmäßigen Schritte.
- Kratzen und Scharren: An Holzbalken, Dachpappe oder Lüftungsrohren – besonders beim Anlegen oder Erweitern von Liegeplätzen.
- Knurren und Fauchen: In der Paarungszeit (Juni–August) werden territoriale Auseinandersetzungen zwischen Mardern laut – intensive Fauch- und Kreischgeräusche, die für Unkundige erschrecken können.
- Rollgeräusche: Marder verschleppen manchmal Früchte oder Knochenstücke ins Quartier – ein charakteristisches Rollen über Dielen.
- Zerreißen von Material: Dämmmaterial, Vogelnester oder Plastikfolie werden zerrissen – ein raschelndes, reißendes Geräusch.
Wann sind die Geräusche zu hören? Marder sind nachtaktiv und beginnen ihre Aktivität mit der Dämmerung. Der Hauptaktivitätszeitraum liegt zwischen 22 und 4 Uhr. Wer die Geräusche also regelmäßig in dieser Zeit hört, hat einen starken Hinweis auf einen Marder. Geräusche am helllichten Tag sprechen eher für Siebenschläfer.
Wo im Haus? Der Dachboden ist der häufigste Aufenthaltsort, gefolgt von der Garage, dem Keller und – im Sommer – Hohlräumen hinter Verkleidungen. Im Auto-Motorraum macht sich der Marder typischerweise durch Beißgeräusche an Kabeln oder Schläuchen bemerkbar, was auch die Schäden am Fahrzeug erklärt.
Marder-Kot erkennen: Aussehen, Geruch, typische Ablageorte
Marder-Kot ist eines der eindeutigsten Erkennungsmerkmale und lässt sich von anderen Tieren klar abgrenzen.
Merkmale von Marder-Kot auf einen Blick
- ✓ Größe
6–10 cm lang, 1–1,5 cm Durchmesser – deutlich größer als Ratten-Kot
- ✓ Form
Verdreht-wurstförmig mit zugespitzten, oft eingerollten Enden
- ✓ Inhalt
Sichtbare Reste: Fell, Knochen, Fruchtkerne, Federn, Insektenflügel
- ✓ Farbe
Dunkelbraun bis fast schwarz; variiert stark nach Nahrung
- ✓ Geruch
Intensiv moschusartig-stechend; charakteristisch und unverwechselbar
- ✓ Ablageorte
Erhöhte Punkte: Balken, Mauerkronen, Dachgauben, Wandvorsprünge
Marder nutzen sogenannte Latrinen – feste Kotablageorte, die sie immer wieder aufsuchen. Das bedeutet: Wer eine Kotanhäufung an derselben Stelle über mehrere Tage beobachtet, kann fast sicher sein, dass regelmäßig ein Marder anwesend ist. Diese Latrinen liegen fast immer an erhöhten, gut sichtbaren Punkten – ein Territorialverhalten, das zur Reviermarkierung dient.
Hygiene-Hinweis: Marder-Kot kann Erreger wie Salmonellen oder Parasiten enthalten. Beim Betreten des Dachbodens unbedingt Schutzkleidung und FFP2-Maske tragen. Mehr dazu im Abschnitt zu den nächsten Schritten.
Trittsiegel und Laufspuren identifizieren
Trittsiegel (Fußabdrücke) sind ein weiteres eindeutiges Erkennungsmerkmal. Marder hinterlassen sehr charakteristische Abdrücke, die sich von Katzen, Hunden und Nagern klar unterscheiden.
Merkmale des Steinmarder-Trittsiegels:
- 5 Zehen an Vorder- und Hinterpfote (im Gegensatz zur Katze mit 4 sichtbaren Zehen)
- Sternförmige Zehenanordnung, Krallen oft im Abdruck sichtbar
- Breite des Abdrucks: 3–5 cm (Hinterpfote etwas schmaler als Vorderpfote)
- Doppelschrittmuster: Marder setzen beim Galoppieren Hinter- und Vorderpfote nahezu übereinander – typisches Muster in Staub oder weicher Erde
Spurenpuder als Hilfsmittel: Wer systematisch nach Trittspuren sucht, streut spezielles Spurenpuder oder einfaches Mehl an verdächtigen Stellen im Dachboden aus. Nach einer Nacht zeigen die Abdrücke genau, welches Tier die Route nutzt und in welche Richtung es läuft.
