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Kleine Fliegen → 14 Min. Lesezeit

Mücken im Keller: Woher sie kommen und was hilft

Mücken im Keller sind meist überwinternde Weibchen, die nicht stechen. Bei Winterstichen Wasser suchen: trockenlegen und abdichten statt sprühen.

Von Vyacheslav Levchenko
Mehrere Stechmücken sitzen reglos an der weiß gekalkten Decke eines dämmrigen Kellers, im Hintergrund ein kleines Kellerfenster

Im Herbst oder Winter sitzen plötzlich Dutzende Mücken reglos an Kellerdecke und Wänden. In Waschküche oder Hobbyraum schwirren vielleicht zusätzlich kleinere Tiere. Beides sieht ähnlich aus, hat aber oft verschiedene Ursachen: Die großen, still sitzenden Stechmücken suchen ein Winterquartier; kleine Fliegen an Abfluss oder Blumenerde stammen meist direkt aus einer Brutquelle im Raum.

Kurz gesagt: Reglos an Decke und Wand sitzende Mücken sind fast immer bereits begattete Weibchen der Gemeinen Stechmücke, die überwintern. In der Winterruhe stechen sie nicht. Sticht es im Winter trotzdem oder sind Larven zu sehen, steht wahrscheinlich irgendwo im Gebäude Wasser. Kleine Mücken am Abfluss oder an Blumenerde sind andere Tiere. Helfen können Abdichten und das Beseitigen von Wasser — kein Insektennebel.

Inhalt · 8 Abschnitte

Welche Mücke sitzt im Keller?

Eine ruhende Stechmücke ist schlank, knapp einen Zentimeter lang, trägt vorn einen dünnen Stechrüssel und hält den Hinterleib parallel zur Wand. Sitzt sie im dunklen Teil des Kellers reglos an Decke oder Wand, spricht das im Herbst und Winter für ein überwinterndes Weibchen. Der Name Wintermücke meint dagegen eine andere Tierfamilie: Diese zarten Langbeiner tanzen an milden Tagen auch im Winter in Schwärmen, stechen aber nicht.

Schauen Sie deshalb nicht nur auf die Größe, sondern vor allem auf Fundort und Verhalten. Ein stilles Tier hoch an der Decke passt zur Überwinterung. Ein Schwarm direkt über Kübelpflanzen lenkt den Blick zur feuchten Erde, pelzige Tiere am Bodenablauf zum Abfluss. Diese Zuordnung ist wichtiger als eine Bestimmung bis zur genauen Art, weil sie sofort zeigt, ob Sie einen Zugang schließen, eine Wasserstelle suchen oder eine andere Brutquelle beseitigen müssen.

Einzelnes Stechmückenweibchen in Ruhe an einer rau verputzten Kellerwand – schlanker hellbrauner Körper, flach gefaltete Flügel, sehr lange dünne Beine, langer Stechrüssel
Typisch für ein Winterquartier: Die Stechmücke sitzt reglos an der Kellerwand. Aktiv um Abfluss oder Blumenerde schwirrende Kleintiere haben meist eine andere Quelle.

Mücken und kleine Fliegen im Keller unterscheiden

Was Sie sehen Wahrscheinlich Was zu tun ist
Schlank, knapp 1 cm, dünner Stechrüssel, reglos an Decke oder Wand, Hinterleib parallel zur Fläche Stechmücke Absaugen oder mit der Fliegenklatsche entfernen; Zugänge abdichten
Zart, langbeinig, etwa 7 mm; an milden Tagen ein tanzender Schwarm Wintermücken Harmlos, nichts zu tun; die zurückgebildeten Mundwerkzeuge stechen nicht
Winzig und pelzig, dreieckige behaarte Flügel; an der Wand neben Abfluss oder Bodenablauf Schmetterlingsmücken Brutquelle im Abfluss suchen und den Biofilm entfernen
Klein und schwarz; läuft auf feuchter Blumenerde oder kommt aus offenen Erdsäcken Trauermücken Erde und überwinternde Kübelpflanzen kontrollieren
Sehr groß, mit extrem langen Beinen Schnaken Harmlos; hinaussetzen, sie stechen nicht

Pelzige Tiere am Bodenablauf gehören zum Ratgeber Abortfliegen bekämpfen. Schwarze Tiere an Kübelpflanzen oder Erdsäcken führen zu Trauermücken bekämpfen. Sehr große Langbeiner erkennen Sie mit Schnaken in der Wohnung. So trennen Sie einen Wintergast von einem Befall mit Brutquelle.

