Wohnschutz
Trinkwasser & Wasserqualität 17 Min. Lesezeit

Legionellen im Trinkwasser: Gefahr erkennen und richtig vorbeugen

Legionellen sind ein Warmwasser-Thema, keine Frage des Trinkens. Wie die Ansteckung über Aerosole funktioniert, was die 60-Grad-Regel leistet und wann eine Legionellenprüfung Pflicht ist.

Von Vyacheslav Levchenko Quellen: RKI, UBA, BfR u. a.
Warmes Wasser strömt mit feinem Sprühnebel aus einem Duschkopf in einer Badezimmerdusche

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder wasserhygienische Beratung. Bei Symptomen einer Lungenentzündung, bei einem bestätigten Legionellenbefund oder wenn gefährdete Personen im Haushalt leben, wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt, an Ihren Wasserversorger oder an das zuständige Gesundheitsamt.

Die kurze Antwort

Legionellen sind ein Thema des Warmwassers, nicht des Trinkens. Die Bakterien vermehren sich in lauwarmem, stehendem Wasser – vor allem in Warmwasserspeichern und selten genutzten Leitungen. Gefährlich werden sie erst, wenn feine Wassertröpfchen entstehen und eingeatmet werden, etwa unter der Dusche. Ein Glas Leitungswasser zu trinken ist praktisch kein Ansteckungsweg.

Daraus folgt die wichtigste Schutzmaßnahme, und sie ist rein technisch: Das Warmwasser sollte am Speicher mindestens 60 Grad Celsius erreichen und in den Leitungen nirgends unter 55 Grad fallen. In diesem Bereich vermehren sich Legionellen nicht mehr. Das meiste liegt damit nicht an einem Gerät, das Sie kaufen, sondern an der richtigen Temperatur und daran, dass Wasser nicht tagelang in Leitungen steht.

Dieser Artikel erklärt, wo Legionellen herkommen, wie die Ansteckung tatsächlich abläuft, welche Krankheit sie auslösen und für wen sie gefährlich ist – und dann die praktische Seite: die 60-Grad-Regel, wann eine Legionellenprüfung gesetzlich vorgeschrieben ist und wie Sie im eigenen Haushalt vorgehen. Wie sich das Thema in die gesamte deutsche Trinkwasserqualität einordnet, lesen Sie im Überblick Wasserqualität in Deutschland.

Was Legionellen sind und wo sie wachsen

Legionellen sind Bakterien, die natürlicherweise in geringer Zahl in Süßwasser vorkommen. Zum Problem werden sie erst, wenn sie ideale Bedingungen finden, um sich stark zu vermehren – und die liefert ausgerechnet die Haustechnik. Entscheidend ist die Temperatur:

Legionellen und die Wassertemperatur

  1. 25 bis 45 Grad – ideale Vermehrung

    In diesem lauwarmen Bereich vermehren sich Legionellen am stärksten. Genau hier liegt schlecht eingestelltes Warmwasser oder ungenutztes, langsam abkühlendes Wasser in den Leitungen.

  2. Über 55 Grad – Wachstum gehemmt

    Ab etwa 55 Grad wird die Vermehrung deutlich gebremst, bei 60 Grad und mehr sterben die Bakterien mit der Zeit ab. Deshalb ist die Speichertemperatur der zentrale Hebel.

  3. Unter 25 Grad – Kaltwasser sauber halten

    Kaltwasser sollte kühl bleiben. Wird es durch fehlende Isolierung oder Sommerhitze über 25 Grad warm, können sich auch dort Legionellen vermehren.

  4. Stillstand ist der Verstärker

    Wasser, das tage- oder wochenlang in Leitungen steht, kühlt in den kritischen Bereich ab und bietet Zeit zur Vermehrung. Selten genutzte Stränge und Gästebäder sind typische Schwachstellen.

Man sieht daran schon: Legionellen sind kein Zeichen für schlechtes Wasser vom Versorger. Das Wasser verlässt das Werk einwandfrei – die Vermehrung passiert erst in der Hausinstallation, im Warmwasserbereiter und in den Leitungen des Gebäudes. Verantwortlich für diesen Bereich ist die Eigentümerseite, nicht der Versorger.