Trittsiegel im Vergleich: Marder, Katze, Ratte und Waschbär
Zehenanzahl (sichtbar)
- Marder
- 5 Zehen
- Katze
- 4 Zehen
- Ratte
- 4 Zehen vorne / 5 hinten
- Waschbär
- 5 Zehen
Breite Abdruck
- Marder
- 3–5 cm
- Katze
- 3–4 cm
- Ratte
- 1,5–2 cm
- Waschbär
- 6–9 cm
Krallen sichtbar
- Marder
- Ja (nicht einziehbar)
- Katze
- Nein (einziehbar)
- Ratte
- Ja, klein
- Waschbär
- Ja, deutlich
Gangmuster
- Marder
- Galoppierendes Doppelschrittmuster
- Katze
- Schleichendes Einzelmuster
- Ratte
- Traben, eng beieinander
- Waschbär
- Wechselgang, breit
Schrittlänge
- Marder
- 25–70 cm
- Katze
- 20–35 cm
- Ratte
- 8–15 cm
- Waschbär
- 30–50 cm
Laufwege erkennen: Marder benutzen feste Routen, die sich durch abgeflachte Dämmwolle, Schleifspuren an Balken oder dunkle Fettspuren an Hauswänden zeigen. Diese Routen verlaufen oft entlang von Rohren, Sparren oder Wandkanten – Marder meiden offene Freiflächen und bevorzugen Deckung.
Fraßspuren und andere Schäden im Haus
Marder sind Allesfresser und neugierige Tiere – ihr Erkundungsdrang hinterlässt im Haus oft unverkennbare Schäden.
Typische Fraßspuren und Sachschäden:
- Dämmwolle und Isoliermaterial: Marder reißen Mineralwolle und Styroporplatten heraus, um Liegestellen zu schaffen. Typisch sind größere, ausgebissene Stücke – kein feines Zernagen wie bei Mäusen.
- Kabelbeißen: Elektrische Leitungen, Lüftungsschläuche und Wasserschläuche werden angebissen – am häufigsten im Motorraum, aber auch auf dem Dachboden an freigelegten Kabeln.
- Vogelnester und Beute: Reste von Eiern, Federn, kleinen Säugetieren oder Früchten – Marder fressen im Quartier und hinterlassen Reste.
- Verschmutzte Oberflächen: Fettglänzende Stellen an Balken und Mauerkanten – Drüsensekrete, die zur Reviermarkierung dienen.
Checkliste: Diese Schäden weisen auf Marder hin
- Herausgerissene Dämmwolle oder Mineralwolle in größeren Stücken
- Angebissene elektrische Kabel oder Plastikschläuche
- Reste von Beutetieren: Federn, Fellreste, Knochen, Eischalen
- Fettglänzende Schleifspuren an Holzbalken und Mauerkanten
- Zerdrückte Vögelnester oder gestohlene Früchte im Dachboden
- Starker, anhaltender moschusartiger Geruch – auch ohne sichtbaren Kot
Vor allem auf dem Dachboden sind die Schäden an der Wärmedämmung erheblich: Ein einziger Marder kann in einer Saison mehrere Quadratmeter Dämmung zerstören. Die Folge sind erhöhte Heizkosten und ein dauerhafter Liegeplatz, an den das Tier immer wieder zurückkehrt. Wie man das Tier dauerhaft vom Dach fernhält, erklärt Marder vom Dach vertreiben – sicher und dauerhaft.
Marder, Maus, Siebenschläfer, Waschbär oder Vogel?
Die Abgrenzung zwischen verschiedenen Tieren ist für die richtige Maßnahmenplanung entscheidend. Die folgenden Merkmale helfen bei der Bestimmung.
