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Wohnschutz
Stechfliegen & Bremsen → 18 Min. Lesezeit

Bremsenfalle selber bauen und kaufen: Schutz vor Bremsen

Bremsenfalle selber bauen oder kaufen? So funktioniert die optische Falle mit schwarzer Kugel – Anleitung und Vergleich von H-Trap, Taon-X & Co.

Von Vyacheslav Levchenko
Optische Bremsenfalle mit schwarzer Kugel auf einer sonnigen Pferdeweide

Bremsen machen aus einem entspannten Weidesommer schnell eine Tortur – für Pferde, Rinder und ihre Halter gleichermaßen. Eine Bremsenfalle soll nicht am einzelnen Stich ansetzen, sondern an der Population: Sie soll die blutsaugenden Weibchen wegfangen, bevor diese Eier legen. Ob das auf einer offenen Weide gelingt, ist allerdings fraglich – und die Fallen fangen auch geschützte Insekten. Was belegt ist und was nicht, steht gleich unten. Einen Überblick über alle blutsaugenden Fliegenarten und den Schutz für Menschen finden Sie im Hub zum Schutz vor Stechfliegen.

Inhalt · 9 Abschnitte

Hinweis

Dieser Artikel beschreibt die Bekämpfung von Bremsen durch Fallen und ersetzt keine tierärztliche oder medizinische Beratung. Reagiert ein Tier oder ein Mensch nach einem Stich mit starker Schwellung, Atemnot oder Kreislaufproblemen, suchen Sie umgehend tierärztliche bzw. ärztliche Hilfe. Keine der hier beschriebenen Methoden bietet einen vollständigen Schutz vor Stichen – eine Bremsenfalle kann den Befallsdruck reduzieren, ihn aber nicht restlos beseitigen.

Was das Umweltbundesamt zu Bremsenfallen sagt

Eine Feldstudie (Jäckel et al. 2020, Natur und Landschaft) fand in handelsüblichen Kugelfallen nur rund 6 Prozent Bremsen – der Rest waren Nicht-Zielarten wie Wildbienen und Schmetterlinge, Pferdebremsen wurden gar nicht gefangen. Eine Verringerung der Bremsen auf offenen Weiden sei so nicht zu erreichen. Der Fang besonders geschützter Arten wie Wildbienen ist nach § 4 Abs. 1 BArtSchV verboten. Hamburg erlaubt Bremsenfallen nur mit vorheriger Genehmigung, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen verbieten sie in Schutzgebieten und lassen sie außerhalb nur zeitlich begrenzt zu. Fragen Sie vor dem Aufstellen bei der unteren Naturschutzbehörde nach, was in Ihrem Kreis gilt.

Was ist eine Bremsenfalle und für wen lohnt sie sich?

Eine Bremsenfalle ist eine Vorrichtung, die gezielt Bremsen (Tabanidae) anlockt und fängt. Anders als ein Spray oder eine Decke soll sie nicht am einzelnen Tier wirken, sondern auf die Population im Umkreis. In der Praxis ist das der schwache Punkt: Auf offenen Weiden fliegen aus der Umgebung ständig neue Bremsen nach, und eine Bestandsreduktion ist laut Umweltbundesamt so nicht zu erreichen. Eine Falle ist deshalb höchstens eine Ergänzung, nie der Hauptschutz.

Bremse (Tabanidae) in Nahaufnahme – gedrungener Körper mit großen, farbig schillernden Augen
Große, oft grün oder rot schillernde Augen und ein gedrungener Körper: das Tier, für das die Falle gebaut ist. Die dunkle, sonnenwarme Kugel soll eine Wirtssilhouette vortäuschen – in Feldversuchen gingen aber auch viele andere Insekten in die Falle. Foto: gailhampshire from Cradley, Malvern, U.K · CC BY 2.0 · via Wikimedia Commons

Besonders lohnend ist eine Bremsenfalle für:

  • Pferdebesitzer und Reitbetriebe mit Weide oder Koppel, auf der die Tiere tagsüber stehen
  • Rinder- und Schafhalter, bei denen Bremsen Unruhe, Leistungseinbußen und schlecht heilende Stichwunden verursachen
  • Gartenbesitzer in der Nähe von Gewässern, Feuchtwiesen oder Wald, wo Bremsen aus der Umgebung einfliegen

