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Wohnschutz
Haushalt & Hygiene → 31 Min. Lesezeit

Grillen im Haus: Heimchen oder schwarze Feldgrille? Was tun

Schwarze Grille in der Wohnung? Meist eine verirrte Feldgrille, die wieder nach draußen gehört. Heimchen dagegen zirpen nachts und vermehren sich drinnen.

Von Vyacheslav Levchenko
Heimchen (Acheta domesticus) auf einem Holzboden an einer hellen Wand – hellbraune Hausgrille mit sehr langen Fühlern

Zwei ganz verschiedene Fälle: Eine große, glänzend schwarze Grille von 20–26 mm ist fast immer eine verirrte Feldgrille aus dem Garten – sie vermehrt sich im Haus nicht, gilt bundesweit als gefährdet und gehört mit Glas und Karton wieder ins Freie. Ein hellbraunes, 16–20 mm kleines Tier, das nachts gleichmäßig zirpt und morgens verschwunden ist, ist dagegen ein Heimchen: wärmeliebend, ganzjährig in beheizten Gebäuden, und es vermehrt sich drinnen.

Welcher der beiden Fälle vorliegt, entscheidet alles Weitere. Dieser Ratgeber zeigt zuerst die Unterscheidung, dann die Quelle des Befalls und schließlich, was ein Heimchen-Befall dauerhaft beendet – ergänzend zu unseren Grundlagen zur vorbeugenden Schädlingsabwehr im Haus.

Inhalt · 14 Abschnitte

Medizinischer Hinweis

Kot, Häutungsreste und Chitinstaub von Heimchen gelten als bekannte Allergene – dokumentiert vor allem bei Reptilienhaltern und in Insektenzuchtbetrieben. Bei empfindlichen Personen kann der Staub Atemwegsbeschwerden, Reizhusten, Bindehautreizungen oder Hautreaktionen auslösen. Wer beim Reinigen befallener Bereiche mit Beschwerden reagiert oder an Asthma leidet, sollte ärztlichen Rat einholen. Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine medizinische Beratung.

Was sind Heimchen?

Das Heimchen (Acheta domesticus), auch Hausgrille genannt, ist eine 16 bis 20 Millimeter große Grille aus der Familie der Echten Grillen. Ursprünglich stammt die Art aus Nordafrika und Südwestasien; in Mitteleuropa lebt sie fast ausschließlich als Kulturfolger in beheizten Gebäuden.

So erkennen Sie ein Heimchen:

Heimchen sicher bestimmen

  1. 1
    Größe 16–20 mm

    Deutlich kleiner als eine Feldgrille, schlanker Körperbau, walzenförmig.

  2. 2
    Hellbraun bis strohgelb

    Gelblich-graue Grundfarbe mit dunkler, bänderartiger Zeichnung am Kopf – nicht schwarz.

  3. 3
    Sehr lange Fühler

    Die fadenförmigen Fühler sind länger als der gesamte Körper und ständig in Bewegung.

  4. 4
    Kräftige Sprungbeine

    Springt bei Störung 30–50 cm weit und flüchtet blitzschnell in die nächste Ritze.

  5. 5
    Zwei Hinterleibsanhänge

    Am Körperende sitzen zwei borstenartige Cerci; Weibchen tragen zusätzlich eine lange Legeröhre.

Heimchen sind flugfähig, nutzen die Flügel aber kaum – sie laufen und springen. Ihr Wärmeoptimum liegt bei 25 bis 35 °C. Unterhalb von etwa 20 °C stellen sie die Fortpflanzung weitgehend ein, dauerhafte Kälte überleben sie nicht. Genau deshalb sind sie in Deutschland ein reines Innenraum-Problem: Im Freien überstehen sie den Winter kaum, in einem Heizungskeller mit konstanten 25 °C dagegen ganzjährig.

Heimchen (Acheta domesticus) von oben – strohgelbe Hausgrille mit dunkel gebändertem Kopf, flach anliegenden Flügeln und langem Legebohrer des Weibchens
Heimchen sind hellbraun bis strohgelb, 16–20 mm groß und tragen Fühler, die länger sind als ihr Körper. Der lange Legebohrer am Hinterleib kennzeichnet die Weibchen. Foto: Geyersberg, Professor emeritus Hans Schneider · CC BY-SA 3.0 · via Wikimedia Commons

Schwarze Grille im Haus: meist eine Feldgrille

Wenn Sie eine große, glänzend schwarze Grille in der Wohnung finden, handelt es sich meist nicht um ein Heimchen, sondern um eine verirrte Feldgrille (Gryllus campestris) aus dem Garten. Feldgrillen sind 20–26 mm groß, tiefschwarz und gedrungen gebaut; sie leben in selbst gegrabenen, 10 bis 20 Zentimeter tiefen Erdröhren auf mageren, sonnigen Wiesen. In Gebäuden sind sie Irrgäste, die sich dort nicht vermehren – ihnen fehlt schlicht der Boden, in den sie ihre Röhre graben könnten.

Warum kommen Grillen im Herbst ins Haus?