Warum Stechmücken im Keller überwintern

In Kellern, Höhlen, Stollen und anderen unterirdischen Räumen überwintern vor allem die Gemeine Stechmücke (Culex pipiens) und die äußerlich sehr ähnliche Culex torrentium. Eine hessische Untersuchung sammelte 8.750 Culex-Mücken. Darunter waren nur 22 Männchen, und keines davon wurde im Winter gefunden. Im Keller sitzen also praktisch nur Weibchen, die bereits im Herbst begattet wurden.

Ab Anfang Oktober beziehen sie ihr Quartier. Dort wählen sie bevorzugt die dunklen Bereiche an Wänden und Decken, nicht den helleren Eingang. Während der Winterruhe, der Diapause, nehmen sie Zucker statt Blut auf und stechen nicht. Ein warmer März kann den Ausflug im Frühjahr vorziehen.

Viele Tiere an derselben Kellerdecke bedeuten daher nicht automatisch, dass sie sich dort vermehrt haben. Der Raum bündelt lediglich Weibchen, die dasselbe geschützte Quartier gewählt haben. Entscheidend ist, ob die Tiere ruhig sitzen oder aktiv fliegen und ob irgendwo Larven im Wasser vorkommen. Erst diese Beobachtungen trennen die gewöhnliche Überwinterung von einer Brutquelle im Gebäude.

Warum gerade der Keller passt, zeigt eine Untersuchung aus den Niederlanden. In Wohnhäusern mit gemessenen 8,8 bis 23,7 °C starben alle beobachteten Mücken innerhalb von rund vier Monaten. In Schuppen mit −2,7 bis 17 °C überlebten mehr als 70 % länger als vier Monate. Ein kühler, feuchter Keller ist deshalb ein geeignetes Winterquartier; die warme Wohnung ist es nicht.

Stiche im Winter? Dann Wasser im Gebäude suchen

Von Culex pipiens gibt es die äußerlich nicht unterscheidbare Form molestus. Sie bleibt im Winter aktiv, saugt Blut und brütet in Wasser unter der Erde, darunter unterirdische Wasseransammlungen und gelegentlich Abflüsse. Ihre erste Eiablage kann sie sogar ohne Blutmahlzeit schaffen. In der hessischen Untersuchung kam sie in Kellern und Höhlen allerdings selten vor.

Die praktische Trennlinie ist einfach: Ruhende Tiere an Wand und Decke sind Wintergäste. Stiche im Winter oder sichtbare Larven sprechen für eine Wasserquelle im Gebäude. Prüfen Sie dann systematisch:

  • Pumpensumpf und Hebeanlage
  • Revisions- und Kontrollschächte
  • einen übergelaufenen Kellerschacht
  • stehendes Wasser im Lichtschacht
  • eine offene Regentonne oder einen Eimer im Keller
  • den Kondenswasserbehälter eines Geräts

Gehen Sie die Liste vollständig durch, auch wenn die erste sichtbare Pfütze klein wirkt. Ein trockener Kellerboden schließt Wasser in einem abgedeckten Schacht, einer Anlage oder einem Behälter nicht aus. Prüfen Sie deshalb nicht nur den Raum, in dem die Mücken auffallen, sondern alle genannten Wasserstellen im Gebäude. Der Fundort der erwachsenen Mücke muss nicht mit der Wasseransammlung identisch sein.

Offener Pumpensumpf im Kellerboden mit stehendem Wasser, der mit einer Taschenlampe kontrolliert wird
Bei Stichen im Winter beginnt die Suche am Wasser: Pumpensumpf, Schächte und Kondenswasserbehälter können eine Brutquelle im Gebäude bilden.

Leeren oder trocknen Sie die Stelle, sofern sie nicht technisch Wasser führen muss. Pumpensumpf, Hebeanlage und notwendige Wasserbehälter brauchen eine dicht schließende Abdeckung. Für Wasserquellen außerhalb des Gebäudes gilt der Ratgeber Mücken im Garten: stehende Gewässer.