Wie man sich ansteckt – über die Luft, nicht übers Trinken

Der häufigste Irrtum bei diesem Thema betrifft den Ansteckungsweg. Man infiziert sich nicht durch das Trinken von legionellenhaltigem Wasser, sondern durch das Einatmen feiner Wassertröpfchen – sogenannter Aerosole. Diese entstehen überall dort, wo Wasser zerstäubt wird: unter der Dusche, an Wasserhähnen mit Strahlregler, in Whirlpools, Klimaanlagen mit Wasserkühlung oder Luftbefeuchtern.

Deshalb ist die Dusche der klassische Ort. Warmes, zerstäubtes Wasser, das nach längerer Standzeit aus dem Duschkopf kommt, ist die typische Quelle. Ebenso wichtig: Legionellen werden nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Ein erkrankter Angehöriger steckt niemanden im Haushalt direkt an – die Quelle ist immer das Wassersystem, nicht die andere Person.

Für den Alltag heißt das: Der wirksamste Ansatzpunkt ist, dort anzusetzen, wo Aerosole entstehen und wo Wasser lange steht. Genau das greifen die praktischen Maßnahmen weiter unten auf.

Ein Warmwasserspeicher mit Temperaturregler in einem Hauswirtschaftsraum
Der Warmwasserspeicher ist der zentrale Ort: Wird er dauerhaft unter 60 Grad betrieben, entsteht der kritische Temperaturbereich.

Legionärskrankheit und Pontiac-Fieber

Eine Infektion mit Legionellen kann zwei sehr unterschiedliche Krankheitsbilder auslösen. Der Unterschied ist wichtig, weil er von harmlos bis lebensbedrohlich reicht.

Die Legionärskrankheit ist eine schwere Form der Lungenentzündung. Sie zeigt sich mit Husten, hohem Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen und einem schweren Krankheitsgefühl; teils kommen Verwirrtheit oder Durchfall hinzu. Die Inkubationszeit beträgt meist 2 bis 10 Tage. Sie ist ein ernster Notfall und gehört ärztlich behandelt – unbehandelt kann sie tödlich verlaufen.

Das Pontiac-Fieber dagegen verläuft deutlich milder: ein grippeähnlicher Infekt mit Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und trockenem Husten, aber ohne Lungenentzündung. Die Beschwerden treten schon nach Stunden bis wenigen Tagen auf und klingen meist von selbst wieder ab.

Beide Formen sind in Deutschland meldepflichtig: Ein ärztlich festgestellter Fall wird dem Gesundheitsamt gemeldet, das der Quelle nachgeht. Wichtig für Sie als Betroffene oder Betroffener: Wenn Sie einige Tage nach dem Duschen an einem fremden Ort oder nach einer Reise eine Lungenentzündung entwickeln, gehört der Hinweis auf einen möglichen Legionellen-Kontakt in das Arztgespräch – das erleichtert die richtige Diagnose.

Eine Legionärskrankheit ist ein medizinischer Notfall. Bei hohem Fieber mit Husten und Atembeschwerden, besonders nach möglichem Kontakt mit zerstäubtem Wasser, suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe. Dieser Artikel ersetzt keine Diagnose.

Wer besonders gefährdet ist

Nicht jeder Mensch erkrankt nach einem Kontakt mit Legionellen. Ob eine Infektion entsteht, hängt von der Menge der eingeatmeten Bakterien und vor allem vom Zustand des Immunsystems ab. Für gesunde jüngere Erwachsene ist das Risiko gering. Deutlich höher liegt es bei folgenden Gruppen:

Erhöhtes Risiko besteht vor allem bei

  • Älteren Menschen – mit steigendem Alter nimmt die Anfälligkeit deutlich zu
  • Rauchern und Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem, etwa durch Erkrankung oder Medikamente wie Kortikosteroide
  • Personen mit schweren Grunderkrankungen wie Diabetes oder Nieren- und Herzleiden
  • Männern – sie erkranken statistisch häufiger als Frauen

Für Haushalte, in denen solche Personen leben, lohnt sich mehr Aufmerksamkeit: konsequente 60 Grad am Speicher, keine dauerhaft abgesenkte Warmwassertemperatur zum Energiesparen und im Zweifel eine Untersuchung. Das ist kein Grund zur Angst, sondern ein Grund, die einfachen technischen Regeln ernst zu nehmen.

