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Wohnschutz
Motten & Textilschädlinge → 11 Min. Lesezeit

Pelzkäfer in der Wohnung: Larve erkennen, Quelle finden

Kleine braune Käfer am Fenster, borstige Larven in Fugen und unter dem Bett? Das ist meist der Braune Pelzkäfer. So erkennen Sie ihn sicher und finden die Larven.

Von Vyacheslav Levchenko
Larve des Braunen Pelzkäfers auf hellem Eichenparkett an der Sockelleiste – schlank, goldbraun glänzend mit Querringen und langem Borstenschwanz, daneben zwei leere Larvenhäute in der staubigen Parkettfuge

Kleine braune Käfer am Fenster, im Frühjahr fast täglich, und dazu längliche, goldbraune Larven mit einem Haarbüschel am Hinterende – in der Parkettfuge, unter dem Bett oder im Kleiderschrank. Das ist in deutschen Wohnungen meist der Braune Pelzkäfer (Attagenus smirnovi). Die Art stammt vermutlich aus Afrika und lebt in Deutschland seit den 1980er-Jahren in beheizten Wohnungen, das ganze Jahr über.

Kurz gesagt: Pelzkäfer beißen nicht und übertragen keine Krankheiten, aber ihre Larven fressen Wolle, Federn und Pelz, und ihre Haare können die Haut reizen. Entscheidend ist, die Larven zu finden: Sie meiden das Licht und sitzen in Fugen, unter Möbeln und in Textilien aus Tierhaar. Saugen Sie diese Stellen gründlich, waschen oder frieren Sie befallene Textilien ein und lagern Sie Wolle luftdicht. Die Käfer am Fenster sind nur das Zeichen.

Inhalt · 8 Abschnitte

Pelzkäfer erkennen: Brauner und Gefleckter Pelzkäfer

Pelzkäfer (Gattung Attagenus) gehören wie Teppich- und Speckkäfer zu den Speckkäfern (Dermestidae). In Wohnungen begegnen Ihnen vor allem zwei Arten:

Brauner Pelzkäfer in Seitenansicht auf hellem Untergrund – länglich-ovaler Käfer mit dunklem Kopf und Halsschild und hellbraunen, fein behaarten Flügeldecken, kurze gekeulte Fühler
Brauner Pelzkäfer (Attagenus smirnovi), 2,3 bis 4 mm: dunkler Vorderkörper, hellbraune Flügeldecken, keine weißen Flecken. Die häufigste Art in beheizten Wohnungen. Foto: Поляков Александр · CC BY 4.0 · via Wikimedia Commons Unsicher, welches Tier es ist? Im Bestimmer mit ähnlichen Arten vergleichen →
  • Brauner Pelzkäfer (Attagenus smirnovi): 2,3 bis 4 Millimeter, länglich-oval. Kopf und Halsschild dunkel bis schwarz, die Flügeldecken hellbraun. Keine Flecken. Er ist heute die Art, die man in Wohnungen am häufigsten findet.
  • Gefleckter Pelzkäfer (Attagenus pellio): 3 bis 5,5 Millimeter, schwarzbraun mit je einem weißen Haarfleck auf jeder Flügeldecke und drei kleinen weißen Flecken am Hinterrand des Halsschilds. Er kommt auch draußen in Vogelnestern vor und fliegt von dort ein.
  • Ein einfarbig dunkler Käfer ohne Flecken in dieser Form kann der Dunkle Pelzkäfer (Attagenus unicolor) sein.

Die Käfer selbst fressen keine Textilien. Erwachsene Pelzkäfer ernähren sich von Pollen und Nektar, fliegen zum Licht und sammeln sich deshalb am Fenster. Den Schaden machen allein die Larven.