Mücken im Keller loswerden

Einzelne überwinternde Tiere lassen sich leicht mechanisch entfernen. Sie sitzen reglos und können mit der Fliegenklatsche oder dem Staubsauger aufgenommen werden. Wer sie sitzen lässt, hat im Frühjahr die Weibchen im Umfeld, die als erste Eier legen. Das Entfernen ist rechtlich unproblematisch: Stechmücken haben keinen Schutzstatus, und für das Entfernen aus dem Gebäude besteht ein vernünftiger Grund.

Beginnen Sie in den dunklen Kellerbereichen, in denen die Tiere bevorzugt sitzen, und arbeiten Sie Wände und Decke ab. Bei einem Staubsauger genügt es, die Düse dicht an das ruhende Tier zu führen.

Mücken im Keller in vier Schritten angehen

  1. 1
    Art und Verhalten prüfen

    Reglos an Wand oder Decke bedeutet meist Winterruhe; Stiche oder Larven lenken die Suche zum Wasser

  2. 2
    Sitzende Tiere entfernen

    Mit Fliegenklatsche oder Staubsauger aufnehmen, solange die Mücken unbeweglich im Quartier sitzen

  3. 3
    Wasserquellen beseitigen

    Eimer und Behälter leeren, Schächte trockenlegen oder technisch nötige Wasserstellen dicht abdecken

  4. 4
    Wohnbereich abtrennen

    Kellertür geschlossen halten und den Hobbyraum nicht dauerhaft heizen, damit Tiere nicht aktiv nach oben wandern

Für einzelne überwinternde Tiere brauchen Sie kein Insektizid. Entscheidend sind mechanisches Entfernen, Wasserprüfung und geschlossene Wege zur Wohnung.

Lassen Sie einen Keller oder Hobbyraum möglichst kühl, statt ihn dauerhaft zu heizen. Wärme kann einzelne Mücken aus der Ruhe holen; eine offene Tür weist ihnen dann den Weg in die Wohnung. Was dort mit aktiven Tieren zu tun ist, erklärt Mücken im Haus: was tun.

Kellerfenster und Lichtschacht dicht machen

Die wirksamste Vorbeugung beginnt, bevor die Mücken ihr Quartier beziehen. Bringen Sie bis Ende September Fliegengitter vor Kellerfenstern an, die zum Lüften offen stehen. Ab Anfang Oktober ziehen die Tiere ein; ein später montiertes Gitter sperrt dann womöglich bereits eingezogene Mücken im Keller ein.

Der Lichtschacht bekommt eine Abdeckung aus feinem Gewebe. Sie muss an den Rändern anliegen, darf aber Entwässerung und Luftaustausch nicht blockieren. Wie eine solche Abdeckung aufgebaut wird, beschreibt der Ratgeber Kröte im Keller. An der Kellertür zum Treppenhaus schließt eine Bürstendichtung den Spalt am Boden. Kontrollieren Sie außerdem die Anschlüsse am Fensterrahmen und offene Leitungsdurchführungen.

Ordnen Sie die Maßnahmen nach dem Weg der Tiere: zuerst das Fenster, dann den Lichtschacht, danach die Tür zum Treppenhaus. Das Außengitter hält einfliegende Weibchen vom Keller fern; die dichte Innentür hält bereits eingezogene Tiere aus dem Wohnbereich. So erfüllt jede Barriere eine eigene Aufgabe, ohne dass Sie den Keller mit einem Mittel behandeln müssen.

Was Sie sich sparen können

Insektennebel, Spray-Vernebler und andere Insektizide sind für überwinternde Mücken im Keller nicht nötig. Sie belasten die Raumluft, erreichen versteckte Tiere in Ritzen nicht zuverlässig und ändern nichts an einem offenen Kellerfenster oder einer Wasserquelle. Sichtbare Tiere können Sie schneller absaugen; Zugänge und Wasserstellen verlangen ohnehin eine bauliche oder mechanische Lösung.