Welches Tier ist es? Merkmale im Überblick
Kot-Größe
- Steinmarder
- 6–10 cm, verdreht
- Hausmaus
- 3–6 mm, reiskornförmig
- Wanderratte
- 1,5–2 cm, glatt bohnenförmig
- Siebenschläfer
- 0,5–1 cm, dunkel, rund
- Waschbär
- 5–8 cm, dunkel mit Resten
- Vögel / Fledermäuse
- Vogelkot weiß-schwarz; Fledermauskot krümelig, glitzernd
Geräusche
- Steinmarder
- Poltern, Rollen, Fauchen
- Hausmaus
- Feines Trippeln, Nagen
- Wanderratte
- Schnelles Kratzen, Quieken
- Siebenschläfer
- Trillern, Pfeifen, nachts ab Herbst
- Waschbär
- Meckern, Schnauben, schweres Poltern
- Vögel / Fledermäuse
- Flattern, Scharren, Piepen
Aktivitätszeit
- Steinmarder
- Nachts, 22–4 Uhr
- Hausmaus
- Nachts und dämmerungsaktiv
- Wanderratte
- Hauptsächlich nachts
- Siebenschläfer
- Hauptsächlich nachts, ab August–Oktober
- Waschbär
- Dämmerung und Nacht
- Vögel / Fledermäuse
- Tagsüber (Vögel), Dämmerung (Fledermäuse)
Körpergewicht
- Steinmarder
- 1,5–2,5 kg
- Hausmaus
- 20–25 g
- Wanderratte
- 200–500 g
- Siebenschläfer
- 80–150 g
- Waschbär
- 4–10 kg
- Vögel / Fledermäuse
- 10–500 g
Eindeutigstes Zeichen
- Steinmarder
- Moschusgeruch, großer verdrehter Kot
- Hausmaus
- Reiskorn-Kot, Nagespuren an Kanten
- Wanderratte
- Viele kleine Kotbohnen, Nagerkauen
- Siebenschläfer
- Trillern, kompakter Schlafknäuel, Herbst
- Waschbär
- Waschbär-Handabdrücke, sehr lautes Poltern
- Vögel / Fledermäuse
- Geräusche bei Tageslicht, Federn oder Nistmaterial
Siebenschläfer (Glis glis) werden häufig mit Mardern verwechselt, da sie ebenfalls den Dachboden bevorzugen. Der entscheidende Unterschied: Siebenschläfer halten Winterschlaf von Oktober bis April und sind in dieser Zeit komplett still. Sie geben auch charakteristische Triller- und Pfeifgeräusche von sich – ganz anders als das Poltern und Fauchen des Marders. Siebenschläfer-Kolonien sind in Wäldern und waldnahen Siedlungen Süddeutschlands und Österreichs häufig.
Waschbären (Procyon lotor) hinterlassen wesentlich schwerere Schäden und sind vor allem in Städten und Ballungsräumen anzutreffen. Ihr Kot ähnelt dem von Mardern, ist aber oft noch größer und enthält Handabdrücke – das charakteristischste Erkennungsmerkmal. Waschbären sind auch eine wichtige Quelle für allgemeine Schädlingsprävention, wie der Ratgeber Schädlingsbefall vorbeugen erläutert.
Geräusche, aber kein Kot und keine Spuren
Wer den Dachboden absucht und trotz nächtlicher Geräusche weder Kot noch Trittsiegel findet, hat es meist nicht mit einem Säugetier im Dachraum selbst zu tun. Vier Erklärungen sind typisch.
Das Tier läuft nur außen entlang. Marder und Katzen bewegen sich häufig auf der Dachfläche oder in der Regenrinne, ohne je ins Innere zu gelangen. Die Geräusche wirken durch die Dachschalung, als kämen sie von innen. Prüfen Sie die Dachrinne und die Traufe auf Kratzspuren und Haare, bevor Sie den Innenraum weiter absuchen.
