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Wohnschutz
Vögel am Haus → 18 Min. Lesezeit

Specht an der Fassade vertreiben: Was erlaubt ist, was hilft

Specht hackt Löcher in die Dämmung? Was Sie dürfen und was verboten ist, welche Abwehr wirkt, wann Sie ein Loch schließen dürfen und was die Versicherung zahlt.

Von Vyacheslav Levchenko
Rundes Specht-Loch in der verputzten Wärmedämmung einer Hausfassade unterhalb des Dachüberstands

Kurz gesagt: Spechte hacken in Wärmedämmverbundsysteme, weil sich weiche Dämmplatten fast wie morsches Holz bearbeiten lassen – und weil die hohle Fassade beim Trommeln gut klingt. Höhlen legen sie vor allem im Herbst und im Frühjahr an, Schlafhöhlen ebenso wie Bruthöhlen; getrommelt wird vom Spätwinter bis etwa April. Vertreiben dürfen Sie den Specht, solange Sie ihn weder fangen noch verletzen und keine genutzte Höhle zerstören: Flatterbänder, Glitzerketten, ein Netz vor der Fläche und Stören durch Klatschen sind erlaubt. Ein Loch, in dem ein Specht oder ein Nachmieter brütet oder übernachtet, darf zu keiner Jahreszeit verschlossen werden. Leere Löcher schließen Sie zügig fachgerecht, sonst läuft Wasser in die Dämmung. Die Wohngebäudeversicherung zahlt in Standardtarifen meist nicht.

Es beginnt mit einem Klopfen, das zu regelmäßig für Handwerker und zu laut für Zufall ist. Wenige Tage später sitzt in der Fassade ein rundes Loch von der Größe einer Faust – manchmal mehrere, nebeneinander, oft an Gebäudeecken und an fensterlosen Flächen in der Nähe von Bäumen.

Der Schaden ist ärgerlich, aber beherrschbar, wenn Sie die richtige Reihenfolge einhalten: erst klären, was der Vogel gerade vorhat und ob das Loch genutzt wird, dann abwehren, dann reparieren. Wer repariert, ohne abzuwehren, findet in der frischen Putzstelle meist das nächste Loch. Wie sich der Specht in die übrigen Vogelarten am Gebäude einordnet und welche Abwehr an Dach, Traufe und Nische greift, zeigt der Überblick Vögel am Haus vertreiben.

Inhalt · 10 Abschnitte

Zeitfaktor: Tage, nicht Wochen

In einem Baumstamm braucht ein Specht für eine Höhle zwei bis drei Wochen. In weicher Dämmung ist eine Schlafhöhle nach Beobachtung des Landesbunds für Vogelschutz in wenigen Tagen bezugsfertig. Wer das Klopfen hört und erst am Wochenende nachsieht, findet unter Umständen bereits ein fertiges Loch – und darf es dann nicht mehr verschließen, sobald der Vogel darin übernachtet. Reagieren Sie beim ersten Verdacht, nicht beim ersten Schaden.

Warum Spechte an die Fassade gehen

Für einen Buntspecht ist eine gedämmte Fassade kein Gebäude, sondern ein besonders bequemer Baum. Drei Eigenschaften machen sie attraktiv:

Das Material gibt nach. Polystyrol-Dämmplatten und Mineralwolle lassen sich mit deutlich weniger Kraftaufwand bearbeiten als gesundes Holz. Der Specht räumt das Dämmmaterial aus – unabhängig davon, welcher Dämmstoff verbaut ist.

Die Fassade klingt. Spechte trommeln zur Reviermarkierung und Partnersuche und suchen dafür resonanzstarke Flächen: morsche Äste, Antennen, Dachbleche und eben hohl klingende Fassaden. Der hohle Klang täuscht ihnen außerdem Faulholz unter der Oberfläche vor – ein lohnendes Ziel für Nahrungssuche und Höhlenbau.

Höhlen sind knapp. In aufgeräumten Siedlungen werden kranke Bäume und abgestorbene Äste vorsorglich entfernt. Wo natürliche Höhlenbäume fehlen, weicht der Specht auf die nächstbeste Struktur aus – und das ist häufig das Nachbarhaus.

