Silberfische im Haus: Ursachen und was wirklich hilft
Woher kommen Silberfische und warum sind sie so hartnäckig? Ursachen, Risiken und wirksame Gegenmaßnahmen für Bad, Keller und Küche.
Kellerasseln im Haus oder Keller loswerden – Ursachen, wirksame Hausmittel, Abdichtung und langfristige Vorbeugung gegen Asseln.
Kellerasseln: harmlos, aber ein Warnsignal
Kellerasseln selbst sind für Menschen und Haustiere völlig ungefährlich. Ihr Auftreten im Haus ist jedoch ein zuverlässiges Anzeichen für zu hohe Feuchtigkeit – ein strukturelles Problem, das langfristig Schimmel, Holzfäule und Mauerwerksschäden verursachen kann. Wer Asseln bekämpft, ohne die Feuchtigkeitsursache zu beseitigen, wird dauerhaft keinen Erfolg haben.
Kellerasseln gehören zu den häufigsten Haushaltsschädlingen in deutschen Kellern und Feuchträumen. Obwohl sie harmlos sind, deutet ihr Erscheinen stets auf ein Feuchtigkeitsproblem hin, das strukturelle Schäden verursachen kann. Wer das Problem dauerhaft lösen will, muss sowohl die Tiere selbst bekämpfen als auch die Ursachen beseitigen – wie bei vielen anderen Schädlingsproblemen, über die Sie in unserem Ratgeber zur vorbeugenden Schädlingsabwehr im Haus nachlesen können.
Kellerasseln sind keine Insekten – das ist einer der häufigsten Irrtümer. Sie gehören zur Klasse der Krebstiere (Crustacea) und zur Ordnung der Isopoda (Asseln). Im Gegensatz zu Insekten haben sie 14 Beine und sieben deutlich sichtbare Körpersegmente. Damit sind sie näher mit Krabben und Garnelen verwandt als mit Käfern oder Fliegen.
In Deutschland kommen vor allem drei Arten vor, die regelmäßig in Häusern und Kellern anzutreffen sind:
Grau-braun, leicht rau, 12–18 mm. Häufigste Art in Kellern und Gebäuden. Toleriert auch trockenere Bedingungen als andere Arten.
Hellgrau mit gelblichen Flecken, 14–18 mm, glänzend. Bevorzugt feuchte Verstecke unter Steinen, Holz und in Mauerwerksritzen.
Dunkelgrau bis schwarz, 8–15 mm. Einzige Art, die sich bei Gefahr vollständig einrollt – wie eine Kugel. Häufig in Gärten, seltener in Gebäuden.
Alle drei Arten sind dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verstecken sie sich unter Steinen, in Spalten, hinter Sockeln oder in feuchtem organischen Material. Ihre Körperlänge beträgt je nach Art zwischen 8 und 20 Millimetern, der Körper ist oval und dorsoventral abgeflacht – ein klarer Unterschied zu Tausendfüßlern oder ähnlichen Tieren.
Kellerasseln atmen über kiemenartige Strukturen an ihren Hinterbeinen (sogenannte Pleopoden). Deshalb benötigen sie ständig hohe Luftfeuchtigkeit: Sinkt die relative Feuchte unter 60 %, werden sie träge, bei unter 40 % sterben sie innerhalb weniger Stunden. Dieser physiologische Zwang erklärt, warum Feuchtigkeitsreduktion die wirksamste Bekämpfungsmaßnahme darstellt.
Kellerasseln fressen überwiegend verrottendes pflanzliches Material, Pilzmyzel, Holzfasern und organischen Abfall. Im Freien sind sie nützliche Zersetzer, die zur Humusbildung beitragen. Im Haus werden sie zum Lästling, da sie feuchtes Holz, Pappe, Dämmmaterial und gelegentlich auch lebende Jungpflanzen anfressen können.