Auch Wärme ist keine sinnvolle Bekämpfung. Zwar überlebten die untersuchten Mücken in Wohnhäusern schlechter als in kühlen Schuppen, doch ein beheizter Keller macht ruhende Tiere zunächst aktiv. Dann verteilen sie sich und können durch Treppenhaus oder Tür in die Wohnung gelangen. Kühl halten, entfernen und abdichten ist der kontrollierbare Weg.

Sind Mücken im Keller gefährlich?

Die Gemeine Stechmücke ist in Deutschland der wichtigste Überträger des West-Nil-Virus. Daraus folgt für den Keller aber kein Grund zur Panik: Eine Mücke in Winterruhe sticht nicht und überträgt deshalb nichts. Wer die Tiere im Herbst mechanisch entfernt, nimmt sie zugleich aus der ersten Generation des Frühjahrs. Die Einordnung des Erregers finden Sie unter West-Nil-Virus in Deutschland.

Anders ist die Lage, wenn Sie im Winter tatsächlich gestochen werden. Dann ist nicht der Anblick ruhender Mücken entscheidend, sondern die Suche nach stehendem Wasser und der Weg aktiver Tiere in den Wohnbereich. Beseitigen Sie die Quelle und halten Sie die Kellertür geschlossen.

Kein Gift im Keller

Ruhende Stechmücken lassen sich absaugen oder mit der Fliegenklatsche entfernen. Bei Winterstichen suchen Sie nach stehendem Wasser. Insektennebel und Spray-Vernebler belasten dagegen die Raumluft und lösen weder einen offenen Zugang noch eine Brutquelle.

Häufige Fragen

Warum sind im Herbst so viele Mücken im Keller?

Ab Anfang Oktober suchen begattete Weibchen der Gemeinen Stechmücke und der ähnlichen Culex torrentium dunkle, kühle und feuchte Winterquartiere. Keller bieten passende Bedingungen. Die Tiere sitzen dort reglos an Wänden und Decken und warten bis zum Frühjahr.

Stechen Mücken im Winter?

Überwinternde Weibchen in der Winterruhe stechen nicht. Sie nehmen Zucker statt Blut auf. Werden Sie im Winter in der Wohnung gestochen oder finden Sie Larven, kann die winteraktive Form molestus beteiligt sein. Dann sollten Sie nach stehendem Wasser im Gebäude suchen.

Woher kommen Mücken im Keller im Winter?

Die meisten fliegen im Herbst durch offene Kellerfenster, Lichtschächte oder Türen ein und suchen die dunklen Bereiche des Kellers auf. Winteraktive Mücken können dagegen aus stehendem Wasser im Gebäude stammen, etwa aus Pumpensumpf, Schacht, Lichtschacht, Eimer oder Kondenswasserbehälter.

Was hilft gegen Mücken im Keller?

Entfernen Sie reglos sitzende Tiere mit Fliegenklatsche oder Staubsauger, beseitigen oder decken Sie stehendes Wasser ab und halten Sie die Tür zur Wohnung geschlossen. Vorbeugend gehören bis Ende September Fliegengitter vor Kellerfenster und feines Gewebe auf den Lichtschacht.

Was sind kleine Mücken im Keller?

Pelzige Tiere mit dreieckigen Flügeln neben einem Abfluss sind meist Schmetterlingsmücken. Kleine schwarze Tiere an feuchter Blumenerde sind Trauermücken. Zarte langbeinige Wintermücken bilden an milden Tagen Schwärme und stechen nicht. Sehr große langbeinige Tiere sind Schnaken.

Sterben Mücken im Winter?

Nicht alle. Begattete Weibchen von Culex pipiens und Culex torrentium können in kühlen, feuchten Quartieren überwintern. In einer Untersuchung überlebten in Schuppen mehr als 70 Prozent länger als rund vier Monate, während die Tiere in wärmeren Wohnhäusern innerhalb dieses Zeitraums starben.

Sind Mücken im Keller gefährlich?

Eine Stechmücke in Winterruhe sticht nicht und überträgt deshalb nichts. Die Gemeine Stechmücke ist in Deutschland zwar der wichtigste Überträger des West-Nil-Virus, doch von reglos überwinternden Tieren geht kein Stich aus. Bei Winterstichen sollten Sie nach einer Wasserquelle im Gebäude suchen.

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