Die 60-Grad-Regel: der wichtigste Schutz

Wenn Sie nur eine Sache aus diesem Artikel umsetzen, dann diese: die richtige Temperatur. Sie ist wirksamer als jedes Zusatzgerät, weil sie an der Ursache ansetzt – der Vermehrung. Die Fachregeln lauten:

Ort im System Zieltemperatur Warum
Warmwasserspeicher / -bereiter mindestens 60 °C Bei 60 Grad vermehren sich Legionellen nicht mehr und sterben mit der Zeit ab
Warmwasserleitungen im Haus nirgends unter 55 °C Auch auf dem Weg zur Zapfstelle darf das Wasser nicht in den kritischen Bereich abkühlen
Kaltwasserleitungen unter 25 °C halten Warmes Kaltwasser ist ebenfalls ein Nährboden – Leitungen isolieren und regelmäßig nutzen

Ein häufiger Fehler ist das dauerhafte Absenken der Warmwassertemperatur, um Energie zu sparen. Das ist bei zentralen Speichern riskant: Wer den Speicher konstant auf 50 Grad hält, schafft genau den Bereich, in dem Legionellen gedeihen. Die Energieersparnis wird mit einem hygienischen Risiko erkauft. Ob und wie sich die Temperatur sicher absenken lässt, hängt von der Anlage ab und gehört in die Hand des Fachbetriebs.

Ob Ihr Warmwasser die 60 Grad tatsächlich erreicht, können Sie einfach selbst prüfen – mit einem Thermometer am Wasserhahn, nachdem das warme Wasser einige Zeit gelaufen ist.

Wann eine Legionellenprüfung Pflicht ist

Für einen Teil der Wohngebäude schreibt die Trinkwasserverordnung eine regelmäßige Legionellenuntersuchung vor. Ob Ihre Anlage darunterfällt, hängt von zwei Dingen ab: der Größe der Warmwasseranlage und davon, ob das Wasser an Dritte abgegeben wird – etwa im Rahmen einer Vermietung.

Als untersuchungspflichtige Großanlage gilt eine Anlage mit einem Warmwasserspeicher von mehr als 400 Litern Inhalt oder mit mehr als 3 Litern Wasser in der Leitung zwischen Erwärmer und Zapfstelle. Wird das Wasser öffentlich oder gewerblich abgegeben, greift die Prüfpflicht:

Anlage / Nutzung Beispiel Prüfintervall
Vermietetes Mehrfamilienhaus mit Großanlage Wohnungsvermietung durch Eigentümer oder Verwaltung alle 3 Jahre
Öffentliche oder gewerbliche Abgabe Hotel, Krankenhaus, Pflegeheim, Schule, Fitnessstudio jährlich
Selbst genutztes Ein- oder Zweifamilienhaus Eigentümer wohnt selbst, keine Vermietung keine gesetzliche Pflicht – 60-Grad-Regel genügt

Der Maßstab bei der Untersuchung ist der technische Maßnahmenwert von 100 koloniebildenden Einheiten pro 100 Milliliter. Wird er an mindestens einer Probenahmestelle erreicht oder überschritten, bestehen Anzeige- und Handlungspflichten: Das Labor meldet an das Gesundheitsamt, die Ursache muss gefunden und die Anlage saniert werden. Im selbst genutzten Eigenheim gibt es diese Pflicht nicht – hier tragen Sie selbst Verantwortung, und die 60-Grad-Regel ist Ihr Werkzeug. Warum die Verantwortung an der Übergabestelle vom Versorger auf die Eigentümerseite übergeht, erklärt der Überblick zur Wasserqualität in Deutschland.

Legionellen testen lassen

Außerhalb der Prüfpflicht kann eine freiwillige Untersuchung sinnvoll sein – etwa wenn gefährdete Personen im Haushalt leben, wenn nach längerem Leerstand wieder eingezogen wird oder wenn ein konkreter Anlass besteht. Anders als bei Härte oder Kalk taugt hier kein einfacher Teststreifen: Legionellen werden im Labor durch Anzüchtung einer Wasserprobe bestimmt, das braucht Fachlabor und mehrere Tage.