Kellerasseln kommen nicht zufällig ins Haus. Sie folgen aktiv Feuchtigkeitssignalen und suchen gezielt nach drei Grundvoraussetzungen: Feuchtigkeit, Dunkelheit und organisches Futter. Wenn diese Bedingungen im Innenbereich erfüllt sind, wandern sie ein – oft unbemerkt durch sehr kleine Öffnungen.
Die häufigsten Eintrittswege im Überblick:
Kellerfenster und -türen: Selbst scheinbar geschlossene Kellerfenster weisen oft Lücken von 1–3 mm im Rahmen oder an den Dichtungen auf. Dieser Spalt reicht für Asseln problemlos aus. Besonders gefährdet sind Lichtschächte, in denen sich Laub und Feuchtigkeit sammeln.
Rohrdurchführungen: Strom-, Wasser- und Heizungsrohre, die durch Außenwände oder Bodenplatten führen, hinterlassen oft Hohlräume im Mauerwerk. Diese unbefüllten Ringe um die Rohre sind bevorzugte Eintrittspforten für Kellerasseln, Silberfische und andere Kriechtiere.
Risse im Mauerwerk und in der Bodenplatte: Kellerwände aus Beton oder Ziegelstein arbeiten mit wechselnden Temperaturen und entwickeln über Jahre feine Risse. Selbst Haarrisse von 0,5 mm Breite reichen für Kellerasseln aus.
Feuchte Bodenplatten und aufsteigende Nässe: In älteren Gebäuden ohne ausreichende Horizontalsperre saugen Fundament und Bodenplatte Grundfeuchtigkeit auf. Die feuchte Betonoberfläche ist idealer Lebensraum und bietet gleichzeitig Zugang von unten.
Organisches Material als Magnet: Holzstapel direkt vor Kellerfenstern, Kompost in Gebäudenähe, feuchte Gartenabfälle und verrottende Wurzeln neben der Hauswand locken Kellerasseln zunächst von außen an – von dort ist der Weg ins Gebäude kurz.
Die optimale Raumfeuchte für Kellerasseln liegt zwischen 70 % und 90 % – ein Wert, der in schlecht belüfteten deutschen Kellern häufig erreicht oder überschritten wird. Zum Vergleich: Die empfohlene Wohnraumfeuchte liegt bei 40–60 %. Wie man die Luftfeuchtigkeit im gesamten Haus messen und dauerhaft senken kann, erklärt unser ausführlicher Ratgeber zur Luftfeuchtigkeit in der Wohnung.
Kellerasseln sind keineswegs nur im Keller anzutreffen. Überall dort, wo dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit herrscht und organisches Material vorhanden ist, können sie sich festsetzen. Die typischen Fundorte im Gebäude:
Keller und Kellerräume sind die mit Abstand häufigste Fundstelle. Hier bieten feuchte Betonwände, Holzregale, Kartons und dunkle Ecken ideale Lebensbedingungen. Besonders häufig sammeln sich Asseln hinter Lagerkartons, unter Holzpaletten und in der Nähe von Heizungsleitungen, an denen Kondenswasser entsteht.
Badezimmer – vor allem im Erdgeschoss oder in schlecht belüfteten Innenbädern – bieten durch dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit nach dem Duschen und dunkle Stellen hinter dem WC oder unter der Badewanne geeignete Verstecke.
Küchen mit Feuchtigkeitsproblemen unter der Spüle, schlechter Lüftung oder einem Leck an der Spülmaschine können ebenfalls befallen sein. Kellerasseln fressen auch Speisereste und organischen Abfall.
Garagen mit Erdanschluss oder direktem Bodenkontakt – besonders wenn Gartenwerkzeug, Holz oder Säcke mit Gartenerde gelagert werden.
Unter Treppen und in Installationsschächten – dunkle, schlecht zugängliche Bereiche mit eingeschränkter Luftzirkulation und oft erhöhter Feuchtigkeit durch Rohrleitungen.