Bremsen sind dabei nicht mit den deutlich kleineren Wadenstechern zu verwechseln, die ebenfalls Pferde und Rinder plagen, aber ein anderes Verhalten zeigen. Worin sich die Arten unterscheiden und warum das für die Bekämpfung wichtig ist, erklärt der Ratgeber zu Wadenstechern bei Pferden und Nutztieren. Eine Falle gegen Bremsen fängt Wadenstecher übrigens kaum mit – beide Gruppen reagieren auf unterschiedliche Reize.

Was hilft gegen Bremsen? Die Maßnahmen im Überblick

Gegen Bremsen hilft keine einzelne Maßnahme. Verlässlich sind die Ebenen, die direkt schützen: Decke und Maske am Weidetier, helle Kleidung, Schutznetz und Repellent beim Menschen – und Orte und Zeiten mit vielen Bremsen meiden. Eine Falle kann das allenfalls ergänzen; dass sie den Bremsendruck auf einer offenen Koppel senkt, ist nicht belegt.

Was gegen Bremsen hilft – und worauf es jeweils wirkt

Maßnahme Wirkt auf Wirkdauer Grenzen
Optische Bremsenfalle Soll auf die Population wirken Ganze Saison Bestandsreduktion auf offener Weide nicht belegt; fängt viele Nicht-Zielarten, in manchen Ländern genehmigungspflichtig
Fliegendecke und Fliegenmaske Das einzelne Weidetier Solange sie getragen wird Hell und wenig gemustert wählen, ohne Biozid; Beine und Bauch bleiben teilweise frei
Repellent auf der Haut Den Menschen Wenige Stunden, je nach Wirkstoff Muss nachgetragen werden
Helle, dicht gewebte Kleidung Den Menschen Solange Sie sie tragen Dunkle Flächen und freie Haut bleiben Angriffsfläche
Schwüle Mittagsstunden am Wasser meiden Den Menschen Nur situativ In der Hochsaison kaum durchzuhalten
UV-Insektenvernichter Stuben- und Stallfliegen – Gegen Bremsen weitgehend wirkungslos

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Pflichthinweis: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Warum dunkle Kleidung Sie zur Zielscheibe macht. Bremsen erkennen ihre Wirte am Tag vor allem optisch – laut Umweltbundesamt am Polarisationsgrad des reflektierten Lichts –, dazu über Wärme und Kohlendioxid. Dunkle, großfleckig gemusterte Flächen sind für sie attraktiver als helle, wenig gemusterte. Eine dunkle Hose auf einer sonnigen Wiese wirkt aus der Distanz wie der Rumpf eines Weidetiers. Helle Stoffe verringern diesen Reiz; durch dünne Kleidung stechen Bremsen trotzdem – das Umweltbundesamt nennt Kleidung ausdrücklich kein sicheres Hindernis.

Der Standort entscheidet mit. Bremsenlarven entwickeln sich in feuchten Böden, an Ufern und in Feuchtwiesen. Wer Koppel oder Sitzplatz direkt an Teich, Bachlauf oder Waldrand hat, bekommt dauerhaft Zuflug aus der Umgebung – dort lohnt sich die Falle am meisten, während weiter entfernte Flächen oft mit Schutz am Tier auskommen.

Den ausführlichen Teil zum Schutz von Menschen – Repellent-Wirkstoffe, Kleidung und Fliegengitter am Haus – behandelt der Ratgeber zum Schutz vor Stechfliegen.

Wie funktioniert eine Bremsenfalle?

