Bornavirus & Spitzmaus in Deutschland
Das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) stammt von der Feldspitzmaus und kann beim Menschen eine tödliche Gehirnentzündung verursachen. Bis Anfang Juli 2026 meldete Bayern fünf Fälle, alle tödlich. Fakten, Risikogebiete und Schutzmaßnahmen.
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Bornavirus auf einen Blick
Das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) ist vor allem in Bayern endemisch; sein einziges bekanntes natürliches Reservoir ist die Feldspitzmaus (Crocidura leucodon). Wie es auf den Menschen übergeht, ist nicht geklärt. Eine Infektion verursacht eine schwere Enzephalitis (Gehirnentzündung) – über 90 % der bekannten Fälle verliefen tödlich. Alles Wichtige zum Erreger erklärt der Ratgeber Bornavirus in Bayern: Feldspitzmaus und Schutz; in welchen Bundesländern es Fälle gab, zeigt die Bornavirus-Karte der Risikogebiete.
Der wichtigste Schutz ist das Meiden von Kontakt mit Spitzmäusen und ihren Ausscheidungen. Das LGL empfiehlt Handschuhe, bei Staub eine FFP2-Maske und feuchtes statt trockenes Reinigen; welche Arbeiten im Garten dazugehören, zeigt Bornavirus im Garten. Tote Spitzmäuse nie mit bloßen Händen berühren. Wie man Spitzmäuse von Hausmäusen unterscheidet, erklärt Spitzmaus oder Maus? Erkennen und meiden; welche Anzeichen nach möglichem Kontakt ernst zu nehmen sind, Bornavirus-Symptome beim Menschen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Bornavirus (BoDV-1)?
Das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) ist ein Virus aus der Familie der Bornaviridae, das eine schwere Gehirnentzündung (Enzephalitis) verursacht. Als Erreger der Borna’schen Krankheit bei Pferden und Schafen ist es seit Langem bekannt; dass es auch Menschen tödlich erkranken lässt, ist erst seit 2018 gesichert. Über 90 % der bekannten Fälle verliefen tödlich. Eine Impfung oder spezifische Therapie gibt es bisher nicht.
Wie überträgt sich das Bornavirus auf Menschen?
Das ist nicht geklärt. Die Feldspitzmaus scheidet das Virus mit Urin, Kot und Speichel aus. Als denkbare Wege nennt das Bayerische Landesamt für Gesundheit (LGL) direkten Kontakt oder Biss, eine Schmierinfektion über verunreinigte Erde, eingeatmeten Staub sowie verunreinigte Lebensmittel oder Wasser. In einer Befragung zu 20 Todesfällen fand sich kein einziger direkter Spitzmaus-Kontakt – die Ansteckung passiert offenbar unbemerkt in der Umgebung des Hauses. Von Mensch zu Mensch wurde das Virus nur bei Organtransplantationen übertragen.
Welche Tiere übertragen das Bornavirus in Deutschland?
Das einzige bekannte natürliche Reservoir ist die Feldspitzmaus (Crocidura leucodon). Sie trägt das Virus, ohne selbst zu erkranken. In einer Untersuchung von 157 toten Spitzmäusen verschiedener Arten steckte das Virus nur in Feldspitzmäusen. Pferde, Schafe oder Alpakas können erkranken, geben das Virus aber nicht weiter. Dass Katzen es übertragen, die Spitzmäuse fangen, ist theoretisch denkbar, aber nicht nachgewiesen.
Was sind die Symptome einer Bornavirus-Infektion?
Erste Symptome ähneln einer Grippe: Fieber, Kopfschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl. Danach folgen rasch neurologische Ausfälle wie Verhaltensauffälligkeiten, Sprach- und Gangstörungen, Verwirrtheit und eine zunehmende Bewusstseinstrübung bis zum Koma. Ins Krankenhaus kamen die Betroffenen im Mittel rund zehn Tage nach den ersten Beschwerden. Wie lange die Zeit zwischen Ansteckung und ersten Symptomen ist, weiß man nicht. Fast alle bekannten Fälle verliefen tödlich.
Wo ist das Bornavirus in Deutschland verbreitet?
In Bayern kommt BoDV-1 laut LGL nahezu flächendeckend in Feldspitzmäusen vor, nur aus dem Nordwesten Bayerns fehlen Nachweise. Weitere Endemiegebiete liegen in Teilen von Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen sowie in kleinen Teilen Österreichs, der Schweiz und Liechtensteins. Über 90 % der seit 2020 gemeldeten menschlichen Fälle stammen aus Bayern; 2026 zählte Bayern bis Anfang Juli fünf Fälle, alle tödlich. Einzelfälle gab es in Brandenburg, Thüringen und Niedersachsen, in NRW und im übrigen Norden bisher keinen.
Wie schütze ich mich vor dem Bornavirus?
Der wichtigste Schutz besteht darin, Kontakt mit lebenden und toten Spitzmäusen und ihren Ausscheidungen zu vermeiden. Das LGL empfiehlt beim Reinigen Gummihandschuhe, bei Staubentwicklung eine eng anliegende Maske wie FFP2 und möglichst eine Schutzbrille. Staubige Bereiche feucht statt trocken reinigen, verunreinigte Flächen desinfizieren. Tote Spitzmäuse nie mit bloßen Händen berühren, mit Desinfektionsmittel einsprühen und in einem verschlossenen Beutel über den Restmüll entsorgen.
Gibt es eine Behandlung bei Bornavirus-Infektion?
Es gibt bisher keine spezifische Therapie gegen BoDV-1. Die Behandlung erfolgt symptomatisch auf der Intensivstation. Antivirale Medikamente wie Ribavirin wurden in Einzelfällen versucht, ohne belegten Erfolg. Auch eine Schutzimpfung gibt es nicht. Deshalb ist Prävention – also das Meiden von Kontakt mit Spitzmäusen – der einzige wirksame Schutz.