Anzeichen für einen Kellerasselbefall:
Ein starker Befall bedeutet nicht zwingend, dass die Tiere sich aktiv vermehren – Kellerasseln leben in der Regel 2–4 Jahre und bringen nur 10–50 Jungtiere pro Weibchen und Jahr zur Welt. Ein plötzlich stark sichtbares Vorkommen deutet eher auf eine Einwanderung aus einem feuchten Außenbereich hin als auf eine explosive Vermehrung im Gebäudeinneren.
Kellerasseln stellen für Menschen und Haustiere kein direktes Gesundheitsrisiko dar. Sie beißen nicht, stechen nicht, und es sind keine Fälle bekannt, in denen sie Krankheitserreger auf Menschen übertragen haben. Allergiker müssen lediglich bei intensivem Kontakt mit den Häutungsresten (Exuvien) und dem Kot der Tiere vorsichtig sein – diese können bei empfindlichen Personen Hautreizungen oder leichte Atemwegsbeschwerden verursachen.
Dennoch können Kellerasseln indirekte Schäden verursachen, die ernst genommen werden sollten:
Holzschäden: Kellerasseln fressen aktiv feuchtes Holz an, besonders vorgeschädigtes oder bereits von Pilzen befallenes Holzmaterial. Lagerhölzer, Kellerbalken und Holzverschalungen können bei starkem Befall sichtbare Fraßspuren aufweisen.
Dämmstoffschäden: Mineralwolle, Styropor und organische Dämmmaterialien werden von Asseln angefressen und als Nistmaterial genutzt. In Bodenplatten oder Wanddämmungen eingedrungene Asseln können die Dämmwirkung dauerhaft beeinträchtigen.
Pflanzenschäden: Im Gewächshaus, auf dem Balkon oder in der Nähe von Pflanzkästen können Kellerasseln Jungpflanzen, Wurzeln und gekeimte Samen anfressen. Besonders empfindlich sind Setzlinge in der ersten Wachstumsphase.
Feuchtigkeit als eigentliches Problem: Das größte Risiko geht nicht von den Asseln selbst aus, sondern von der Feuchtigkeit, die ihr Befall anzeigt. Dauerhaft feuchte Keller fördern Schimmelbildung, Holzfäule, Mauerwerkssalzausblühungen und Frostschäden. Über die Folgen anhaltender Wandfeuchtigkeit informiert unser Artikel zu Schimmel in der Wohnung.
Verschiedene Hausmittel können Kellerasseln wirksam dezimieren oder vertreiben – zumindest kurzfristig und bei leichtem bis mittelschwerem Befall. Für dauerhaften Erfolg müssen sie immer mit Feuchtigkeitsreduktion und Abdichten der Eintrittswege kombiniert werden.
Kieselgur (Diatomerde): Das wirksamste mechanische Hausmittel gegen Kellerasseln. Kieselgur ist ein fossiles Sedimentgestein aus Kieselalgen-Schalen, das fein gemahlen wie ein Schleifmittel auf die Außenhülle von Gliedertieren wirkt. Die scharfkantigen Partikel durchdringen die Wachsschicht der Kellerasselkutikula und führen zu Austrocknung. Für Menschen und Haustiere ist Kieselgur unbedenklich (Lebensmittelqualität, E 551). Anwendung: Weißes Pulver dünn entlang von Wänden, Türrahmen, Rohrdurchführungen und anderen Eintrittsstellen auftragen. Wichtig: Pulver verliert seine Wirkung bei Feuchtigkeit – in sehr feuchten Kellern regelmäßig erneuern.
Salz als Kontaktmittel: Salz wirkt osmotisch auf die Körperoberfläche von Kellerasseln und führt bei direktem Kontakt zur Austrocknung. In trockene Ritzen und Spalten gestreutes Salz kann als lokale Barriere wirken. Nachteil: Salz zieht selbst Feuchtigkeit an und ist daher in Kellern nur begrenzt einsetzbar – es kann Mauerwerk und Metallteile schädigen.