Das Herz jeder wirksamen Bremsenfalle ist ein simples Täuschungsprinzip: Sie ahmt ein großes, warmes Weidetier nach. Weibliche Bremsen – nur die Weibchen saugen Blut – suchen ihre Wirte am Tag und fast ausschließlich über das Auge sowie über Temperatur- und Geruchsreize. Drei Signale sind entscheidend:

  • Dunkle, runde Kontur: Eine große schwarze Kugel hebt sich gegen den hellen Himmel oder die grüne Weide ab und sieht aus der Distanz aus wie der Rumpf eines Pferdes oder Rindes.
  • Wärme: Schwarzes Material heizt sich in der Sonne stark auf und strahlt – ähnlich wie ein lebendes Tier – Infrarotwärme ab.
  • Bewegung: Pendelt die Kugel im Wind, verstärkt das den Eindruck eines sich bewegenden Wirts. Manche Profifallen geben zusätzlich Kohlendioxid (CO2) ab, um die Atemluft eines Tieres zu imitieren.

Die Bremse fliegt diese vermeintliche Beute von unten an und versucht zu landen. Findet sie keine Haut, fliegt sie irritiert wieder ab – und zwar typischerweise nach oben, dem Licht entgegen. Genau dort sitzt bei der optischen Falle ein Trichter mit transparentem Fangbehälter: Die Bremse steigt hinein, findet nicht mehr heraus und verendet. Bei der Klebevariante bleibt sie stattdessen direkt auf einer beschichteten Folie haften.

Schematische Darstellung einer optischen Bremsenfalle mit schwarzer Kugel, Trichter und Fangbehälter
Optisches Prinzip: Die schwarze Kugel lockt als Wirt-Attrappe, die irritierte Bremse steigt nach oben in den Trichter und den Fangbehälter.

Warum UV-Lichtfallen gegen Bremsen versagen. Im Stall hängen oft elektrische UV-Insektenvernichter, die nachtaktive Stuben- und Stallfliegen anziehen. Bremsen reagieren darauf nicht: Sie sind tagaktiv und orientieren sich an Kontrast, Wärme und CO2 statt an UV-Licht. Eine UV-Falle ist gegen Bremsen daher weitgehend nutzlos – und im Freien ohnehin verboten (§ 4 Abs. 1 Nr. 4 BArtSchV). Dieser Unterschied erklärt, warum viele Pferdehalter zunächst frustriert sind: Die teure Stallfalle fängt alles Mögliche, nur keine Bremsen.

Bremsenfalle selber bauen – Schritt für Schritt

Eine funktionierende Bremsenfalle lässt sich mit überschaubarem Aufwand selber bauen. Das Grundprinzip bleibt immer gleich: eine große schwarze Kugel als Köder, darüber ein Trichter oder eine Klebefläche, die die abfliegende Bremse abfängt. Für den Eigenbau haben sich zwei Varianten bewährt – die Trichterfalle mit Fangbehälter und die einfachere Klebefalle.

Das brauchen Sie für die Trichtervariante:

Materialliste DIY-Bremsenfalle

  • Großer schwarzer Ball oder Gymnastikball, mindestens 50 cm Durchmesser (je dunkler und matter, desto besser)
  • Stabiles Gestell oder Dreibein aus Holzlatten bzw. Metallrohren, etwa 1,5 bis 2 m hoch
  • Heller bis transparenter Trichter oder eine kegelförmige Plane, die nach oben in einen Fangbehälter mündet
  • Durchsichtiger Fangbehälter (PET-Flasche oder Eimer) für die abgefangenen Bremsen
  • Schnur oder Kette zur beweglichen Aufhängung der Kugel, Kabelbinder, Draht
  • Optional: schwarze, matte Sprühfarbe, falls kein dunkler Ball vorhanden ist

Der schwarze Gymnastikball ist das wichtigste Bauteil – er muss groß, dunkel und matt sein, damit er sich aufheizt und nicht durch Glanzreflexe verrät. Glänzende oder zu kleine Bälle funktionieren deutlich schlechter.