Für den privaten Weg gibt es Test-Sets, mit denen Sie selbst eine Probe an Warmwasser-Zapfstellen ziehen und an ein akkreditiertes Labor einsenden. Wichtig ist die richtige Probenahme, sonst ist das Ergebnis wertlos: an der definierten Stelle, nach Anleitung, ohne die Probe zu verunreinigen. Die Kosten liegen je nach Umfang etwa im Bereich einer mittleren zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Summe. Wie sich die Verfahren insgesamt unterscheiden und was bei der Probenahme schiefgeht, erklärt der Ratgeber Trinkwasser testen.

Eine Wasserprobe wird in ein kleines Probenröhrchen an einem Warmwasserhahn gefüllt
Aussagekräftig ist eine Legionellenprobe nur bei sauberer, fachgerechter Probenahme an der Warmwasser-Zapfstelle.

Ein positiver Befund ist kein Grund zur Panik, aber ein klarer Handlungsauftrag: Zunächst die Temperaturen prüfen und anheben, selten genutzte Leitungen spülen, und bei höheren Werten einen Fachbetrieb sowie – in prüfpflichtigen Anlagen – das Gesundheitsamt einbinden. Welche Sanierung nötig ist, richtet sich nach der Höhe der gemessenen Belastung und der Bauart der Anlage.

Praktische Maßnahmen an Dusche und Leitung

Zwischen der reinen Temperaturregel und einer Laboruntersuchung gibt es einfache Handgriffe, die das Risiko im Alltag senken – besonders in Haushalten mit gefährdeten Personen:

Was Sie im Alltag tun können

  • Nach längerer Abwesenheit alle Zapfstellen kräftig spülen: erst Kaltwasser, dann Warmwasser einige Minuten laufen lassen – dabei den Raum verlassen, um Aerosole zu meiden
  • Selten genutzte Bäder und Gäste-WCs regelmäßig durchspülen, damit kein Wasser tagelang steht
  • Den Duschkopf und Perlatoren regelmäßig entkalken und reinigen – Kalk und Biofilm bieten Legionellen Unterschlupf
  • Warmwasser nicht dauerhaft absenken; wer Energie sparen will, klärt die sichere Einstellung mit dem Fachbetrieb
  • In Risikohaushalten den Duschkopf ganz zu Beginn kurz mit heißem Wasser durchspülen, bevor die eigentliche Person duscht

Für besonders gefährdete Personen gibt es zusätzlich technische Hilfen: Duschköpfe mit Filter oder endständige Sterilfilter halten Bakterien direkt an der Austrittsstelle zurück. Sie sind kein Ersatz für die richtige Temperatur, können aber in Risikohaushalten eine sinnvolle Ergänzung sein – vor allem übergangsweise, bis die Anlage in Ordnung gebracht ist.

Wie sich Kalk und Biofilm an Duschkopf und Armaturen am einfachsten entfernen lassen, zeigt der Ratgeber Kalk im Wasser. Und ob für Ihr Trinkwasser darüber hinaus ein Filter sinnvoll ist, klärt der Beitrag Wasserfilter sinnvoll?.

Fazit: Temperatur schlägt Technik

Legionellen sind ein beherrschbares Problem, wenn man weiß, worauf es ankommt. Sie sind ein Warmwasser-Thema, keine Frage des Trinkens, und die Ansteckung läuft über eingeatmete Aerosole – vor allem beim Duschen. Der mit Abstand wirksamste Schutz ist die Temperatur: mindestens 60 Grad am Speicher, nirgends unter 55 Grad in der Leitung, Kaltwasser kühl halten.

Für vermietete und öffentlich genutzte Großanlagen schreibt die Trinkwasserverordnung regelmäßige Prüfungen vor; im selbst genutzten Eigenheim liegt die Verantwortung bei Ihnen, und die 60-Grad-Regel genügt in aller Regel. Zusatzgeräte wie Thermometer, Test-Sets oder Duschfilter sind hilfreiche Werkzeuge – aber sie ergänzen die richtige Temperatur, sie ersetzen sie nicht. Wie sich Legionellen neben Blei, Kalk und PFAS in das Gesamtbild einfügen, ordnet der Überblick Wasserqualität in Deutschland ein.