Vögel im Zwischendach. Nistende Vögel hinterlassen kaum Kot im begehbaren Bereich, weil sich alles im Nest zwischen Dämmung und Ziegeln sammelt. Erkennbar ist das an Nistmaterial in der Regenrinne, an Federn im Traufbereich – und vor allem daran, dass die Geräusche bei Tageslicht auftreten und in der Nacht aufhören.
Fledermäuse im Spalt. Ihr Kot ist krümelig, zerfällt zwischen den Fingern zu glitzerndem Staub und liegt oft nur in einem schmalen Streifen direkt unter dem Einschlupf. Wichtig: Alle heimischen Fledermausarten sind streng geschützt. Quartiere dürfen weder verschlossen noch gestört werden – zuständig ist die Untere Naturschutzbehörde.
Gar kein Tier. Knacken durch Temperaturschwankungen im Gebälk, Wasserleitungen und Lüftungsanlagen erzeugen Geräusche, die nachts besonders auffallen. Ein Hinweis darauf: Das Geräusch tritt regelmäßig zur gleichen Uhrzeit auf oder wiederholt sich im gleichen Takt – Tiere verhalten sich unregelmäßiger.
Geräusche tagsüber – was bedeutet das?
Die Uhrzeit grenzt die Arten stärker ein als jedes andere Merkmal. Marder, Ratten, Mäuse und Siebenschläfer sind nachtaktiv; wer sie tagsüber laut hört, hat entweder ein sehr ungewöhnliches Tier oder eine andere Ursache.
Geräusche bei Tageslicht sprechen zuerst für Vögel, die im Frühjahr und Frühsommer unter den Ziegeln brüten. An warmen Sommertagen kommt ein Wespen- oder Hornissennest infrage: ein gleichmäßiges Summen und Rascheln, das mit der Tageswärme lauter wird. Beides ist harmloser als ein Marderbefall, aber beides sollte man nicht selbst entfernen – Wespen- und Hornissennester stehen unter Artenschutz, Details dazu im Ratgeber Wespennest entfernen: erlaubt oder Bußgeld?.
Ein Marder, der ausnahmsweise am Tag poltert, ist meist ein Jungtier im Frühsommer: Zwischen Mai und August sind die Würfe aktiv, und dann fällt die nächtliche Ordnung durcheinander. In dem Fall finden Sie fast immer auch Kot und Fraßspuren – anders als bei Vögeln.
Wildtierkamera richtig einsetzen zur Bestätigung
Die Wildtierkamera ist das zuverlässigste Mittel zur sicheren Artbestimmung und liefert gleichzeitig Bildbeweise für den Jagdpächter oder das Ordnungsamt.
Positionierung der Kamera:
Platzieren Sie die Kamera so, dass sie die vermutete Hauptroute des Tieres erfasst. Ideale Positionen:
- Auf einem Balken quer zur Laufrichtung, auf Bodenhöhe des Dachbodens ausgerichtet
- An der vermuteten Eintrittsstelle nach innen gerichtet
- Bei der Kotablagestelle, leicht erhöht (Weitwinkel)
Einstellungen für optimale Ergebnisse:
- Bewegungssensor-Empfindlichkeit: mittelhoch (verhindert Fehlauslösungen durch Temperaturschwankungen)
- Nachtmodus: Infrarot-LEDs, kein weißes Blitzlicht (stört das Tier nicht)
- Burst-Modus: 3–5 Bilder pro Auslösung für klare Identifikation
- Videoaufnahme: 15–30 Sekunden Clips für Verhaltensbeobachtung
Auswertung: Ein Steinmarder ist an seinem weißen Kehlfleck (beim Steinmarder) und dem kompakten, wieselartigen Körperbau eindeutig erkennbar. Baummarder haben einen gelblichen Kehlfleck. Ratten sind deutlich kleiner und schlanker, Siebenschläfer haben buschige Schwänze und graues Fell, Waschbären ihr charakteristisches Gesichtsmuster.
Tipp: Kamera mindestens 3 Nächte laufen lassen. Marder besuchen ihren Schlafplatz nicht zwangsläufig jede Nacht.