Ätherische Öle als Repellents: Lavendelöl, Teebaumöl, Eukalyptusöl und Pfefferminzöl wirken auf Kellerasseln als chemisches Abschreckmittel. Ein paar Tropfen auf Watte oder in Wasser gelöst und an Eintrittsstellen platziert, kann kurzfristig das Einwandern reduzieren. Die Wirkung hält nur wenige Tage an und ist bei starkem Befall unzureichend.
Klebefallen: Handelsübliche Insektenklebefallen auf dem Boden platziert können Kellerasseln fangen und den Befall einschätzen lassen. Sie sind kein Bekämpfungsmittel, aber nützlich zur Überwachung nach erfolgter Behandlung.
Mechanisches Aufsammeln: Bei kleinen Befallsstellen ist das direkte Aufsammeln mit einem Pinsel in ein Glas und anschließendes Aussetzen im Garten eine tierschonende Methode. Kellerasseln sind im Garten tatsächlich nützlich und können problemlos draußen freigelassen werden.
Ein ähnlich hartnäckiges Feuchtigkeit-Problem stellen Silberfische im Haus dar – auch sie besiedeln die gleichen feuchten Verstecke und lassen sich mit vergleichbaren Methoden bekämpfen.
Alle Hausmittel und Bekämpfungsmaßnahmen gegen Kellerasseln sind ohne Feuchtigkeitsreduktion nur Symptombehandlung. Solange die relative Luftfeuchtigkeit im Keller dauerhaft über 70 % liegt, werden Asseln immer wieder einwandern – es gibt schlicht keine wirksame Alternative zur Beseitigung der Grundursache.
Regelmäßiges Querlüften: Keller sollten täglich – am besten in den frühen Morgenstunden und abends – kurz und intensiv quergefüllt werden. Das bedeutet: gegenüberliegende Fenster oder Türen gleichzeitig öffnen, um Luftaustausch zu erzeugen. Dauerlüften durch nur eine Öffnung bringt wenig. Im Sommer ist die Außenluft morgens kühler als die Kellerluft und hat trotz hoher absoluter Feuchtigkeit eine niedrigere relative Feuchte – damit sinkt die Wandfeuchtigkeit.
Elektrische Luftentfeuchter: Bei dauerhaft feuchten Kellern ohne ausreichende Lüftungsmöglichkeiten sind elektrische Luftentfeuchter die effektivste Lösung. Geräte mit Kondensator-Technologie entziehen der Luft kontinuierlich Wasser und sammeln es in einem Behälter. Für einen typischen Keller von 15–30 m² empfehlen sich Geräte mit 10–20 Litern Tagesleistung. Wichtig: Das Gerät dauerhaft laufen lassen, nicht nur bei sichtbarer Feuchtigkeit. Zielwert: relative Luftfeuchtigkeit unter 60 %, idealerweise 50–55 %.
Wandisolierung und Kapillarsperren: In älteren Kellern ohne horizontale Abdichtung steigt Bodenfeuchtigkeit durch Kapillarkräfte ins Mauerwerk auf – ein Phänomen, das als „aufsteigende Feuchtigkeit” bekannt ist. Abhilfe schaffen Injektionsverfahren (nachträgliche Horizontalsperren), Innenabdichtungen mit Dichtschlämmen oder der Einbau einer Wandheizkörperanlage. Diese Maßnahmen erfordern oft eine fachkundige Einschätzung.
Wärmedämmung der Außenwände: Kalte Außenwände erzeugen an ihrer Innenseite Kondenswasser, wenn warme, feuchte Kellerluft aufsteigt. Eine nachträgliche Außendämmung (WDVS) kann dieses Problem dauerhaft lösen, ist aber mit erheblichem Aufwand verbunden.
Organisches Material entfernen: Holzstapel, Kartons, Zeitungsstapel, Gartenerde in Säcken und feuchte Textilien im Keller erhöhen die Luftfeuchtigkeit und bieten Kellerasseln gleichzeitig Nahrung und Nistplätze. Diese Materialien entweder aus dem Keller entfernen oder in luftdichten Plastikbehältern lagern.