Pelzkäferlarve erkennen

Meist fällt zuerst die Larve auf, oft zusammen mit ihren leeren Häuten. Pelzkäferlarven sind:

  • lang gestreckt und walzenförmig, deutlich länger als breit,
  • goldbraun bis kastanienbraun glänzend mit dunkleren Querringen,
  • am Hinterende mit einem langen Haarbüschel, dem „Borstenschwanz“,
  • sehr beweglich und lichtscheu: Sie verschwinden sofort in Ritzen, wenn man Möbel abrückt.
Pelzkäferlarve von oben auf hellem Untergrund – länglicher, walzenförmiger Körper, glänzend goldbraun mit dunkleren Querringen, kurze Beinchen vorn und ein langes, helles Haarbüschel am Hinterende
Pelzkäferlarve (Attagenus): lang gestreckt, glänzend goldbraun, Haarbüschel am Hinterende. Die Larve des Braunen Pelzkäfers wird etwa 7 mm lang, die des Gefleckten bis 12 mm. Foto: Ryan Hodnett · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons Unsicher, welches Tier es ist? Im Bestimmer mit ähnlichen Arten vergleichen →

Größe: Die Larve des Braunen Pelzkäfers wird etwa 7 Millimeter lang und trägt außer dem Schwanzbüschel kaum Borsten. Die Larve des Gefleckten Pelzkäfers erreicht bis 12 Millimeter, ihr Haarbüschel ist fast so lang wie der Körper.

Leere Hüllen sind Larvenhäute. Die Larve häutet sich mehrmals und lässt die Haut liegen, oft in Teppichrändern, Schubladen und unter Heizkörpern. Viele Hüllen bedeuten nicht viele Larven, sondern eine Larve, die schon länger frisst. Dasselbe gilt für Fraßspuren: kahle Stellen an Wollteppichen, Löcher in Pullovern, herausgefallene Haare an Fellen oder Federn, die aus dem Kissen rieseln.

Pelzkäfer, Teppichkäfer oder Speckkäfer?

Merkmal Pelzkäfer Teppichkäfer Speckkäfer
Käfer 2,3–5,5 mm, länglich-oval, braun oder dunkel mit weißen Flecken 2–4 mm, fast rund, bunt beschuppt 7–9 mm, schwarz mit hellem Querband
Larve Lang gestreckt, glänzend goldbraun, langer Haarbüschel hinten Kurz, gedrungen, rundum dicht borstig, gestreift Bis 15 mm, dunkelbraun, dicht behaart, zwei Dornen hinten
Frisst vor allem Wolle, Federn, Pelz, Haare, Staub in Fugen Wolle, Teppiche, Polster, tote Insekten Fleisch, Wurst, Tierfutter, Leder, tote Tiere
Mehr dazu Dieser Artikel Teppichkäfer-Larve erkennen Speckkäfer in der Wohnung

Keine Bettwanze. Bettwanzen sind rotbraun, platt und haben keinen Haarbüschel. Sie hinterlassen schwarze Kotpunkte und kleine Blutflecken auf dem Laken, Pelzkäferlarven nur Häute und Fraßspuren. Woran Sie Bettwanzen sicher erkennen, steht unter Bettwanzen-Spuren. Weitere kleine Käfer ordnet die Bestimmungstabelle für Käfer in der Wohnung zu.

Woher kommen Pelzkäfer in die Wohnung?

Durchs Fenster. Die erwachsenen Käfer leben im Freien von Pollen und Nektar und fliegen im Frühjahr und Sommer durch offene Fenster ein, vom Licht angezogen. Der Gefleckte Pelzkäfer kommt oft aus Vogelnestern am Haus, unter dem Dach oder in Rollladenkästen.

Aus der Wohnung selbst. Der Braune Pelzkäfer braucht keinen Weg von draußen: In beheizten Räumen pflanzt er sich das ganze Jahr fort. Das Umweltbundesamt nennt ihn auffallend häufig in Wohnungen mit Parkettboden – in den Fugen sammelt sich Staub aus Haaren und Hautschuppen, und genau davon leben die Larven.

Mit Dingen. Gebrauchte Teppiche, Polstermöbel, Wolle, Pelze, Federbetten und Sammlungen (präparierte Tiere, Insekten) können Larven oder Eier mitbringen.