Wo Marder einsteigen: typische Einstiegslücken am Gebäude
Marder sind ausgezeichnete Kletterer und können durch überraschend kleine Öffnungen eindringen. Eine Körperbreite von 5–7 cm genügt dem Steinmarder für den Durchschlupf.
Typische Einstiegspunkte am Gebäude
- ✓ Dachüberstand und Traufen
Fehlende oder beschädigte Traufgitter lassen direkt in den Dachboden
- ✓ Lüftungsöffnungen
Dachlüftungen und Firstentlüfter ohne Schutzgitter – häufigster Eintrittspunkt
- ✓ Beschädigte Dachziegel
Gebrochene oder verrutschte Ziegel erzeugen Öffnungen von 5–10 cm
- ✓ Kamin- und Rohrdurchführungen
Schlecht abgedichtete Kaminverkleidungen oder Rohreinführungen
- ✓ Fassadenverkleidungen
Zwischenräume hinter Holz- oder Kunststoffverkleidungen
- ✓ Baum- und Rankpflanzenkontakt
Äste oder Efeu, die bis ans Dach reichen, dienen als Aufstiegshilfe
Inspektion der Einstiegspunkte: Beginnen Sie die Suche nach Einstiegslücken von außen mit einer starken Taschenlampe bei Dämmerung – Fettspuren und abgeriebene Lackierungen an Kanten zeigen genutzte Routen. Von innen helfen Lichtquellen: Abdunkeln Sie den Dachboden tagsüber und suchen Sie nach Lichtspalten, die Öffnungen anzeigen.
Wichtig: Die Lücken erst verschließen, wenn sichergestellt ist, dass kein Tier mehr im Gebäude ist. Ein eingesperrter Marder richtet erhebliche Schäden an. Mehr zur Absicherung des Gebäudes erklärt der Ratgeber Marder vom Dach vertreiben.
Nächste Schritte nach der Identifikation
Ist der Marder sicher identifiziert, empfiehlt sich folgendes Vorgehen:
1. Dokumentation: Fotografieren Sie alle Spuren – Kot, Trittsiegel, Schäden und Kameraaufnahmen. Diese Dokumentation ist wichtig für:
- Rücksprache mit dem Jagdpächter (der für den Fang zuständig ist)
- Meldung bei der Hausratversicherung (Marder-Schäden sind häufig versichert)
- Nachweis gegenüber dem Vermieter bei Mietobjekten
2. Jagdpächter kontaktieren: Das Fangen des Marders ist jagdrechtlich reguliert. Der zuständige Jagdpächter ist über das örtliche Ordnungsamt oder die Gemeindeverwaltung zu erfragen. In vielen Gemeinden ist die Zusammenarbeit unkompliziert.
3. Vergrämungsmaßnahmen parallel einleiten: Während die jagdrechtliche Lösung läuft, können sofort legale Vergrämungsmaßnahmen umgesetzt werden: Marder-Duftstoffe, Ultraschall-Geräte oder das Sichern bekannter Einstiegslücken (solange das Tier draußen ist). Details dazu im Hauptratgeber Marder im Haus bekämpfen und dauerhaft vertreiben.
4. Schäden beseitigen: Beschädigte Dämmung, angebissene Kabel und kontaminierte Bereiche sollten professionell saniert werden. Marder-Kot und -urin hinterlassen Pheromone, die andere Marder anlocken – eine gründliche Reinigung ist essentiell, um den Kreislauf zu unterbrechen.
5. Gebäude sichern: Alle identifizierten Einstiegslücken konsequent verschließen – mit stabilen Materialien, die einem Marder standhalten: Edelstahlgitter (Maschenweite max. 5 cm), verzinktes Netz oder festes Lochblech.