Ausgewachsene Feldgrillen gibt es nur von Ende April bis Anfang August – wer im Spätsommer oder Herbst eine schwarze Grille findet, hat fast immer eine Larve vor sich. Die Art entwickelt sich über zwei Jahre und überwintert im vorletzten oder letzten Larvenstadium: Im Herbst trennen sich die Tiere und jede Larve gräbt sich eine eigene Röhre für den Winter. Auf dieser Suche laufen sie weite Strecken und geraten dabei in Kellerschächte, Terrassentüren und Garagen. Erst im April häuten sie sich zur erwachsenen Grille – dann beginnt auch der bekannte Gesang, den nur die Männchen erzeugen.

Rechtlich ist die Feldgrille keine besonders geschützte Art: In Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung ist von den heimischen Grillen allein die Östliche Grille (Modicogryllus frontalis) aufgeführt. Töten dürfen Sie das Tier trotzdem nicht einfach – § 39 Absatz 1 BNatSchG verbietet, wild lebende Tiere ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten, und ein einzelner Irrgast in der Wohnung ist kein solcher Grund. Bundesweit gilt die Art nach der Roten Liste als gefährdet (Kategorie 3).

Was zu tun ist: Glas über das Tier stülpen, Karton oder Postkarte darunterschieben und die Grille im Garten an einer sonnigen, trockenen Stelle mit lockerem Boden aussetzen – nicht auf dem Kompost und nicht im Schatten. Mittel gegen Heimchen, Klebefallen und Kieselgur sind hier fehl am Platz: Sie treffen ein Tier, das ohnehin nicht bleibt, und lösen kein Befallsproblem, weil es keines gibt.

Feldgrille (Gryllus campestris) im Gras – glänzend schwarzer, gedrungener Körper mit langen Fühlern und gelbbraunem Flügelansatz
Feldgrille (Gryllus campestris): glänzend schwarz, gedrungen, mit gelbbraunem Flügelansatz – deutlich größer und dunkler als ein Heimchen. Foto: Björn S... · CC BY-SA 2.0 · via Wikimedia Commons

Keine schwarze Heuschrecke. Viele beschreiben den Fund als „schwarze Heuschrecke im Haus“ – ganz falsch ist das nicht: Grillen gehören zur Ordnung der Heuschrecken, genauer zu den Langfühlerschrecken. Mit den grünen Grashüpfern aus der Wiese haben sie aber nur die Sprungbeine gemeinsam.

Mittelmeer-Feldgrille: der entwischte Futtertier-Fall

Eine schwarze Grille mit zwei gelblichen Flecken am Ansatz der Vorderflügel ist keine heimische Feldgrille, sondern eine Mittelmeer-Feldgrille (Gryllus bimaculatus). Sie wird 20 bis 33 Millimeter lang, ist auf kurzen Strecken flugfähig und gehört neben dem Heimchen zu den am häufigsten verfütterten Futterinsekten für Terrarientiere. Findet sich ein solches Tier in der Wohnung, stammt es fast immer aus einer Futterdose im eigenen Haushalt oder aus einer Nachbarwohnung mit Terrarium. Für die Suche nach der Quelle gilt deshalb dasselbe wie beim Heimchen: zuerst an Terrarien und Futtertiere denken.

Grille im Haus: Bedeutung im Volksglauben

Wer nach der Bedeutung einer Grille im Haus fragt, stößt auf eine freundliche Tradition. Im Volksglauben galt die Grille im Haus als Glücksbringer; Heimchen wurden früher sogar in kleinen hölzernen Grillenhäuschen gehalten, um ihr Zirpen in der Wohnung zu hören. Charles Dickens machte das Heimchen in seiner Erzählung „Das Heimchen am Herde“ zum Glückssymbol eines Hauses. Praktisch bedeutet eine Grille im Haus heute vor allem eines: eine Feldgrille auf Winterquartiersuche – oder, bei hellbraunen Tieren, eine Wärmequelle, an der sich Heimchen vermehren.

Woher Heimchen in die Wohnung kommen

Heimchen erscheinen nicht zufällig, und eine echte Grillenplage im Haus geht fast immer auf sie zurück – nicht auf die Feldgrille. Sie haben in Mitteleuropa nur wenige Quellen – und in Wohnungen ist eine davon mit Abstand die häufigste.

1. Futtertiere aus dem Zoofachhandel (Hauptquelle). Heimchen werden in Dosen als Lebendfutter für Reptilien, Amphibien, Vogelspinnen und Ziervögel verkauft. Beim Öffnen der Dose, beim Umsetzen ins Terrarium oder beim Verfüttern entkommen regelmäßig einzelne Tiere. Ein einziges begattetes Weibchen genügt: Es legt im Laufe seines Lebens mehrere Hundert bis über tausend Eier. Wenn Sie ein Terrarium betreiben oder in der Nachbarschaft eines betrieben wird, ist dies die erste Spur, der Sie nachgehen sollten.

2. Komposthaufen und Biotonnen. Verrottendes Material erzeugt Eigenwärme. Große Komposthaufen erreichen im Inneren dauerhaft 25 bis 40 °C und bieten damit auch im Winter Bedingungen, unter denen Heimchen überleben. Von dort wandern sie bei Kälteeinbruch Richtung Hauswand.