Betroffen sind fast immer verputzte Wärmedämmverbundsysteme, besonders Gebäudeecken und fensterlose Flächen nahe an Bäumen oder Grünanlagen. Neben dem Buntspecht, der die meisten Schäden verursacht, weicht gelegentlich auch der Grünspecht für den Höhlenbau auf gedämmte Fassaden aus. Klinker, Naturstein und glatte Verkleidungen aus Metall oder Faserzement sind selten betroffen.

Trommeln, Höhle oder Nahrungssuche unterscheiden

Das weitere Vorgehen – und was Sie rechtlich dürfen – hängt davon ab, was der Vogel tatsächlich tut.

Buntspecht an einem Baumstamm – schwarz-weißes Gefieder, roter Nackenfleck und leuchtend rote Unterschwanzdecken
Buntspecht (Dendrocopos major) in Kletterhaltung am Stamm: Er stützt sich auf den Schwanz und arbeitet sich von unten nach oben – genauso sitzt er an der Fassade. Der rote Nackenfleck kennzeichnet das Männchen. Foto: hedera.baltica from Wrocław, Poland · CC BY-SA 2.0 · via Wikimedia Commons

Vier Verhaltensweisen, vier Konsequenzen

Verhalten Woran erkennbar Zeitraum Was jetzt zu tun ist
Trommeln (Revier, Partnersuche) Schnelle Serien von 1–2 Sekunden, oft täglich zur selben Zeit, kaum Materialabtrag Spätwinter bis etwa April Sofort stören und Bänder hängen – kann in Höhlenbau übergehen
Schlafhöhle Rundes Loch, Dämmbrösel am Boden; in der Abenddämmerung schlüpft der Vogel hinein Bau vor allem im Herbst und Frühjahr, genutzt über Monate Fläche daneben abwehren; das bewohnte Loch bleibt offen
Bruthöhle Rundes Loch, tagelange Arbeit, später laute Bettelrufe der Jungen Bau März bis Mai, Brut bis in den Sommer Bis nach dem Ausfliegen nicht anfassen
Nahrungssuche Mehrere kleine, unregelmäßige Löcher, meist flach Ganzjährig Ursache prüfen, flache Stellen schließen

Der vierte Fall verdient einen zweiten Blick: Sucht ein Specht wiederholt an derselben Stelle nach Nahrung, kann das auf Insekten in der Fassade hindeuten – etwa auf Wespen oder holzzerstörende Insekten in einer darunterliegenden Konstruktion. Häufen sich flache Löcher immer an derselben Stelle, lohnt es sich, den Aufbau prüfen zu lassen, statt nur den Vogel zu vertreiben.

Ob ein Loch genutzt wird, klären Sie auf zwei Wegen. Tagsüber mit der Taschenlampe: Sitzt ein Tier darin, liegt Nistmaterial, sind Kotspuren zu sehen? Und in der Abenddämmerung: Beobachten Sie die Stelle an zwei, drei Abenden, ob ein Vogel hineinschlüpft. Denken Sie auch an Nachmieter – leere Spechthöhlen an Fassaden werden schnell von Sperlingen, Meisen, Kleibern, Staren und Mauerseglern bezogen, außerdem von Eichhörnchen, Siebenschläfern und Fledermäusen.

Specht vertreiben: Was erlaubt ist und was nicht

Alle europäischen Vogelarten sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt – der Buntspecht also auch. Einige Spechtarten stehen zusätzlich in der Bundesartenschutzverordnung und sind streng geschützt: Grünspecht, Grauspecht, Schwarzspecht, Mittelspecht, Weißrückenspecht, Dreizehenspecht und Wendehals. Der Unterschied entscheidet darüber, ob ein Verstoß eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat ist.

Die gute Nachricht: Vertreiben ist erlaubt. Das Gesetz verbietet, den Vogel zu fangen, zu verletzen oder zu töten, ihn während Brut- und Aufzuchtzeit erheblich zu stören und seine Fortpflanzungs- oder Ruhestätten zu zerstören (§ 44 Abs. 1 BNatSchG). Eine intakte Fassade ist keine Ruhestätte – die dürfen Sie jederzeit unattraktiv machen. Eine „erhebliche“ Störung liegt erst vor, wenn sich der Zustand der örtlichen Population verschlechtert; kurzes Verscheuchen am eigenen Haus erreicht diese Schwelle nicht.