Sofortmaßnahmen nach der Marder-Identifikation
- Alle Spuren fotografisch dokumentieren (Kot, Trittsiegel, Schäden, Kamerabilder)
- Jagdpächter oder Ordnungsamt kontaktieren – Fanggenehmigung klären
- Hausratversicherung informieren – Marder-Schäden sind oft mitversichert
- Bekannte Einstiegslücken mit Edelstahlgitter provisorisch sichern (nur wenn Tier draußen)
- Dachboden nur mit Schutzkleidung und FFP2-Maske betreten
- Kontaminierte Bereiche professionell reinigen und desinfizieren lassen
Häufige Fragen
Wie klingen Marder im Haus?
Marder erzeugen nachts typisches Poltern, Kratzen und Rollgeräusche – oft klingen sie schwerer als Mäuse. Charakteristisch sind schnelle Laufgeräusche über Holzdielen im Dachboden, gelegentliches Fauchen oder Knurren bei Revierstreitigkeiten sowie das Zerreißen von Dämmmaterial. Die Aktivität beginnt meist nach Einbruch der Dunkelheit und konzentriert sich auf die Nachtstunden zwischen 22 und 4 Uhr.
Wie sieht Marder-Kot aus?
Marder-Kot ist 6–10 cm lang, verdreht-wurstförmig mit zugespitzten Enden und enthält oft sichtbare Fell-, Knochen-, Fruchtkernen- oder Federreste. Die Farbe variiert je nach Nahrung von dunkelbraun bis fast schwarz. Der Geruch ist intensiv-moschusartig. Marder nutzen gern dieselbe Kotablagestelle immer wieder – typische Orte sind erhöhte Punkte wie Balken, Dachgauben und Wandvorsprünge.
Wie unterscheide ich Marder von Ratten?
Ratten-Kot ist kleiner (1,5–2 cm), bohnenförmig und glatt. Marder-Kot ist deutlich größer (6–10 cm), verdreht und enthält Futterreste. Ratten laufen leiser und schneller, Marder poltern schwerer. Ratten-Trittsiegel sind kleiner (1,5 cm) und zeigen 4 Vorderzehen, Marder-Abdrücke sind breiter (3–5 cm) und zeigen 5 Zehen.
Wann sind Marder im Haus aktiv?
Marder sind überwiegend nachtaktiv. Die Hauptaktivitätsphase liegt zwischen Dämmerung und Morgendämmerung, mit Schwerpunkt zwischen 22 und 3 Uhr. In der Paarungszeit (Juni–August) sind Marder auch in frühen Abendstunden aktiv und territorialer. Im Winter reduzieren sie ihre Aktivität bei starkem Frost, halten aber keinen echten Winterschlaf.
Wie groß sind Marder-Trittsiegel?
Steinmarder hinterlassen Trittsiegel von 3–5 cm Breite mit 5 Zehen, die sternförmig angeordnet sind. Die Krallen sind meist abdruckbar. Der Schritt beträgt 25–50 cm im normalen Gang, bei Galopp bis zu 70 cm. Im Vergleich: Katzenabdrücke sind ähnlich groß, zeigen aber nur 4 Zehen ohne Krallen.
Darf man Marder einfach lebendig fangen?
Nein. Marder sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) jagdbare Wildtiere und unterliegen dem Jagdrecht. Das Fangen mit Lebendfallen ist nur mit Jagdschein oder durch Beauftragung einer Jägerschaft zulässig. Das Umsiedeln erfordert zusätzliche Genehmigungen. Wenden Sie sich an den zuständigen Jagdpächter oder das Ordnungsamt.
Hygiene-Hinweis bei Kontakt mit Marder-Kot
Marder-Kot und -urin können Krankheitserreger wie Salmonellen, Toxoplasmose und andere Parasiten enthalten. Betreten Sie kontaminierte Bereiche (Dachboden, Garage) ausschließlich mit Schutzkleidung (Einwegoverall), Nitrilhandschuhen und einer FFP2-Atemschutzmaske. Kot und kontaminiertes Material nicht mit bloßen Händen anfassen. Nach Arbeiten in belasteten Bereichen Hände gründlich waschen und Schutzkleidung sorgfältig entsorgen. Bei Hautreizungen oder Atemwegsproblemen nach Arbeiten im Dachboden einen Arzt aufsuchen.
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