Wohnschutz
Geschützte Art § 44 BNatSchG 5 Ratgeber

Hornissen im Garten & Haus

Die Europäische Hornisse ist Deutschlands einzige heimische Hornissenart und ein wertvoller Nützling – sie steht unter strengem Naturschutz. Alle Ratgeber zu Erkennung, Schutzabstand, Nest melden und sicherem Zusammenleben mit Hornissen.

5 Artikel
Geschützte Art § 44 BNatSchG — Nest entfernen verboten Schutzabstand: mindestens 4 Meter Stich schmerzhaft, weniger aggressiv als Wespen Nützling: fressen Fliegen, Wespen, Käfer

Alle Ratgeber zum Thema Hornissen

Verwandte Themen

Hornissen in Deutschland – was Sie wissen müssen

Die Europäische Hornisse (Vespa crabro) ist die einzige in Deutschland heimische Hornissenart und ein ökologisch wertvoller Nützling: Eine Kolonie vertilgt täglich bis zu 500 Gramm Insekten – darunter Fliegen, Wespen und Käfer – und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur natürlichen Schädlingsregulierung. Seit 1987 steht die Hornisse unter dem strengen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes (§ 44 BNatSchG). Das bedeutet: Nester dürfen weder entfernt noch beschädigt werden, und das absichtliche Töten von Hornissen ist als Ordnungswidrigkeit bußgeldbewehrt. Wer ein Nest im Garten, Dachboden oder Rollladenkasten entdeckt, ist gesetzlich verpflichtet, es zu dulden – solange keine konkrete Gefährdung vorliegt.

Im Alltag reicht es in den meisten Fällen, einen Schutzabstand von mindestens vier Metern zum Nest einzuhalten und ruhiges Verhalten in der Nestumgebung zu wahren. Hornissen stechen fast ausschließlich zur Verteidigung und sind im Vergleich zu Wespen deutlich friedfertiger. Wer ein Nest nicht dulden kann – etwa wegen einer Hornissenallergie im Haushalt – beantragt eine Umsiedlungsgenehmigung bei der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde. Der NABU (Naturschutzbund Deutschland) und lokale Imkervereine vermitteln in vielen Regionen kostenlos zertifizierte Hornissenbetreuer, die bei Umsiedlungen helfen und Behördenformulare erklären.

Häufig gestellte Fragen zu Hornissen

Wie erkenne ich Hornissen?

Die Europäische Hornisse (Vespa crabro) ist die einzige in Deutschland heimische Hornissenart und deutlich größer als eine Wespe – Arbeiterinnen erreichen 18–25 mm, die Königin bis zu 35 mm. Das Farbmuster ist rötlich-braun und gelb, ohne das klare Schwarz-Weiß-Kontrast-Muster der Wespe. Hornissen fliegen auch nachts und werden von Lichtquellen angezogen. Der charakteristische Nestbau aus graubrauner Papiermasse in Hohlräumen – etwa in Baumhöhlen, Dachböden oder Rollladenkästen – ist ein weiteres sicheres Erkennungsmerkmal.

Darf ich ein Hornissennest entfernen?

Nein. Die Europäische Hornisse steht unter dem strengen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes (§ 44 BNatSchG). Das eigenmächtige Entfernen, Zerstören oder Beschädigen von Hornissennestern ist verboten und kann mit Bußgeldern von bis zu 65.000 Euro geahndet werden. Eine Umsiedlung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde erlaubt – und nur, wenn eine konkrete, nachgewiesene Gefährdung vorliegt. Wenden Sie sich an Ihren lokalen Imkerverein oder Naturschutzbund (NABU), der häufig kostenlose Beratung und Umsiedlungen vermittelt.

Wie viel Abstand brauche ich zum Hornissennest?

Experten empfehlen einen Mindestschutzabstand von vier Metern zum Nest. Innerhalb dieses Radius können Hornissen das Nest als bedroht wahrnehmen und stechen. Vermeiden Sie außerdem starke Erschütterungen, laute Geräusche und hektische Bewegungen in Nestnähe. Direkt vor dem Nesteingang sollten keine Hindernisse im Flugkorridor aufgestellt werden. Wenn Arbeiten in der Nähe des Nests notwendig sind, führen Sie diese möglichst morgens durch, wenn die Außentemperaturen kühl und die Hornissen weniger aktiv sind.

Sind Hornissen gefährlich?

Hornissen sind trotz ihres Rufs deutlich weniger aggressiv als Wespen und stechen in der Regel nur zur Verteidigung des Nests oder wenn sie sich direkt bedroht fühlen. Ihr Stich ist schmerzhafter als ein Wespenstich, da Hornissen mehr Gift injizieren – für gesunde Erwachsene ohne Allergie ist ein einzelner Stich jedoch ungefährlich. Gefährlich werden Hornissen bei einer Insektengiftallergie, bei Stichen im Mund- und Rachenraum sowie bei einer großen Anzahl gleichzeitiger Stiche. Das alte Sprichwort, sieben Hornissenstiche töteten ein Pferd, ist wissenschaftlich widerlegt.

Wann verlassen Hornissen ihr Nest?

Hornissen sind Jahresinsekten: Die Kolonie startet im Frühjahr (April/Mai), wenn eine überwinterte Königin allein ein neues Nest gründet. Von Juni bis September wächst das Volk auf mehrere Hundert Tiere. Im Oktober/November sterben alle Arbeiterinnen und die alte Königin ab; nur befruchtete Jungköniginnen überwintern im Schutz von Rinde oder Hohlräumen. Das verlassene Nest wird nicht wiederverwendet und darf nach dem Ende der Saison – frühestens ab November – entfernt werden.

Was tun bei Hornissenstich mit Allergie?

Bei bekannter Insektengiftallergie sollten Sie immer ein ärztlich verordnetes Notfallset (Adrenalin-Autoinjektor, Antihistaminikum und Kortison) bei sich tragen und es sofort anwenden. Rufen Sie unverzüglich den Notruf 112, wenn nach dem Stich Symptome wie Atemnot, Schluckbeschwerden, Schwindel, Herzrasen, Schwellungen im Gesicht oder ein starker Blutdruckabfall auftreten – das sind Zeichen eines anaphylaktischen Schocks, der lebensbedrohlich ist. Ohne bekannte Allergie: Stichstelle kühlen, Antihistaminika-Creme auftragen und die nächsten 30 Minuten beobachten.