Was Sie dürfen – und was nicht

Maßnahme Erlaubt? Warum
Flatterbänder, Glitzerketten, Windspiele Ja, ganzjährig Vergrämung verletzt den Vogel nicht und zerstört keine Höhle
Klatschen, Rufen, Tuch schwenken Ja Kurzes Verscheuchen ist keine erhebliche Störung
Netz oder Verkleidung vor intakter Fläche Ja Keine Ruhe- oder Fortpflanzungsstätte betroffen
Leeres, ungenutztes Loch schließen Ja, nach Kontrolle Vorher sicherstellen: kein Tier, kein Nest – Nistmaterial entfernen, es fault sonst in der Dämmung
Bewohnte Schlaf- oder Bruthöhle schließen Nein, solange sie genutzt wird – egal in welcher Jahreszeit Ruhe- bzw. Fortpflanzungsstätte (§ 44 Abs. 1 Nr. 3)
Loch mit Tier darin verschließen Nein Das Einschließen tötet den Vogel oder die Jungen (§ 44 Abs. 1 Nr. 1)
Specht fangen, verletzen, töten Nein § 44 Abs. 1 Nr. 1 – und nutzlos: Das Revier besetzt schnell der nächste Specht

Was ein Verstoß kostet. Vorsätzlich zerstörte Brut- oder Schlafhöhlen, Fangen, Verletzen und erhebliches Stören sind Ordnungswidrigkeiten mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro (§ 69 Abs. 2 und 7 BNatSchG); fahrlässiges Handeln erfasst § 69 Abs. 2 nicht. Bei den streng geschützten Arten – an Fassaden vor allem beim Grünspecht – ist dieselbe Handlung, vorsätzlich begangen, eine Straftat mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe (§ 71 Abs. 1 BNatSchG). Den Grünspecht erkennen Sie am grünen Rücken, der roten Kopfkappe und daran, dass er seine Nahrung – vor allem Ameisen – meist am Boden sucht.

Wenn nichts anderes hilft: Ausnahme beantragen. Die Naturschutzbehörde kann im Einzelfall eine Ausnahme von den Verboten zulassen, etwa zur Abwendung ernster wirtschaftlicher Schäden (§ 45 Abs. 7 Nr. 1 BNatSchG) – aber nur, wenn es keine zumutbare Alternative gibt. Typischer Fall ist eine bewohnte Höhle, die wegen eindringender Nässe nicht bis zum Frühjahr offen bleiben kann. Zuständig ist in der Regel die Untere Naturschutzbehörde Ihres Landkreises oder Ihrer kreisfreien Stadt; Sie finden sie über die Behördensuche des Bundes mit dem Stichwort „Naturschutzbehörde“ und Ihrem Ort oder über die Behördennummer 115. Legen Sie dem Antrag Fotos mit Datum bei und beschreiben Sie, welche Abwehr Sie schon versucht haben.

Welche Bußgeld- und Strafrahmen bei anderen geschützten Tieren am Haus gelten, ordnet der Ratgeber Geschützte Tiere im Garten: welche Strafen drohen ein.

Sofortmaßnahmen bei frischem Befall

Die ersten 48 Stunden

  1. 1
    Specht sofort stören

    Klatschen, Rufen, ein Tuch schwenken, sobald Sie ihn hacken hören – er soll lernen, dass diese Fassade kein ruhiger Platz ist

  2. 2
    Loch kontrollieren, nicht verschließen

    Hineinleuchten und abends beobachten: Übernachtet ein Vogel darin oder liegt Nistmaterial, bleibt die Stelle offen

  3. 3
    Fotos mit Datum machen

    Wichtig für Versicherung, Handwerkerangebot und gegebenenfalls die Naturschutzbehörde

  4. 4
    Optische Abwehr großflächig anbringen

    Bänder oder Glitzerketten über die ganze gefährdete Fläche, nicht nur am Loch – sonst hackt er zwei Meter weiter

  5. 5
    Provisorisch vor Regen schützen

    Ist das Loch leer, verhindert eine locker angebrachte Abdeckung Wassereintritt bis zur Reparatur

  6. 6
    Umfeld absuchen

    Spechte legen oft mehrere Höhlen an – Fassade rundum und Nachbargiebel kontrollieren

  7. 7
    Handwerker anfragen

    Fassadenarbeiten haben Vorlauf; früh anfragen spart eine Regenperiode

Offenes Loch ist ein Feuchteproblem

Eine offene Specht-Höhle in der Dämmung ist keine Schönheitsfrage. Dringt Feuchtigkeit ein, verliert die Dämmung ihre Wirkung und trocknet kaum wieder aus. Die Folgen zeigen sich Monate später als Feuchtefleck im Innenraum, als Schimmel hinter der Wand oder als abplatzender Putz. Deshalb gilt: provisorisch schützen, sobald es rechtlich zulässig ist, und zeitnah fachgerecht schließen.