3. Warme Gebäudetechnik. Heizungskeller, Technikräume, Wärmepumpen-Aufstellräume, Fahrstuhlschächte und Rohrkanäle in Mehrfamilienhäusern sind klassische Rückzugsorte. Von dort verteilen sich die Tiere über Leitungsschächte in Wohnungen.

4. Gewerbliche Wärmequellen in der Nachbarschaft. Bäckereien, Großküchen, Gärtnereien mit beheizten Gewächshäusern, Müllumschlagplätze und Klärwerke sind bekannte Dauerhabitate. Wer in unmittelbarer Nähe wohnt, erlebt vor allem im Spätsommer und Herbst Zuwanderung.

5. Eingeschleppt mit Ware. Seltener, aber möglich: Heimchen und ihre Eier gelangen mit Kartonagen, Blumenerde, Topfpflanzen oder gebrauchten Möbeln ins Haus.

Typisch ist die Zuwanderung in der kühlen Jahreshälfte: Sinken die Außentemperaturen, orientieren sich die Tiere an Wärme und ziehen ins Gebäude. Ähnliche saisonale Muster kennen Sie von anderen Krabbeltieren – mehr dazu in unserem Überblick zu Insekten in der Wohnung im Frühjahr.

Warum Heimchen nachts zirpen

Das Zirpen ist der Grund, warum die meisten Betroffenen überhaupt aktiv werden – nicht der Schaden, sondern der Schlafmangel.

Nur die Männchen zirpen. Der Laut entsteht nicht durch Reiben der Beine, sondern durch Stridulation der Vorderflügel: Eine gezahnte Schrillader auf dem einen Flügel wird über die harte Schrillkante des anderen gezogen. Der Flügel selbst wirkt dabei als Resonanzfläche und verstärkt den Ton. Das Ergebnis ist ein gleichmäßiges, helles Zirpen im Bereich um 4 bis 5 Kilohertz – eine Frequenz, die das menschliche Gehör besonders gut wahrnimmt und die sich im Raum kaum orten lässt.

Der Gesang ist ein Werbegesang. Das Männchen lockt damit paarungsbereite Weibchen an. Ein zirpendes Heimchen bedeutet also: Es ist mindestens ein geschlechtsreifes Männchen vorhanden, das mit Vermehrung rechnet.

Nachtaktivität. Heimchen sind dämmerungs- und nachtaktiv. Sobald es dunkel und ruhig wird, verlassen sie ihre Verstecke, suchen Nahrung und beginnen zu rufen. Deshalb hört man sie fast ausschließlich abends und nachts – tagsüber sitzen sie zurückgezogen in Ritzen, hinter Sockelleisten oder unter Geräten.

Wärme macht laut. Die Rufrate ist temperaturabhängig: Je wärmer die Umgebung, desto schneller die Flügelbewegung und desto durchdringender der Gesang. Bei rund 30 °C – etwa direkt an einer Heizungsleitung, hinter dem Kühlschrank oder unter einer Terrarienbeleuchtung – erreicht das Zirpen sein Maximum. Genau darin liegt eine praktische Chance: Wer die Wärmequelle in der Nacht drosselt, senkt oft schon spürbar die Lautstärke.

So orten Sie den Rufer: Warten Sie, bis das Zirpen einsetzt, und betreten Sie den Raum leise. Heimchen verstummen bei Erschütterung sofort und beginnen nach ein bis zwei Minuten Ruhe erneut. Nähern Sie sich in mehreren Etappen und prüfen Sie gezielt die warmen Stellen: Rückseite von Kühlschrank und Gefriertruhe, Heizungsnischen, Rohrdurchführungen, Wäschetrockner, Terrarienunterbau.

Welches Geräusch ist das?

Nächtliche Geräusche im Haus stammen längst nicht immer von Grillen. Die folgende Übersicht hilft bei der Zuordnung, bevor Sie mit der Bekämpfung beginnen.

Nächtliche Geräusche im Haus zuordnen

Verursacher Geräusch Wann Typischer Ort
Heimchen (Hausgrille) Helles, gleichmäßiges Zirpen, hohe Frequenz Abends und nachts, ganzjährig in beheizten Räumen Küche, Heizungskeller, hinter Geräten
Holzwurm (Nagekäfer) Leises, rhythmisches Klopfen oder Ticken im Holz Vor allem Frühjahr bis Frühsommer, oft nachts Dachstuhl, Balken, alte Möbel
Marder Trappeln, Poltern, Rollen, Kratzen über dem Kopf Meist zwischen Mitternacht und Morgengrauen Dachboden, Zwischendecke, Dämmung
Mäuse und Ratten Kratzen, Scharren, Nagen, feines Trippeln Nachts, oft in Wellen Wände, Zwischendecken, Vorratsräume
Feldgrille (draußen) Lautes Zirpen von außen, durchs Fenster hörbar Mai bis Juli, überwiegend tagsüber und abends Wiese, Böschung, Garten

Ein Klopfen im Holz deutet nicht auf Grillen hin, sondern auf holzzerstörende Käfer – wie Sie den Befall prüfen und behandeln, lesen Sie im Ratgeber Holzwurm bekämpfen. Trappeln und Poltern über der Decke stammt dagegen fast immer von größeren Tieren – welches, verraten Uhrzeit und Kot zusammen: Die Zuordnung Schritt für Schritt steht unter Geräusche auf dem Dachboden: welches Tier ist das?, die Gegenmaßnahmen beim häufigsten Verdacht unter Marder im Dach vertreiben. Nur ein durchgehendes, hohes Zirpen aus Bodennähe spricht wirklich für Heimchen.