Pelzkäfer sind kein Zeichen mangelnder Sauberkeit. Sie finden in jeder Wohnung Futter, weil Menschen und Haustiere ständig Haare und Schuppen verlieren.

Larven finden: hier suchen

Pelzkäferlarven: die üblichen Verstecke

  1. 1
    Parkett- und Dielenfugen

    Mit Taschenlampe flach über den Boden leuchten, besonders an Wänden und unter Möbeln

  2. 2
    Unter Bett und Schrank

    Bettkasten, Matratzenrand, Lattenrost und der Staub unter dem Kleiderschrank

  3. 3
    Teppichränder

    Wollteppiche umschlagen und die Unterseite und den Boden darunter prüfen

  4. 4
    Kleiderschrank und Kommode

    Wolle, Kaschmir, Seide, Daune und Pelz, auch selten getragene Stücke ganz hinten

  5. 5
    Hinter Heizkörpern und Sockelleisten

    Ritzen, in denen sich Staub, Haare und tote Insekten sammeln

  6. 6
    Am Fenster

    Tote Insekten auf der Fensterbank und in den Rahmenfugen sind Futter für Larven

Eine Fundstelle reicht nicht. Larven wandern weit, besonders bevor sie sich verpuppen. Wer eine Larve im Flur findet, sucht die Quelle oft zwei Räume weiter, meist dort, wo Wolle, Federn oder viel Staub ungestört liegen. Ein Fall für den Schädlingsbekämpfer ist der Befall selten; sinnvoll ist er, wenn trotz gründlicher Reinigung nach Wochen weiter Larven auftauchen oder wertvolle Pelze und Sammlungen betroffen sind.

Pelzkäfer im Bett und Hautreizungen

Am Bett finden die Larven viel Futter: Hautschuppen, Haare, Daunen und Staub unter der Matratze. Darum tauchen sie dort häufig auf.

Pelzkäfer beißen nicht. Die Haare der Larven, vor allem die am Hinterende, können aber die Haut stark reizen. Daraus entstehen juckende Pusteln oder Quaddeln, die man leicht für Stiche hält. Das Umweltbundesamt beschreibt diese Hautreizungen ausdrücklich; Krankheiten übertragen Pelzkäfer nicht. Welche Beschwerden Speckkäferlarven auslösen können und wann ein Arztbesuch sinnvoll ist, steht unter Teppichkäfer und Gesundheit.

Was am Bett hilft: Bettwäsche und Bezüge bei 60 °C waschen, Matratze, Bettkasten und Lattenrost mit der Fugendüse absaugen und den Boden unter dem Bett regelmäßig feucht wischen.

Pelzkäfer loswerden

Die Bekämpfung gleicht der bei Teppichkäfern, der vollständige Ablauf steht unter Teppichkäfer bekämpfen. Kurz:

  1. Saugen statt sprühen. Fugen, Teppichränder, Sockelleisten und Polsternähte mit der Fugendüse gründlich absaugen, den Beutel danach sofort verschlossen in den Hausmüll geben.
  2. Textilien behandeln. Waschbares bei mindestens 60 °C waschen. Was nicht waschbar ist, verpackt mehrere Tage bei −18 °C einfrieren. Einzelheiten zu Wolle, Seide und Pelz unter Textilien behandeln.
  3. Futter wegnehmen. Wolle, Pelz und Daune sauber und luftdicht lagern, etwa in Vakuumbeuteln. Tote Insekten am Fenster und alte Vogelnester am Haus entfernen.
  4. Nach zwei bis drei Wochen wiederholen. Aus übersehenen Eiern schlüpfen neue Larven.

Pheromonfallen sind ein Messgerät, kein Mittel. Sie fangen männliche Käfer und zeigen, ob die Maßnahmen wirken. Die Larven fressen unbeeindruckt weiter. Ein Fliegengitter am Schlafzimmerfenster hält im Frühjahr zufliegende Käfer ab, nützt aber nichts gegen Larven, die schon in der Wohnung sind.