Was gegen Spechte wirklich hilft

Eine Lösung, die bei jedem Specht wirkt, gibt es nicht – darin sind sich die Vogelschutzverbände einig. Zwei Regeln entscheiden über den Erfolg: großflächig abwehren statt punktuell, und Gewöhnung vermeiden, denn Spechte lernen schnell. Punktuelle Maßnahmen an einem einzelnen Loch verschieben das Problem meist nur um ein paar Meter oder an die nächste Ecke.

Reflektierende Bänder und Ketten. Die praktikabelste Maßnahme für Selbstanwender. Wichtig ist die Dichte: Einzelne Bänder ignoriert der Vogel, mehrere in Abständen von etwa einem halben Meter über den gefährdeten Bereich gehängt wirken deutlich besser. Sie müssen sich frei bewegen können. Plastik-Flatterbänder sind schnell gemacht, halten aber nicht lange; haltbarer sind Ketten aus alten CDs, Spiegelstreifen oder Wimpelleinen. Lassen Sie die Abwehr dauerhaft hängen – nach dem Abnehmen kommt der Specht oft zurück.

Von Anfang an stören. Solange sich der Specht noch nicht an die Fassade gewöhnt hat, wirkt direkter Lärm: Klatschen, Pfeifen, Rufen. Das ist erlaubt und kostet nichts, verlangt aber, dass Sie in den ersten Tagen jedes Mal reagieren.

Netz im Abstand zur Fassade. Die Methode mit der dauerhaftesten Wirkung. Ein engmaschiges Netz wird mit Abstandshaltern rund zehn Zentimeter vor die Fläche gespannt, sodass der Specht die Dämmung nicht mehr erreicht. Optisch ist das gewöhnungsbedürftig, an einem wiederholt befallenen Giebel aber oft die Lösung, die hält. Eine grüne Variante sind straffe Ranknetze aus Edelstahl, an denen Schlingknöterich, Blauregen oder Waldrebe wachsen: Spechte meiden dichtes Blattwerk. Efeu, Wilder Wein und Kletterhortensie scheiden auf gedämmten Wänden dagegen aus, weil sie mit ihren Haftwurzeln den Putz belasten.

Glatte Ecken. Spechte fliegen häufig zuerst die Gebäudeecken an. An glatten Verkleidungen aus Metall, Kunststoff oder beschichteten Faserzementplatten finden sie keinen Halt und rutschen ab – manchmal geben sie das Gebäude danach auf, manchmal weichen sie auf unverkleidete Flächen aus.

Was nicht oder kaum funktioniert: Ultraschall – Vögel nehmen ihn kaum wahr. Eine Uhu- oder Greifvogelattrappe, die tagelang am selben Fleck sitzt, durchschaut der Specht schnell; allenfalls regelmäßig umgesetzt schreckt sie für eine Weile ab. Farbe oder Anstriche mit Zusätzen sind für diesen Zweck ohne belastbaren Nachweis.

Reflektierende Bänder hängen dicht nebeneinander vor einer verputzten Fassadenfläche unterhalb des Dachs
Dicht gehängte, frei bewegliche Bänder über der gesamten gefährdeten Fläche – punktuelle Maßnahmen am einzelnen Loch verschieben das Problem nur.

Loch fachgerecht reparieren

Reparieren dürfen Sie, sobald das Loch nachweislich leer ist. Eine dauerhafte Reparatur ist mehr als Füllschaum und Farbe: Der Aufbau muss wiederhergestellt werden, sonst bleibt eine Schwachstelle, die beim nächsten Frost aufreißt.

