Insekten im Haus
Grille im Keller, Heuschrecke am Fenster, kleine Käfer an der Zimmerdecke: Die meisten Insekten in der Wohnung sind Irrgäste, einige bleiben. Hier finden Sie heraus, was Sie vor sich haben – und was dann wirklich hilft.
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Irrgast oder Befall – die eine Frage, die alles entscheidet
Die meisten Insekten, die plötzlich in der Wohnung sitzen, sind auf der Durchreise. Eine schwarze Feldgrille im Keller, ein grünes Heupferd am Küchenfenster oder eine Feuerwanze auf der Fensterbank kommen von draußen und gehen drinnen ein, ohne sich zu vermehren. Hier genügt es, das Tier hinauszusetzen und die Einflugwege zu schließen. Saisonal kommen weitere Gäste dazu: im Frühjahr Ameisen, Motten und Teppichkäfer (Insekten im Frühjahr), im Dezember Rindenläuse und Spinnen, die mit dem Christbaum ins warme Zimmer getragen werden und dort keine Zukunft haben (Insekten im Weihnachtsbaum). Was die einzelnen Arten unterscheidet, zeigen die Ratgeber Heuschrecken im Haus und Garten und Feuerwanzen an der Hauswand.
Anders liegt es, wenn dieselben Tiere immer wieder am selben Ort auftauchen. Das hellbraune Heimchen kann sich in warmen Räumen dauerhaft halten, und Kugelkäfer im Altbau stammen meist aus der Zwischendecke – dort sitzt das Nest, und Sprühen an der Oberfläche ändert nichts. Wie Sie beide sicher erkennen, erklären Heimchen und Grillen im Haus und Kugelkäfer im Altbau. Für Käfer, die in keine dieser Gruppen passen, hilft die Bestimmung von Käfern in der Wohnung.
Zwei Funde verdienen besondere Rücksicht: Die Gottesanbeterin ist besonders geschützt und wird nur hinausgebracht, nie gefangen oder getötet (Gottesanbeterin gefunden). Winzige rote Tierchen an Fensterbank und Hauswand sind meist harmlose Samtmilben (rote Tierchen an der Wand). Wo kriechende Insekten an trockenen Stellen immer wieder durchlaufen, wirkt Kieselgur mechanisch und ohne Nervengift – auf feuchtem Untergrund dagegen nicht.
Häufig gestellte Fragen
Ist ein einzelnes Insekt in der Wohnung schon ein Befall?
Meist nicht. Grillen, Heuschrecken, Feuerwanzen oder eine Gottesanbeterin kommen als Irrgäste durch Fenster und Türen und vermehren sich drinnen nicht. Auf einen Befall deuten erst wiederkehrende Funde am selben Ort, Larven, Häutungsreste oder – beim Heimchen – nächtliches Zirpen aus der Küche hin.
Warum kommen im Herbst so viele Insekten ins Haus?
Im Spätsommer sind viele Arten erwachsen und besonders zahlreich, abends locken beleuchtete Fenster an. Mit den ersten kühlen Nächten suchen einige Arten zudem geschützte Plätze an und in Gebäuden. Die meisten dieser Tiere überleben in der trockenen, warmen Wohnluft nicht lange.
Wie bringe ich ein Insekt aus der Wohnung, ohne es zu töten?
Ein Glas über das Tier stülpen, eine Postkarte darunterschieben und draußen in eine Hecke oder ein Beet setzen. Große Tiere wie Heupferd oder Gottesanbeterin klettern oft von selbst auf ein hingehaltenes Blatt Papier. Nicht fest zupacken – Beine und Fühler brechen leicht ab.
Sind Insekten im Haus gefährlich?
Die hier vorgestellten Arten nicht: Grillen, Heuschrecken, Kugelkäfer, Feuerwanzen und Gottesanbeterin haben weder Gift noch einen Stachel und übertragen keine Krankheiten. Große Heuschrecken können zwicken, wenn man sie festhält – das ist unangenehm, aber harmlos.
Hilft Insektenspray gegen Irrgäste?
Nein. Gegen einzelne Tiere, die von draußen kommen, ist Spray überflüssig; gegen Kugelkäfer aus der Zwischendecke wirkt es nicht, weil das Nest in der Decke sitzt. Wirksamer sind Fliegengitter, abgedichtete Ritzen und – bei ruhenden Stellen – Kieselgur. Die Gottesanbeterin ist zudem besonders geschützt.
Was ist die schwarze Grille im Keller?
Fast immer eine Feldgrille, die aus dem Garten hereingekommen ist. Sie vermehrt sich im Haus nicht und gehört wieder nach draußen. Anders das hellbraune Heimchen: Es zirpt nachts hinter Herd oder Heizung und kann sich in warmen Räumen dauerhaft halten.