Selbst wenn die Feuchtigkeit im Keller gesenkt wird, können Kellerasseln aus dem feuchten Außenbereich immer wieder einwandern – solange die Eintrittswege offen bleiben. Eine gründliche Abdichtung aller potenziellen Zugangspunkte ist deshalb unverzichtbar.
Türbürstendichtungen sind die günstigste und wirkungsvollste Einzelmaßnahme: Der Spalt unter einer herkömmlichen Kellertür beträgt oft 5–10 mm – eine breite Autobahn für Kellerasseln, Silberfische und andere Kriechtiere. Selbstklebende Bürsten- oder Lippendichtungen lassen sich in wenigen Minuten montieren und schließen den Spalt dauerhaft.
Montageschaum für Rohrleitungen sollte expandierend und nach Aushärtung schneidbar sein. Nach dem Ausfüllen des Spalts rund um das Rohr wird der überstehende Schaum bündig mit der Wand abgeschnitten. Für dauerhaften Schutz empfiehlt sich zusätzlich ein Anstrich mit Kellerdichtfarbe.
Silikonabdichtung von Rissen: Haarrisse im Beton lassen sich mit flexiblem Silikon dauerhaft verschließen. Größere Risse (über 2 mm) sollten zuerst mit Dichtschlämme verpresst und dann mit Silikon abgedeckt werden. Bei strukturellen Rissen, die sich wiederholen, ist eine fachkundige Einschätzung nötig.
Bei leichtem bis mittlerem Kellerasselbefall reichen Hausmittel und bauliche Maßnahmen in der Regel aus. Ein professioneller Schädlingsbekämpfer wird notwendig, wenn:
Professionelle Schädlingsbekämpfer setzen bei Kellerasseln in der Regel auf zwei Wirkstoffgruppen: Pyrethrine (natürliche Extrakte aus Chrysanthemen) oder synthetische Pyrethroide wie Cypermethrin, die als Sprüh- oder Stäubemittel auf befallene Bereiche aufgetragen werden. Diese Biozide töten Kellerasseln durch Einwirkung auf das Nervensystem. Sie sind für Warmblüter in den üblichen Anwendungskonzentrationen relativ sicher, aber für Fische und andere aquatische Tiere hochgiftig – auf Wasserabflüsse und Aquarien achten.
Alternativ können Schädlingsbekämpfer Köderprodukte mit Spinosad oder Indoxacarb einsetzen, die selektiver wirken und weniger Auswirkungen auf Nichtzielorganismen haben. Die Kosten für einen professionellen Einsatz liegen je nach Befallsgröße und Region zwischen 100 und 350 Euro, wobei meist zwei bis drei Behandlungsbesuche erforderlich sind.
| Methode | Wirksamkeit | Aufwand | Dauerhaftigkeit |
|---|---|---|---|
| Kieselgur (Diatomerde) | Mittel | Niedrig | Mittel (bei Feuchtigkeit nachlassend) |
| Luftentfeuchter | Hoch | Niedrig (laufende Kosten) | Hoch (bei Dauerbetrieb) |
| Eintrittswege abdichten | Hoch | Mittel | Sehr hoch (dauerhaft) |
| Ätherische Öle | Gering | Niedrig | Gering (2–3 Tage) |
| Professionelle Bekämpfung | Sehr hoch | Hoch (Kosten) | Hoch (mit Folgemaßnahmen) |
Die Tabelle zeigt deutlich: Keine Einzelmaßnahme liefert dauerhaften Erfolg. Die effektivste Strategie kombiniert Abdichten der Eintrittswege (dauerhafter struktureller Schutz) mit Feuchtigkeitsreduktion (entzieht Asseln die Lebensgrundlage) und punktuellem Kieselgur-Einsatz an kritischen Stellen. Ätherische Öle sind als alleinige Maßnahme unzureichend.