Schritt für Schritt zur Trichterfalle:

Bremsenfalle bauen in 6 Schritten

  1. 1
    Gestell aufstellen

    Dreibein aus Latten oder Rohren an einem sonnigen, ebenen Platz aufbauen und gegen Umkippen sichern

  2. 2
    Trichter montieren

    Den hellen Trichter mit der breiten Öffnung nach unten oben am Gestell befestigen, oben mündet er in den Fangbehälter

  3. 3
    Fangbehälter ansetzen

    Durchsichtigen Behälter dicht an die Trichterspitze setzen, damit aufsteigende Bremsen nur hinein, nicht hinaus gelangen

  4. 4
    Kugel aufhängen

    Die schwarze Kugel mittig unter dem Trichter frei pendelnd aufhängen, etwa 30 bis 50 cm unter der unteren Trichteröffnung

  5. 5
    Beweglichkeit prüfen

    Die Kugel muss im Wind leicht schwingen können – das verstärkt den Bewegungsreiz für anfliegende Bremsen

  6. 6
    Standort wählen

    Vollsonnig und windexponiert am Weiderand platzieren, einige Meter abseits der Tiere

Keine Klebevariante im Freien. Eine mit Leimfolie umwickelte Kugel ist schneller gebaut, fängt aber wahllos alles, was landet – Wildbienen, Schwebfliegen, Schmetterlinge. Besonders geschützte Arten mit Leim zu fangen, verbietet § 4 Abs. 1 Nr. 1 BArtSchV ausdrücklich. Im Freien deshalb keine Klebeflächen einsetzen.

Achten Sie beim Standort darauf, dass weder Tiere noch Kinder an die Klebeflächen gelangen. Insektenleim ist sehr klebrig und lässt sich nur schwer aus Fell, Haut oder Kleidung entfernen. Hängen Sie die Falle so, dass die Kugel frei pendelt, aber außerhalb der Reichweite neugieriger Weidetiere bleibt.

Bremsenfallen kaufen: H-Trap, Taon-X & Co. im Vergleich

Wer den Eigenbau scheut, findet im Handel fertige Systeme. Sie folgen demselben optischen Prinzip wie die Eigenbaufalle, sind aber strömungstechnisch optimiert, witterungsbeständig und oft mit zusätzlichem CO2- oder Geruchsköder ausgestattet. Grob lassen sich drei Kategorien unterscheiden: große optische Standfallen, kompakte optische Fallen und einfache Klebefallen.

Die bekannteste optische Standfalle ist die H-Trap (auch als H-Trap Professional bekannt). Sie besteht aus einem stabilen Dreibein, einer großen schwarzen Kugel und einem Sammelbehälter an der Spitze. Solche Standfallen fangen über die Saison viele Insekten – welcher Anteil davon Bremsen sind, hängt stark vom Standort ab; im Feldversuch waren es im Mittel nur rund 6 Prozent. Sie sind zudem die teuerste Variante.

Daneben gibt es kompaktere optische Fallen, die nach demselben Prinzip arbeiten, aber günstiger und leichter umzustellen sind. Produkte wie Taon-X setzen ebenfalls auf eine dunkle, sich erwärmende Köderfläche und einen Fangtrichter, sind aber eher für mittlere Flächen oder den Garten gedacht. Mehrere kleine Fallen verteilt aufzustellen kann hier wirksamer sein als eine einzige große.

Die dritte Kategorie sind Klebefallen: schwarze Klebeflächen, Klebebänder oder umwickelbare Köderkugeln. Sie sind günstig, fangen im Freien aber wahllos auch geschützte Insekten – was § 4 BArtSchV verbietet. Für draußen sind sie deshalb keine Option.

Bremsenfallen im Vergleich

Optische Standfalle (H-Trap)

Einsatz
Große Weide/Koppel
Beifang
Hoch (Wildbienen, Falter)
Aufwand
Aufbau nötig, wartungsarm
Kosten
Hoch

Kompakte optische Falle (Taon-X)

Einsatz
Mittlere Fläche, Garten
Beifang
Hoch (Wildbienen, Falter)
Aufwand
Schnell umstellbar
Kosten
Mittel

Klebefalle / Klebeband

Einsatz
Im Freien unzulässig (§ 4 BArtSchV)
Beifang
Wahllos
Aufwand
–
Kosten
Niedrig

Eigenbau-Trichterfalle

Einsatz
Mittlere Fläche
Beifang
Hoch (Wildbienen, Falter)
Aufwand
Bauaufwand einmalig
Kosten
Sehr niedrig