Larven nicht mit bloßen Händen anfassen

Die Haare der Pelzkäferlarven können die Haut reizen. Larven mit dem Staubsauger oder einem Tuch aufnehmen, bei der Reinigung von stark befallenen Stellen Handschuhe tragen.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich einen Pelzkäfer?

Der Braune Pelzkäfer (Attagenus smirnovi), die häufigste Art in Wohnungen, ist 2,3 bis 4 Millimeter lang und länglich-oval. Kopf und Halsschild sind dunkel bis schwarz, die Flügeldecken hellbraun. Der Gefleckte Pelzkäfer (Attagenus pellio) ist dunkel mit je einem weißen Haarfleck auf jeder Flügeldecke und drei kleinen am Halsschild. Teppichkäfer sind dagegen fast rund und bunt beschuppt.

Wie sieht eine Pelzkäferlarve aus?

Länglich, walzenförmig, goldbraun bis kastanienbraun glänzend, mit dunklen Querbändern. Am Hinterende sitzt ein langer Haarbüschel, der Borstenschwanz. Die Larve des Braunen Pelzkäfers wird etwa 7 Millimeter lang, die des Gefleckten Pelzkäfers bis 12 Millimeter, ihr Haarbüschel ist fast so lang wie der Körper. Teppichkäferlarven sind kürzer, gedrungener und rundum dicht behaart.

Sind Pelzkäfer gefährlich?

Sie beißen und stechen nicht und übertragen keine Krankheiten. Die Haare der Larven, besonders am Hinterende, können aber die Haut stark reizen und juckende Pusteln oder Quaddeln auslösen, die oft für Stiche gehalten werden. Wer Hautausschlag hat und Larven findet, sollte Bettzeug, Matratzenränder und Fugen in der Nähe untersuchen und bei anhaltenden Beschwerden ärztlich abklären lassen.

Warum sind Pelzkäfer im Bett?

Die Larven fressen Hautschuppen, Haare und Staub, und davon gibt es am Bett, unter der Matratze und im Bettkasten besonders viel. Sie meiden Licht und kriechen in Ritzen, Teppichränder und Polsternähte. Pelzkäfer im Bett sind keine Bettwanzen: Bettwanzen sind rotbraun, platt, ohne Haarbüschel und hinterlassen schwarze Kotpunkte und Blutflecken.

Woher kommen Pelzkäfer in der Wohnung?

Die erwachsenen Käfer fressen Pollen und Nektar und fliegen im Frühjahr und Sommer durch offene Fenster ins Licht. In der Wohnung legen die Weibchen Eier dort ab, wo die Larven tierisches Eiweiß finden: Wolle, Federn, Pelz, Haare, tote Insekten und Staub in Fugen. Der Braune Pelzkäfer lebt in beheizten Wohnungen auch ganz ohne Außenzugang, oft bevorzugt in Wohnungen mit Parkett.

Helfen Pheromonfallen gegen Pelzkäfer?

Sie zeigen nur, ob noch Käfer da sind. Die Fallen locken die Männchen an, die Larven fressen ungestört weiter. Der Befall endet erst, wenn die Larven und ihr Futter weg sind: Fugen und Teppichränder gründlich saugen, befallene Textilien waschen oder einfrieren, Wolle luftdicht lagern. Die Falle hilft dann zu sehen, ob die Maßnahmen wirken.

Was ist der Unterschied zwischen Pelzkäfer und Teppichkäfer?

Beide gehören zu den Speckkäfern, und ihre Larven fressen dasselbe: Keratin aus Wolle, Federn und Haaren. Pelzkäfer sind länglich-oval und einfarbig braun oder dunkel mit weißen Flecken, ihre Larven lang gestreckt mit einem langen Haarbüschel am Hinterende. Teppichkäfer sind fast rund und bunt gemustert, ihre Larven kurz und rundum borstig. Für die Bekämpfung macht der Unterschied wenig aus.

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