Fachgerechter Ablauf

  1. 1
    Leer prüfen und Nistmaterial entfernen

    Nester und Fremdmaterial müssen raus – eingeschlossen faulen sie in der Dämmschicht

  2. 2
    Schadstelle freilegen

    Loses Material und durchfeuchtete Dämmung großzügig entfernen, bis tragfähiger Untergrund erreicht ist

  3. 3
    Trocknen lassen

    Feuchte Dämmung nicht überputzen – der Schaden wandert sonst nach innen

  4. 4
    Dämmung ersetzen

    Passgenaues Stück derselben Dämmstoffart einsetzen und mit geeignetem Kleber fixieren

  5. 5
    Armierung einarbeiten

    Armierungsmörtel mit Gewebe, überlappend zum Bestand – das ist der Schritt, der Risse verhindert

  6. 6
    Oberputz angleichen und streichen

    Struktur und Körnung des Bestands aufnehmen, Anstrich bis zur nächsten Kante – punktuelles Ausbessern zeichnet sich immer ab

  7. 7
    Abwehr belassen

    Die optische Abwehr bleibt hängen, sonst hackt der Specht in der frischen Stelle weiter

Für kleine, oberflächliche Trommelspuren ist die Reparatur in Eigenleistung machbar. Sobald das Loch tiefer als der Oberputz geht, die Dämmung erreicht ist oder die Stelle nur über Leiter in Höhe erreichbar wäre, gehört die Arbeit in Fachhände – auch weil die Armierung über Erfolg oder Rissbildung entscheidet.

Bei Neubau und Sanierung vorbeugen

Wer ohnehin dämmt oder saniert, kann das Risiko mit wenigen Entscheidungen senken – garantiert spechtsicher ist ein verputztes Dämmsystem allerdings nie:

Bauliche Vorbeugung

  • Glatten, feinkörnigen Oberputz wählen und dekorative Strukturputze meiden – je rauer die Fläche, desto besser hält sich der Specht
  • Dickputz-Systeme mit mineralischem Putz erschweren das Hacken, sind aber keine Garantie; ob sie auf ein bestehendes System passen, klärt der Fassadenfachbetrieb
  • Gebäudeecken und fensterlose Flächen nahe Bäumen mit glatter Verkleidung, Klinker oder Naturstein ausführen
  • Edelstahl-Ranknetze gleich beim Dämmen tief in der Wand verankern lassen und begrünen
  • Nistkästen im Umfeld anbieten – vor allem für die Nachmieter; der Specht selbst baut lieber und nutzt Kästen nur selten
  • Alte Bäume mit Totholz erhalten; bei Gefahrenästen einen Entlastungsschnitt statt einer Fällung prüfen

Der letzte Punkt ist der einzige, der die Ursache angeht: Spechte weichen auf Fassaden aus, weil natürliche Höhlenbäume fehlen. Ein erhaltener Altbaum im Garten ist die günstigste Fassadenversicherung, die es gibt.

Zahlt die Versicherung?

Hier enttäuscht die Praxis regelmäßig. Die Wohngebäudeversicherung deckt in ihrer Grundform die Gefahren Feuer, Leitungswasser sowie Sturm und Hagel ab. Ein Specht fällt unter keine davon. Manche Tarife bieten Zusatzbausteine für Tierschäden an, die zumeist auf Marderbiss oder Tierverbiss zugeschnitten sind; ob Vogelschäden an der Fassade eingeschlossen sind, steht ausschließlich in Ihren Versicherungsbedingungen. Prüfen Sie dort gezielt die Begriffe Tierschäden und Marderschäden, bevor Sie einen Schaden melden – und lassen Sie sich eine Ablehnung schriftlich geben, falls Sie widersprechen wollen.

Eine Einordnung dazu, welche Schäden durch Tiere und Feuchtigkeit üblicherweise versichert sind, gibt der Ratgeber Versicherung bei Schädlingen und Schimmel.

Häufige Fragen

Darf ich einen Specht an meiner Fassade vertreiben?

Ja. Vergrämen ist erlaubt, solange Sie den Vogel nicht fangen, verletzen oder töten und keine genutzte Höhle zerstören. Flatterbänder, Glitzerketten, ein Netz vor der noch intakten Fläche und Verscheuchen durch Klatschen sind zulässig. Verboten ist, ein Loch zu verschließen, in dem ein Specht oder ein anderes Tier brütet oder übernachtet – und das unabhängig von der Jahreszeit.

Warum hackt der Specht Löcher in meine Fassade?