Wo aufstellen? Standort auf Weide, Koppel und im Garten

Klären Sie vor dem Aufstellen mit der unteren Naturschutzbehörde, ob Bremsenfallen in Ihrem Land oder Kreis erlaubt sind – in Hamburg nur mit Genehmigung, in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen nicht in Schutzgebieten und außerhalb nur zeitlich begrenzt. Für den Standort gilt dann:

  • Vollsonnig aufstellen. Die schwarze Kugel muss sich aufheizen können. Im Schatten bleibt der Wärmereiz aus und die Falle wirkt kaum.
  • Am Rand der Fläche, abseits der Tiere. Stellen Sie die Falle einige Meter vom Aufenthaltsbereich der Tiere entfernt auf – nicht mittendrin und nicht direkt am Unterstand. Sonst konkurriert die Kugel mit den echten Tieren und zieht Bremsen erst recht in deren Nähe.
  • Freie Anflugschneise. Die Kugel sollte aus der Hauptanflugrichtung der Bremsen gut sichtbar sein, also nicht hinter Hecken oder Zäunen verschwinden.
  • Windgeschützt, aber nicht windstill. Etwas Bewegung der Kugel ist erwünscht, starker Wind kann das Gestell jedoch umwerfen oder den Anflug stören.
  • Mehrere Fallen verteilen. Auf großen Flächen wirken mehrere Fallen an verschiedenen Rändern oft besser als eine einzelne zentrale.

Wichtiger als die Falle bleibt der direkte Schutz am Tier. Eine Fliegendecke hält Bremsen vom Pferdekörper fern – laut Umweltbundesamt reicht dafür die mechanische Barriere; Decken mit Biozid bringen keinen belegten Zusatznutzen, belasten aber beim Waschen das Abwasser. Am besten eignen sich helle Decken mit kleinflächigem oder ohne Muster.

Optische Bremsenfalle am sonnigen Rand einer Pferdekoppel, einige Meter abseits der Tiere
Idealer Standort: vollsonnig, am Rand der Koppel und einige Meter abseits der Tiere mit freier Anflugschneise.

Wirksamkeit und Grenzen – was eine Falle nicht leistet

Die Erwartungen an eine Bremsenfalle sollten niedrig sein. Was sie leisten kann und was nicht:

Das kann eine Bremsenfalle: Sie fängt Bremsen, die sich an ihr orientieren – an einem passenden Standort auch in größerer Zahl. Dass sich der Bremsendruck auf einer offenen Weide dadurch messbar senken lässt, ist nicht belegt; im Feldversuch waren nur rund 6 Prozent des Fangs Bremsen.

Das kann eine Bremsenfalle nicht:

  • Kein Sofortschutz für ein einzelnes Tier. Die Falle wirkt auf die Population, nicht auf den akuten Stich. Wer ein Pferd heute schützen will, braucht zusätzlich Decke, Maske und Repellent.
  • Keine Wirkung gegen andere Plagegeister. Bremsenfallen fangen kaum Wadenstecher, Mücken oder Kriebelmücken – diese reagieren auf andere Reize.
  • Kein Ersatz für Weide- und Stallhygiene. Feuchte Senken und stehendes Wasser bleiben Brutstätten; das Umfeld trockenzuhalten bleibt Teil der Strategie.
  • Keine Bestandskontrolle. Bremsen fliegen aus der weiteren Umgebung ständig nach.
  • Nicht selektiv. Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge landen ebenfalls im Fangbehälter – deshalb die Genehmigungspflichten und Verbote in einigen Ländern.

Das Umweltbundesamt setzt bei Bremsen deshalb auf passive Maßnahmen: Weiden und Ställe zu den Flugzeiten meiden, helle Kleidung, Schutznetze, Fliegendecken ohne Biozid und Repellent beim Reiten. Bremsen können außerdem Krankheitserreger übertragen – in Deutschland den Erreger der Hasenpest (Tularämie).

Falls Sie oder ein Tier trotz aller Maßnahmen doch gestochen wurden, hilft der Ratgeber zur richtigen Behandlung eines Bremsenstichs weiter – dort lesen Sie, wie Sie Schwellung und Juckreiz lindern und wann ein Stich ärztlich abgeklärt gehört.

Nicht jeder schmerzhafte Stich im Garten stammt von einer Bremse; die Unterscheidung von Mücken und anderen Stechfliegen nimmt Stechfliegen oder Mücken? vor.