Heimchen-Befall sicher erkennen

Neben dem Zirpen gibt es mehrere handfeste Spuren, mit denen Sie einen Befall bestätigen und seinen Umfang einschätzen können.

Kot. Heimchen hinterlassen kleine, dunkle, längliche Kotkrümel von etwa 1 bis 2 Millimetern – oft an denselben Stellen, an denen sich die Tiere tagsüber verstecken. Typische Fundorte: Sockelleisten, Ecken hinter Geräten, Schubladenrückwände, Ritzen im Estrich.

Häutungsreste. Nymphen häuten sich auf dem Weg zum erwachsenen Tier acht- bis zehnmal. Die zurückbleibenden hellen, hauchdünnen Hüllen sehen aus wie leere Kopien des Tieres und sind ein sicheres Zeichen dafür, dass sich die Population vor Ort vermehrt und nicht nur einzelne Tiere zugewandert sind.

Fraßspuren. Heimchen sind Allesfresser. Sie gehen an offene Lebensmittel, Tierfutter, Papier, Kartonagen und bei starkem Befall auch an Textilien – bevorzugt an verschmutzten Stellen von Wolle, Seide oder Baumwolle. Typisch sind unregelmäßige, punktuelle Löcher.

Sichtungen bei Licht. Schalten Sie nachts in der Küche unvermittelt das Licht ein: Bei Befall sehen Sie Tiere über den Boden huschen und in Ritzen verschwinden.

Umfang abschätzen. Kleben Sie in mehreren Räumen Klebefallen aus und werten Sie sie nach einer Woche aus. Einzelne Fänge sprechen für zugewanderte Irrgäste; mehrere Tiere pro Falle und Woche, dazu Häutungsreste, deuten auf eine etablierte Population an einer Wärmequelle.

Befallscheck in 6 Schritten

  • Nachts leise dem Zirpen folgen und die wärmsten Stellen des Raums prüfen
  • Kühlschrank, Gefriertruhe und Wäschetrockner abrücken und Rückseiten kontrollieren
  • Sockelleisten und Estrichfugen auf Kotkrümel und Häutungsreste absuchen
  • Vorratsschränke und Tierfutter auf Fraßspuren und offene Verpackungen prüfen
  • Heizungskeller, Technikraum und Leitungsschächte inspizieren
  • Klebefallen auslegen und den Fang nach sieben Tagen auswerten

Sind Grillen im Haus gefährlich oder giftig?

Kurz: Weder Heimchen noch Feldgrillen sind giftig oder gefährlich. Heimchen sind keine Krankheitsüberträger im klassischen Sinn: Es sind keine Fälle bekannt, in denen sie in Deutschland Infektionskrankheiten auf den Menschen übertragen hätten. Sie beißen praktisch nie, sind nicht giftig und richten keinen Bauschaden an. Der Umgang mit ihnen ist trotzdem kein reines Komfortthema.

Hygienisch relevant ist der Weg der Tiere. Heimchen laufen nachts über Abfallreste, Bodenritzen und Abflüsse und anschließend über Arbeitsflächen, Geschirr und offene Lebensmittel. Damit können sie Keime mechanisch verschleppen. Betroffene Lebensmittel gehören in den Abfall, Arbeitsflächen sollten Sie gründlich reinigen – die Grundlagen dazu finden Sie in unserem Ratgeber zur Hygiene im Haushalt.

Allergien sind das eigentliche medizinische Thema. Kot, Häutungsreste und Chitinstaub von Acheta domesticus sind als Allergene beschrieben – am besten dokumentiert bei Reptilienhaltern und Beschäftigten in Insektenzuchten, die dauerhaft hoher Staubbelastung ausgesetzt sind. Mögliche Reaktionen reichen von Reizhusten, Niesen und tränenden Augen bis zu Hautausschlag; bei Menschen mit Asthma kann Insektenstaub die Beschwerden verstärken. Kreuzreaktionen mit Hausstaubmilben- und Krustentierallergenen sind beschrieben.

Praktische Konsequenz für die Reinigung: Saugen Sie befallene Bereiche mit einem Staubsauger mit Feinfilter ab, statt trocken zu kehren – Kehren wirbelt Kot- und Chitinstaub auf. Entsorgen Sie den Beutel danach im verschlossenen Müllsack außerhalb der Wohnung. Bei starkem Befall oder bekannter Allergie sind FFP2-Maske und Handschuhe sinnvoll.

Grillen im Haus loswerden: Fangen und Klebefallen

Wer Heimchen in der Wohnung loswerden will, fängt klein an: Bei wenigen zugewanderten Tieren kommen Sie ohne Chemie aus. Zwei Methoden führen am schnellsten zum Ziel.

Absaugen. Der Staubsauger ist die sauberste Sofortmaßnahme: Er erfasst Tiere, Kot und Häutungsreste in einem Arbeitsgang. Saugen Sie gezielt Ritzen, Sockelleisten und Geräterückseiten ab und entsorgen Sie den Beutel anschließend verschlossen im Außenmüll.