Häufige Fragen

Kann ich mich durch Trinken von Leitungswasser mit Legionellen anstecken?

Praktisch nicht. Legionellen werden durch das Einatmen feiner Wassertröpfchen übertragen, also durch Aerosole beim Duschen, an Wasserhähnen oder in Whirlpools. Das Trinken von Wasser ist kein relevanter Ansteckungsweg. Deshalb ist Warmwasser das eigentliche Thema, nicht das kalte Trinkwasser.

Bei welcher Temperatur sterben Legionellen ab?

Ab etwa 55 Grad Celsius wird das Wachstum stark gehemmt, bei 60 Grad und mehr sterben die Bakterien mit der Zeit ab. Deshalb sollte der Warmwasserspeicher mindestens 60 Grad erreichen und das Wasser in den Leitungen nirgends unter 55 Grad fallen. Zwischen etwa 25 und 45 Grad vermehren sich Legionellen dagegen am stärksten.

Ist eine Legionellenprüfung für mich Pflicht?

Das hängt von der Anlage und der Nutzung ab. Vorgeschrieben ist die Prüfung für Großanlagen – Speicher über 400 Liter oder mehr als 3 Liter Leitungsinhalt bis zur Zapfstelle – wenn das Wasser an Dritte abgegeben wird. Vermietete Mehrfamilienhäuser werden alle 3 Jahre geprüft, öffentliche oder gewerbliche Anlagen jährlich. Im selbst genutzten Ein- oder Zweifamilienhaus besteht keine gesetzliche Pflicht.

Was ist der technische Maßnahmenwert bei Legionellen?

Der technische Maßnahmenwert liegt bei 100 koloniebildenden Einheiten pro 100 Milliliter. Wird er bei einer Untersuchung an mindestens einer Probenahmestelle erreicht oder überschritten, bestehen Anzeige- und Handlungspflichten: Das Labor meldet an das Gesundheitsamt, die Ursache muss gefunden und die Anlage saniert werden.

Wie gefährlich ist die Legionärskrankheit?

Die Legionärskrankheit ist eine schwere Lungenentzündung mit hohem Fieber, Husten und Schüttelfrost und muss ärztlich behandelt werden; unbehandelt kann sie tödlich verlaufen. Die Inkubationszeit beträgt meist 2 bis 10 Tage. Das mildere Pontiac-Fieber verläuft grippeähnlich ohne Lungenentzündung und klingt meist von selbst ab. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Raucher und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Darf ich die Warmwassertemperatur zum Energiesparen absenken?

Bei zentralen Warmwasserspeichern ist ein dauerhaftes Absenken unter 60 Grad hygienisch riskant, weil es genau den Vermehrungsbereich der Legionellen schafft. Kleine dezentrale Durchlauferhitzer, die kein Wasser bevorraten, sind unkritischer. Ob sich die Temperatur in Ihrer Anlage sicher senken lässt, sollten Sie mit einem Fachbetrieb klären.

Wie kann ich Legionellen selbst testen?

Ein einfacher Teststreifen genügt bei Legionellen nicht – sie werden im Labor durch Anzüchtung einer Wasserprobe bestimmt. Für den privaten Weg gibt es Test-Sets, bei denen Sie nach Anleitung eine Warmwasserprobe ziehen und an ein akkreditiertes Labor einsenden. Entscheidend ist die korrekte, saubere Probenahme, sonst ist das Ergebnis nicht aussagekräftig.

Die Angaben in diesem Artikel ersetzen keine ärztliche Diagnose und keine wasserhygienische Untersuchung. Bei Verdacht auf eine Legionelleninfektion, bei einem positiven Befund oder wenn Säuglinge, ältere oder immungeschwächte Menschen im Haushalt leben, holen Sie ärztlichen Rat ein und wenden Sie sich an das zuständige Gesundheitsamt oder einen Fachbetrieb.

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