Häufige Fragen

Was hilft gegen Bremsen?

Verlässlich hilft der direkte Schutz: Fliegendecke und Fliegenmaske (hell, ohne Biozid) am Weidetier, helle Kleidung, Schutznetz und Repellent beim Menschen, dazu Orte und Zeiten mit vielen Bremsen meiden. Eine optische Falle kann das ergänzen, eine Bestandsreduktion auf offenen Weiden ist laut Umweltbundesamt aber nicht zu erreichen; Fallen fangen zudem viele geschützte Insekten mit. Einzeln wirkt jede Ebene nur begrenzt: Die Falle hilft nicht gegen den akuten Anflug, und ein Mittel auf der Haut senkt den Bremsendruck auf der Fläche nicht. UV-Insektenvernichter sind gegen Bremsen weitgehend wirkungslos, weil sich Bremsen tagsüber an Kontrast, Wärme und Kohlendioxid orientieren statt an UV-Licht. Alle Produkte, die wir in unseren Ratgebern zu Stechfliegen & Bremsen empfehlen, stehen gesammelt in der Produktübersicht.

Funktioniert eine selbst gebaute Bremsenfalle wirklich?

Technisch ja: eine schwarze Kugel von mindestens 50 cm Durchmesser, beweglich aufgehängt unter einem Trichter mit Fangbehälter, an einem sonnigen Standort. Erwarten Sie aber nicht zu viel – im Feldversuch waren nur rund 6 Prozent des Fangs solcher Fallen Bremsen, der Rest Wildbienen, Falter und andere Insekten. Klebeflächen sind im Freien nach § 4 BArtSchV unzulässig, und in einigen Ländern sind Bremsenfallen genehmigungspflichtig oder in Schutzgebieten verboten.

Warum lockt eine schwarze Kugel Bremsen an?

Weibliche Bremsen suchen ihre Wirte über Wärme, Bewegung und dunkle, runde Konturen. Eine schwarze Kugel heizt sich in der Sonne auf, pendelt im Wind und ahmt damit den Körper eines großen Weidetiers nach. Die Bremse fliegt die vermeintliche Beute an, findet keine Haut und steigt nach oben in den Trichter. Dasselbe tun allerdings auch viele andere Insekten.

Reagieren Bremsen auf UV-Lichtfallen wie Stubenfliegen?

Nein. Bremsen (Tabanidae) orientieren sich tagsüber visuell an Kontrast, Wärme und CO2, nicht an UV-Licht. Klassische elektrische UV-Insektenvernichter aus dem Stall fangen Stuben- und Stallfliegen, sind gegen Bremsen aber weitgehend wirkungslos. Für Bremsen braucht es optische Fallen mit dunkler Kugel.

Wo stelle ich eine Bremsenfalle am besten auf?

An einem vollsonnigen, möglichst windgeschützten Standort am Rand der Weide oder Koppel, einige Meter abseits der Tiere und nicht direkt am Unterstand. Die Kugel muss frei pendeln können und von den Bremsen aus der Anflugrichtung gut sichtbar sein. Mehrere kleinere Fallen an verschiedenen Stellen wirken oft besser als eine einzelne.

Ersetzt eine Bremsenfalle Fliegendecke und Repellent?

Nein. Eine Bremsenfalle schützt kein einzelnes Tier akut, und dass sie die Population auf einer offenen Weide senkt, ist nicht belegt. Für den direkten Schutz am Pferd bleiben Fliegendecke, Fliegenmaske und zugelassene Repellents nötig. Falle und Schutz am Tier ergänzen sich, sie ersetzen einander nicht.

Hinweis

Die Angaben in diesem Artikel dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine tierärztliche oder ärztliche Beratung. Eine Bremsenfalle kann den Befallsdruck reduzieren, garantiert aber keinen vollständigen Schutz vor Stichen. Bei starken allergischen Reaktionen, ausgedehnten Schwellungen oder anhaltenden Beschwerden nach einem Stich wenden Sie sich an eine Tierärztin, einen Tierarzt oder eine ärztliche Praxis.

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