Klebefallen (Schabenfallen). Flache Klebefallen sind das wichtigste Werkzeug – zur Bekämpfung und zur Kontrolle. Heimchen laufen an Wänden und Kanten entlang; platzieren Sie die Fallen deshalb nicht mitten im Raum, sondern direkt an der Wand, in Ecken, hinter dem Kühlschrank, unter der Spüle, neben der Heizung und rund um das Terrarium. Kontrollieren Sie die Fallen wöchentlich: Sinkende Fangzahlen zeigen, dass die Maßnahmen greifen.

Köderfallen aus dem Haushalt. Ein einfacher Behelf: ein Glas mit steilen Wänden, innen mit etwas Zuckerwasser, Bierrest oder feuchtem Katzenfutter beködert, außen mit einem Stück Pappe als Aufstiegshilfe. Heimchen fallen hinein und kommen nicht wieder heraus. Diese Methode ersetzt keine Klebefallen, ist aber nachts über der Küchenzeile eine kostenlose Ergänzung.

Einzeltiere aussetzen. Handelt es sich um wenige Tiere und stört nur der Lärm, können Sie sie mit Glas und Karton fangen. Beachten Sie: Heimchen überleben im Freien im Winter kaum – ein Aussetzen im Garten ist bei Frost keine tierfreundliche Lösung, sondern verlagert das Problem nur.

Kieselgur, Spray und Barrieren

Hat sich eine Population etabliert – erkennbar an Häutungsresten und regelmäßigen Fängen –, reichen Fallen allein nicht mehr aus. Dann kommt eine Kombination aus mechanischen und, wo nötig, chemischen Mitteln zum Einsatz.

Kieselgur (Diatomerde) ist das Mittel der Wahl für Ritzen und Hohlräume. Das feine Pulver aus fossilen Kieselalgen wirkt rein physikalisch: Es saugt die schützende Fettschicht von der Insektenhülle, die Tiere verlieren Wasser und trocknen aus. Es entsteht keine Resistenz, und für Menschen und Haustiere ist Kieselgur unbedenklich, solange der feine Staub nicht eingeatmet wird – beim Ausbringen gehört eine FFP2-Maske dazu (Kieselgur richtig anwenden). Anwendung: hauchdünn hinter Sockelleisten, in Estrichfugen, in Rohrdurchführungen und hinter Geräten ausbringen – dicke Pulverwälle werden von Insekten umlaufen. Kieselgur wirkt nur trocken; in feuchten Kellern muss sie erneuert werden. Dieselbe Barriere-Logik nutzen wir auch gegen Kellerasseln im Keller.

Insektenspray gegen kriechende Insekten kommt nur punktuell und gezielt zum Einsatz – nicht als Raumnebel. Präparate auf Pyrethrum- oder Pyrethroid-Basis wirken als Kontaktgift an behandelten Flächen. Sprühen Sie ausschließlich Ritzen, Fugen, Geräterückseiten und Leitungsdurchführungen, halten Sie Lebensmittel, Kinderspielzeug und Haustiere fern und lüften Sie anschließend gründlich. Wichtig bei Terrarien: Pyrethroide sind für Reptilien, Amphibien, Fische und Wirbellose hochgiftig – Aquarien und Terrarien vorher abdecken, Filter- und Belüftungspumpen abschalten, im selben Raum möglichst ganz auf Sprays verzichten.

Köder-Gele aus dem Schabenbereich werden von Heimchen ebenfalls angenommen und können in schwer zugänglichen Hohlräumen ergänzend helfen. Sie wirken langsamer als Kontaktmittel, aber verdeckt und ohne Sprühnebel.

Mittel gegen Heimchen im Vergleich

Mittel Wirkprinzip Ideal für Bewertung
Insekten-Klebefallen Mechanischer Fang an Laufwegen Befallskontrolle und leichter Befall Unverzichtbar zur Erfolgskontrolle
Kieselgur (Diatomerde) Mechanisch, zerstört die Wachsschicht Ritzen, Sockelleisten, Hohlräume Hoch, solange trocken – keine Resistenz
Insektenspray kriechende Insekten Kontaktgift auf behandelten Flächen Starker Befall, gezielt in Fugen Schnell, aber nicht neben Terrarien
Bürsten- und Türdichtung Physische Barriere am Türspalt Zuwanderung aus Keller und Flur Dauerhaft, geringer Aufwand
Ultraschall-Vertreiber Angeblich vertreibender Schallreiz Nichts – kein belastbarer Nachweis Nicht empfehlenswert

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Pflichthinweis: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Wärme, Futter und Feuchtigkeit entziehen

Fallen und Pulver erfassen die Tiere, die bereits da sind. Dauerhaft frei werden Sie nur, wenn der Lebensraum unattraktiv wird. Heimchen brauchen drei Dinge: Wärme, Futter und Feuchtigkeit. Fällt eines davon weg, bricht die Population ein.