Weil sich verputzte Wärmedämmung fast wie morsches Holz bearbeiten lässt und die hohle Fläche beim Trommeln gut klingt; der hohle Klang täuscht ihm außerdem Faulholz vor. Dazu kommt der Mangel an natürlichen Höhlenbäumen in aufgeräumten Siedlungen. Meist baut er eine Schlaf- oder Bruthöhle – vor allem im Herbst und im Frühjahr – oder markiert trommelnd sein Revier; seltener sucht er nach Insekten, was auf ein Problem in der darunterliegenden Konstruktion hindeuten kann.

Was hilft gegen Spechte an der Hauswand?

Am besten wirkt großflächige optische Abwehr: reflektierende Bänder, CD-Ketten oder Wimpelleinen, frei beweglich und dicht über die gesamte gefährdete Fläche gehängt, etwa alle fünfzig Zentimeter. In den ersten Tagen hilft zusätzlich direktes Verscheuchen durch Klatschen oder Rufen. Bei wiederholtem Befall ist ein engmaschiges Netz, das mit Abstandshaltern rund zehn Zentimeter vor die Fläche gespannt wird, die dauerhafteste Lösung. Ultraschall bringt nichts, eine starr sitzende Uhu-Attrappe durchschaut der Specht schnell. Alle Produkte, die wir in unseren Ratgebern zu Vögel am Haus empfehlen, stehen gesammelt in der Produktübersicht.

Darf ich ein Specht-Loch in der Fassade einfach zumachen?

Nur wenn es nachweislich leer ist. Leuchten Sie tagsüber hinein und beobachten Sie die Stelle an zwei, drei Abenden in der Dämmerung: Übernachtet ein Specht darin, sitzt ein Tier darin oder liegt Nistmaterial, bleibt das Loch offen – das gilt für Schlafhöhlen auch außerhalb der Brutzeit. Denken Sie an Nachmieter wie Meisen, Sperlinge, Stare, Siebenschläfer oder Fledermäuse. Leere Löcher dürfen Sie sofort schließen, Nistmaterial vorher entfernen. Im Zweifel gibt die Untere Naturschutzbehörde Auskunft, zu finden über die Behördennummer 115.

Welche Strafe droht, wenn ich eine bewohnte Spechthöhle zumache?

Wer eine genutzte Brut- oder Schlafhöhle zerstört, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro geahndet werden kann. Bei streng geschützten Arten wie dem Grünspecht ist dieselbe Handlung, vorsätzlich begangen, eine Straftat mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe. Wird dabei ein Tier eingeschlossen und stirbt, kommt das Verbot des Tötens hinzu.

Zahlt die Versicherung Spechtschäden an der Fassade?

In der Regel nicht. Die Wohngebäudeversicherung deckt standardmäßig Feuer, Leitungswasser sowie Sturm und Hagel ab – ein Specht fällt unter keine dieser Gefahren. Einzelne Tarife bieten Zusatzbausteine für Tierschäden, die meist auf Marderbiss zugeschnitten sind. Ob Vogelschäden eingeschlossen sind, steht allein in Ihren Versicherungsbedingungen; prüfen Sie dort die Stichworte Tierschäden und Marderschäden.

Wann ist die Spechtzeit an Fassaden?

Höhlen legen Spechte vor allem im Herbst und im Frühjahr an, getrommelt wird vom Spätwinter bis etwa April. Eine Schlafhöhle in weicher Dämmung ist in wenigen Tagen fertig – wer im Herbst oder ab Februar regelmäßiges Klopfen hört, sollte sofort reagieren. Zur Nahrungssuche kann ein Specht das ganze Jahr über an die Fassade kommen.

Muss ich das Loch sofort reparieren?

Sobald es rechtlich zulässig ist, ja. Durch ein offenes Loch dringt Feuchtigkeit in die Dämmung, die dann ihre Wirkung verliert und kaum wieder austrocknet; die Folgen zeigen sich Monate später als Feuchtefleck, Schimmel oder abplatzender Putz. Wird die Höhle noch genutzt, schützen Sie die Umgebung provisorisch vor Schlagregen und reparieren fachgerecht mit Dämmstoff, Armierungsgewebe und angepasstem Oberputz, sobald sie leer ist. Kann das Loch nicht so lange offen bleiben, beantragen Sie bei der Naturschutzbehörde eine Ausnahme.

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