Vögel am Haus
Specht, Krähen und Nester an Dach, Fassade, Dachrinne und Solaranlage: Schäden verhindern, legal abwehren und den richtigen Zeitpunkt treffen.
Alle Ratgeber zu Vögel am Haus
Specht an der Fassade: Löcher in der Dämmung verhindern
Zum Ratgeber →Vögel am Haus vertreiben: Dach, Fassade und Nischen sichern
Zum Ratgeber →Vögel in der Dachrinne: Nester verhindern und Rinne sichern
Zum Ratgeber →Tauben unter der Solaranlage: Modulspalt richtig schließen
Zum Ratgeber →Verwandte Themen
Vögel am Haus auf einen Blick
Für Vögel ist ein Haus eine Felswand mit Höhlen. Dachkästen, Traufspalten, Lüftungsöffnungen, Fugen im Wärmedämmverbundsystem und der Spalt unter einer Photovoltaikanlage entsprechen genau dem, was Höhlen- und Nischenbrüter suchen. Für Eigentümer bedeuten dieselben Stellen verstopfte Dachrinnen, verschmutzte Fassaden, Lärm über der Schlafzimmerdecke und im ungünstigen Fall Feuchteschäden in der Dämmung.
Die Lösung liegt fast nie im Vertreiben, sondern im Verschließen der Stelle – zum richtigen Zeitpunkt und ohne einen rechtlich geschützten Nistplatz zu zerstören. Welche Art wo nistet und welche Maßnahme an welcher Stelle wirkt, ordnet der Ratgeber Vögel am Haus vertreiben. Die vier häufigsten Einzelfälle behandeln eigene Ratgeber: Specht an der Fassade für Löcher in der Wärmedämmung, Vögel in der Dachrinne für Nistmaterial und Verstopfung, Tauben unter der Solaranlage für den Modulspalt und Krähen und Elstern vertreiben für Rabenvögel im Garten.
Rechtlich gilt durchgehend derselbe Rahmen: Vertreiben ohne Verletzung ist erlaubt, Fangen und Töten nicht, und besetzte Nester bleiben unangetastet. Bei Stadttauben, die als einzige Art dauerhaft Balkone besiedeln, gibt es einen eigenen Themenbereich unter Tauben & Taubenabwehr.
Häufig gestellte Fragen
Wann darf ich am Haus etwas gegen Vögel unternehmen?
Bauliche Maßnahmen gehören zwischen September und Februar, weil dann bei den meisten Arten keine Brut betroffen ist. Landeflächen wie Firstkante oder Rinnenrand dürfen Sie ganzjährig sichern. Kontrollieren Sie vor jedem Verschluss die Öffnung mit einer Lampe: Ein zugemachter Zugang mit Jungtieren dahinter ist nicht nur rechtswidrig, sondern führt zu verendenden Tieren in der Konstruktion – mit Geruch, Fliegen und wandernden Vogelmilben als Folge.
Welche Nester dürfen nie entfernt werden?
Alle besetzten Nester während der Brut- und Aufzuchtzeit. Darüber hinaus gelten Fortpflanzungsstätten, die jedes Jahr erneut genutzt werden, als dauerhaft geschützt – klassisch die Lehmnester von Mehl- und Rauchschwalbe und die Brutnischen der Mauersegler. Diese dürfen auch im Winter nicht einfach abgeschlagen werden. Muss eine Sanierung sie berühren, braucht es eine Ausnahme der Unteren Naturschutzbehörde, meist verbunden mit der Auflage, Ersatzquartiere anzubringen.
Verschließen oder verscheuchen – was ist besser?
Verschließen, praktisch immer. Eine Nische, die es nicht mehr gibt, kostet keine Wartung und keine Aufmerksamkeit. Optische und akustische Abschreckung unterliegt dagegen der Gewöhnung: Bleibt die Konsequenz aus, ignorieren Vögel den Reiz nach Tagen bis Wochen. Vergrämung ist sinnvoll als Überbrückung bis zur Montage und auf Freiflächen, wo sich baulich nichts sichern lässt – nicht als Dauerlösung.
Zahlt die Versicherung Schäden durch Vögel am Gebäude?
In Standardtarifen der Wohngebäudeversicherung in der Regel nicht. Abgedeckt sind dort Feuer, Leitungswasser sowie Sturm und Hagel – Vogelschäden fallen unter keine dieser Gefahren. Einzelne Tarife bieten Zusatzbausteine für Tierschäden, die meist auf Marderbiss zugeschnitten sind. Ob Vogelschäden eingeschlossen sind, steht ausschließlich in Ihren Versicherungsbedingungen unter den Stichworten Tierschäden und Marderschäden.
Muss ich Ersatzquartiere anbieten?
Verpflichtend ist das, wenn im Zuge einer Sanierung geschützte Niststätten verloren gehen; die Auflage kommt dann von der Naturschutzbehörde. Sinnvoll ist es auch freiwillig, und zwar aus praktischen Gründen: Vögel, die in der Nähe ein akzeptables Quartier finden, hören auf, die verschlossene Stelle immer wieder zu prüfen. Bringen Sie den Ersatz räumlich getrennt vom Problembereich an, etwa an der Giebelseite statt über der Terrasse.
Warum ist Bauschaum im Traufspalt ein Fehler?
Weil der Traufspalt Teil der Dachhinterlüftung ist: Über ihn strömt Luft ein, die unter den Ziegeln nach oben zieht und Feuchtigkeit abführt. Ein luftdichter Verschluss staut Feuchte in der Konstruktion, was bis zu Schäden am Dachstuhl führen kann. Richtig sind Systeme, die Luft durchlassen und Tiere aussperren – Traufkamm oder Lüftungsprofil.