Wärme senken. Prüfen Sie, wo im Haus dauerhaft über 25 °C herrschen: hinter Kühl- und Gefriergeräten (Kondensator!), an ungedämmten Heizungsleitungen, im Technikraum, unter Terrarienbeleuchtung, hinter dem Wäschetrockner. Rücken Sie Geräte ab, reinigen Sie die Rückseiten und sorgen Sie für Luftzirkulation. Eine Nachtabsenkung der Heizung im betroffenen Raum wirkt doppelt: Sie bremst die Entwicklung der Nymphen und macht das Zirpen leiser.

Futter entziehen. Lebensmittel, Mehl, Trockenobst, Tiernahrung und Vogelfutter gehören in dicht schließende Behälter aus Glas oder Hartplastik. Krümel unter Küchenzeile und Herd, Katzennapf-Reste über Nacht und offene Biotonnen in der Wohnung sind klassische Nahrungsquellen. Ein wichtiger Punkt für Terrarienhalter: Futterheimchen-Dosen nie offen stehen lassen, Reste nicht in der Wohnung entsorgen, sondern verschlossen im Außenmüll.

Feuchtigkeit reduzieren. Heimchen brauchen Trinkwasser. Tropfende Siphons, feuchte Putzlappen, stehendes Wasser in Untersetzern, feuchte Wischmopps und dauerhaft nasse Duschtassen sind Wasserstellen. Reparieren Sie Undichtigkeiten und trocknen Sie Feuchtbereiche nachts ab.

Lebensgrundlagen entziehen – die drei Hebel

  1. 1
    Wärme

    Geräterückseiten abrücken und reinigen, Heizung im betroffenen Raum nachts absenken, Technikräume kühl halten.

  2. 2
    Futter

    Lebensmittel und Tierfutter dicht verschließen, Krümel entfernen, Futterheimchen-Dosen sichern.

  3. 3
    Wasser

    Undichte Siphons reparieren, Untersetzer leeren, Feuchtbereiche nachts trocken hinterlassen.

Ritzen abdichten und Rückkehr vorbeugen

Solange Zugänge offen bleiben, wandern aus Keller, Treppenhaus, Garten oder von der Nachbarwohnung immer neue Tiere zu. Abdichten ist deshalb die einzige Maßnahme mit dauerhafter Wirkung – sie senkt den Zulauf und macht jede Bekämpfung erst nachhaltig.

Zugänge schließen – Checkliste

  • Bürsten- oder Lippendichtung unter Wohnungs-, Keller- und Terrassentür montieren
  • Rohr- und Kabeldurchführungen in Wänden und Böden mit Acryl oder Montageschaum schließen
  • Fugen zwischen Estrich und Sockelleiste sowie Risse im Putz verfugen
  • Fliegengitter an Fenstern und Lichtschächten anbringen und auf Löcher prüfen
  • Lüftungsöffnungen und Abluftgitter mit feinmaschigem Gitter sichern
  • Kompost, Laubhaufen und Brennholz mindestens 50 cm von der Hauswand entfernt halten
  • Außenbeleuchtung nachts reduzieren – Licht lockt Insekten an die Fassade

Der Spalt unter einer Wohnungs- oder Kellertür ist mit 5 bis 10 Millimetern die bequemste Zugangsstraße überhaupt. Eine selbstklebende Bürsten- oder Lippendichtung ist in wenigen Minuten montiert und schließt diesen Weg – gleichzeitig für Heimchen, Silberfische, Asseln und Staub. Welches Profil zu welchem Spaltmaß passt und wann Gummidichtung, Dichtungsband oder Silikonprofil die bessere Wahl ist, vergleicht Beste Fensterdichtungen.

Zugänge schließen: was womit

Zugang Verschluss Hinweis
Spalt unter Wohnungs- und Kellertür Bürsten- oder Lippendichtung Schließt 5 bis 10 mm
Rohr- und Kabeldurchführungen Acryl oder Montageschaum Wände und Böden abdichten
Fenster und Lichtschächte Fliegengitter anbringen Auf Löcher prüfen
Lüftungsöffnungen und Abluftgitter Feinmaschiges Gitter Öffnungen dauerhaft sichern
Fugen zwischen Estrich und Sockelleiste Fugen verfugen Ritzen als Laufwege schließen
Kompost, Laub und Brennholz an der Wand Abstand halten Mindestens 50 cm

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Entscheidend ist die Kombination aus dauerhaft geschlossenen Innenzugängen und weniger attraktiven Außenbereichen. So verhindern Sie nicht nur einzelne Heimchen, sondern senken auch den ständigen Nachschub aus Keller, Fassade und Garten.

Der Sonderfall Terrarium. Wer Reptilien hält, sollte die Futtertiere systematisch sichern: Heimchen nur in glatten, hohen Dosen mit Deckel aufbewahren, beim Verfüttern eine Pinzette oder Futterbox mit Deckel verwenden, die Dose nie im Wohnraum offen abstellen und tote Tiere sowie Substratreste verschlossen entsorgen. Alternativ lassen sich Heimchen durch Steppengrillen oder Ofenfischchen-freie Futterarten ersetzen, die im Wohnraum weniger auffallen – der Handel bietet auch Frostfutter an, das gar nicht erst entkommen kann.

Flache Insekten-Klebefalle an einer Sockelleiste hinter einem Kühlschrank zur Kontrolle von Heimchen
Klebefallen gehören direkt an die Wand und hinter warme Geräte – Heimchen laufen an Kanten entlang, nicht durch die Raummitte.

Was nicht hilft

Rund um Grillen im Haus kursieren zahlreiche Tipps, die Zeit und Geld kosten, ohne den Befall zu senken.

Ultraschall-Vertreiber. Für Steckdosengeräte, die Insekten oder Nagetiere per Ultraschall vertreiben sollen, existiert kein belastbarer Wirksamkeitsnachweis. Verbraucherschutzstellen bewerten sie seit Jahren als unwirksam; Heimchen gewöhnen sich zudem schnell an gleichförmige Reize. Das Geld ist in Klebefallen und eine Türdichtung besser investiert.

Duftmittel und ätherische Öle. Lavendel, Pfefferminz oder Zitronenöl können Insekten kurzfristig irritieren, aber ein Weibchen, das an einer warmen Rohrleitung Eier abgelegt hat, wird davon nicht abwandern. Als alleinige Maßnahme bleiben Düfte wirkungslos.

Vernebler und Foggern im Wohnraum. Raumvernebler verteilen Wirkstoff auf freien Flächen – dort, wo sich Heimchen tagsüber gerade nicht aufhalten. Die Tiere sitzen in Ritzen und Hohlräumen, die der Nebel kaum erreicht. Der Nutzen ist gering, die Belastung von Wohnraum und Haustieren dagegen hoch.

Lärm oder Erschütterung als Dauerlösung. Klopfen an die Wand bringt das Zirpen für Minuten zum Verstummen – die Tiere sind danach unverändert da.

Nur das zirpende Männchen fangen. Das beseitigt den Lärm, nicht die Population. Weibchen und Nymphen bleiben, und in wenigen Wochen zirpt das nächste Männchen.

Werre und Maulwurfsgrille: kein Hausschädling

Viele Suchende landen bei „Werre bekämpfen“, obwohl sie ein Heimchen im Haus haben. Die Abgrenzung ist wichtig – rechtlich wie praktisch.

Die Werre, auch Maulwurfsgrille genannt (Gryllotalpa gryllotalpa), ist ein reines Gartentier. Sie wird 5 bis 6 Zentimeter groß, besitzt maulwurfsähnliche Grabschaufeln an den Vorderbeinen und lebt fast ihr gesamtes Leben unterirdisch in feuchten, humusreichen Böden. In Wohnungen kommt sie praktisch nicht vor – wer sie überhaupt zu sehen bekommt, findet sie beim Umgraben im Beet oder abends an einem feuchten Gartenweg. Auch ihr Ruf klingt anders: ein dumpfes, schnurrendes Rrrr, das im Frühsommer aus dem Boden dringt, nicht das helle Zirpen aus der Küche.

Rechtlich gilt sie oft als „besonders geschützt“ – das stimmt so nicht. In Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung steht von den heimischen Grillen allein die Östliche Grille (Modicogryllus frontalis); eine Sammelposition für Springschrecken gibt es dort nicht. Die Maulwurfsgrille zählt damit nicht zu den besonders geschützten Arten. Frei ist sie deswegen nicht: § 39 Absatz 1 BNatSchG verbietet, wild lebende Tiere ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten – und ein Fund beim Umgraben ist kein vernünftiger Grund. Bundesweit steht die Art zudem auf der Roten Liste (Kategorie 3, gefährdet). Welche Gartentiere tatsächlich unter besonderem Schutz stehen und was Verstöße kosten, lesen Sie unter geschützte Tiere im Garten und mögliche Strafen.

Hinzu kommt: Die Werre ernährt sich überwiegend von Bodeninsekten, Larven und Engerlingen und ist damit im Garten eher nützlich als schädlich. Ihre Bestände sind vielerorts stark zurückgegangen. Wer sie im Beet findet, sollte sie an eine ungenutzte, feuchte Stelle des Gartens umsetzen, statt sie zu bekämpfen – ganz im Sinne eines Gartens, der Nützlinge fördert. Ein Heimchen-Problem in der Wohnung lösen Sie so ohnehin nicht: Das sind zwei völlig verschiedene Tiere mit verschiedenen Lebensräumen.

Häufige Fragen

Welche schwarze Grille läuft im Haus herum?

Eine große, glänzend schwarze Grille von 20–26 mm ist fast immer eine Feldgrille (Gryllus campestris), die sich aus dem Garten verirrt hat. Sie lebt in Erdröhren auf Wiesen und vermehrt sich in Gebäuden nicht. Eine besonders geschützte Art ist sie entgegen einer verbreiteten Annahme nicht – in Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung steht von den heimischen Grillen nur die Östliche Grille. Töten dürfen Sie sie dennoch nicht ohne vernünftigen Grund (§ 39 BNatSchG), und bundesweit gilt sie als gefährdet. Fangen Sie das Tier mit Glas und Karton und setzen Sie es im Freien aus. Das Heimchen ist dagegen hellbraun bis strohgelb und nur 16–20 mm groß.

Warum zirpen Heimchen nachts?

Zirpen (Stridulation) ist der Werbegesang der Männchen: Sie reiben die Vorderflügel aneinander, um Weibchen anzulocken. Heimchen sind dämmerungs- und nachtaktiv, deshalb beginnt das Zirpen typischerweise nach Einbruch der Dunkelheit. Je wärmer die Umgebung, desto schneller und lauter der Gesang – bei rund 30 °C an der Heizung oder hinter dem Kühlschrank ist er am aufdringlichsten.

Sind Heimchen gefährlich?

Heimchen übertragen nach heutigem Kenntnisstand keine Krankheiten auf den Menschen und beißen praktisch nie. Sie sind vor allem Lästlinge: Sie zirpen nachts, hinterlassen Kot und fressen an Lebensmitteln, Papier und Textilien. Relevant ist die Hygiene und die bekannte Allergenwirkung von Kot- und Häutungsstaub, die bei empfindlichen Personen Atemwegs- oder Hautbeschwerden auslösen kann.

Woher kommen Heimchen in der Wohnung?

Die häufigste Quelle sind entwichene Futtertiere aus dem Zoofachhandel: Heimchen werden als Reptilien- und Vogelfutter in Dosen verkauft, einzelne Tiere entkommen beim Verfüttern. Weitere Quellen sind Komposthaufen mit Eigenwärme, warme Heizungskeller, Bäckereien, Großküchen und Müllanlagen in der Nachbarschaft. Im Freien überstehen Heimchen den deutschen Winter kaum – sie brauchen beheizte Räume.

Hilft Ultraschall gegen Heimchen?

Für Ultraschall-Vertreiber gibt es keine belastbaren Wirksamkeitsnachweise gegen Heimchen oder andere Insekten. Verbraucherschutzstellen bewerten solche Geräte seit Jahren als unwirksam. Sinnvoller sind Klebefallen, Kieselgur an Laufwegen, das Abdichten von Ritzen sowie Wärme- und Futterentzug.

Wie lange dauert es, Heimchen loszuwerden?

Bei wenigen zugewanderten Tieren reichen Klebefallen und Absaugen oft nach ein bis zwei Wochen. Hat sich eine Population an einer Wärmequelle etabliert, muss die gesamte Generationenfolge erfasst werden: Eier und Nymphen brauchen bei 25–30 °C rund zwei bis drei Monate bis zum erwachsenen Tier. Rechnen Sie deshalb mit sechs bis zwölf Wochen konsequenter Maßnahmen.

Was ist der Unterschied zwischen Heimchen und Werre?

Das Heimchen (Acheta domesticus) ist 16–20 mm groß, hellbraun und lebt in warmen Innenräumen. Die Werre oder Maulwurfsgrille (Gryllotalpa gryllotalpa) wird 5–6 cm groß, hat Grabschaufeln und lebt im Gartenboden – in Wohnungen kommt sie praktisch nicht vor. Besonders geschützt ist die Maulwurfsgrille entgegen einer verbreiteten Annahme nicht – sie fehlt in Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung. Ohne vernünftigen Grund töten darf man sie trotzdem nicht (§ 39 BNatSchG); bundesweit gilt sie als gefährdet.

Fressen Heimchen Kleidung und Lebensmittel?

Heimchen sind Allesfresser. Sie gehen an offene Lebensmittel, Tierfutter, Papier, Kartonagen und bei starkem Befall auch an Textilien – bevorzugt an verschmutzte Stellen in Wolle, Seide oder Baumwolle. Die Schäden sind meist punktuelle Löcher oder Fraßstellen. Lebensmittel und Tierfutter gehören deshalb in dicht schließende Behälter.

Was bedeutet eine Grille im Haus?

Im Volksglauben galt die Grille im Haus als Glücksbringer; Heimchen wurden früher sogar in kleinen Grillenhäuschen gehalten, und Charles Dickens machte das Heimchen am Herde zum Glückssymbol. Praktisch ist eine große schwarze Grille im Herbst meist eine Feldgrille auf der Suche nach einem Winterquartier, die wieder ins Freie gehört. Hellbraune, nachts zirpende Tiere sind Heimchen und weisen auf eine Wärmequelle hin, an der sie sich vermehren.

Wie werde ich Grillen im Haus los?

Eine einzelne schwarze Feldgrille fangen Sie mit Glas und Karton und setzen sie im Garten aus – töten ist ohne vernünftigen Grund nicht erlaubt. Heimchen werden Sie in drei Schritten los: Klebefallen an Wänden und hinter Geräten auslegen, die Quelle suchen (Futtertiere, Heizungskeller, Kompost) und Ritzen abdichten. Wärme, offenes Futter und Feuchtigkeit zu entziehen verhindert, dass die Population zurückkommt.

Kot- und Häutungsstaub von Heimchen kann bei empfindlichen Personen allergische Beschwerden auslösen – beim Reinigen befallener Bereiche eignen sich Staubsauger mit Feinfilter, Handschuhe und bei starkem Befall eine FFP2-Maske. Halten Sie anhaltender Husten, Atemnot oder Hautreaktionen an, suchen Sie ärztlichen Rat. Biozide Sprays nur gezielt in Ritzen und niemals in der Nähe offener Terrarien oder Aquarien anwenden. Diese Informationen ersetzen keine medizinische oder fachliche Beratung.

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