Der beste Schutz vor Kellerasseln ist die konsequente Beseitigung aller drei Grundvoraussetzungen für ihr Vorkommen: Feuchtigkeit, Dunkelheit und organische Nahrung. Wer sein Haus dauerhaft asselenfrei halten will, sollte folgende Maßnahmen zur Routine machen:
Feuchtigkeitskontrolle: Ein preiswertes Hygrometer im Keller zeigt jederzeit die aktuelle Luftfeuchtigkeit an. Steigt der Wert regelmäßig über 65 %, ist Handlungsbedarf gegeben – entweder durch intensiveres Lüften oder durch Einsatz eines Entfeuchters. Wände nach dem Winter auf Ausblühungen und Feuchtigkeitsflecken absuchen.
Strukturelle Inspektion: Einmal jährlich alle Türdichtungen, Fensterdichtungen und Rohrdurchführungen im Keller prüfen. Neubauten arbeiten sich in den ersten Jahren besonders stark – neue Risse entstehen, alte Dichtungen sacken. Frühzeitiges Abdichten verhindert Eindringen.
Garten- und Außenbereich: Laubhaufen, Kompostbehälter und Holzstapel mindestens 50 cm vom Gebäude entfernt halten. Diese organischen Materialsammlungen sind Brutstätten für Kellerasseln, von denen aus sie ins Gebäude einwandern. Lichtschächte regelmäßig von Laub und Schmutz befreien.
Keller ordentlich halten: Keine Kartons direkt auf dem Betonboden lagern, sondern auf Holzpaletten oder Regalen stellen. Feuchtes Werkzeug und nasse Gartenutensilien nicht im Keller aufbewahren. Ordnung erleichtert zudem die frühzeitige Erkennung von Asseln oder anderen Schädlingen.
Regelmäßige Reinigung: Kellerbereiche mindestens zweimal jährlich gründlich reinigen – Boden fegen, Spinnennetze entfernen, Wandsockel auf Fraßspuren und Häutungsreste prüfen. Häutungsreste (kleine weißliche Schalen) sind das zuverlässigste Frühwarnsignal für einen entstehenden Befall.
Feuchtigkeitsquellen im Haus identifizieren: Nicht jede Kellerassel stammt aus dem Garten – manche wandern aus Kriechkellern oder Leitungsschächten ein, die von tropfenden Rohren, defekten Dichtungen oder Kondenswasser an Kältbrücken befeuchtet werden. Ein kurzer Blick auf alle wasserführenden Leitungen im Keller nach Regenperioden kann solche versteckten Feuchtigkeitsquellen aufdecken.
Nein. Kellerasseln sind harmlos – sie beißen nicht, stechen nicht und übertragen keine Krankheiten. Sie können gelegentlich Setzlinge und junge Pflanzen anfressen, sind aber im Haus kein Gesundheitsrisiko. Ihr Auftreten ist eher ein Zeichen für hohe Feuchtigkeit, die strukturellen Schaden verursachen kann.
Kellerasseln suchen im Haus Feuchtigkeit, dunkle Verstecke und verrottendes organisches Material. Häufige Eintrittsstellen: undichte Kellerfenster, Risse im Mauerwerk, Lücken um Rohrdurchführungen und feuchte Bodenplatten. Sie stammen meist aus dem Garten und wandern ein, wenn Außenfeuchtigkeit vorhanden ist.
Wirksame Hausmittel: Kieselgur (Diatomerde) als Barriere, Salz in Spalten und Ritzen, Lavendel- oder Teebaum-Duft als Abschreckung. Das Wichtigste ist jedoch Feuchtigkeitsreduktion: Lüften, Luftentfeuchter, Abdichten von Eintrittsstellen. Hausmittel allein reichen bei starkem Befall nicht aus.
Dauerhafter Erfolg erfordert drei Schritte: 1) Feuchtigkeitsursache beseitigen (Lüftungskonzept, Entfeuchter, Abdichten), 2) Eintrittswege verschließen (Türbürstendichtungen, Schaumstoff um Rohre), 3) Organisches Material im Keller reduzieren (kein Kompost, kein feuchtes Holz direkt auf dem Boden).
Nein. Keine in Deutschland vorkommende Kellerassel-Art beißt Menschen oder Haustiere. Sie fressen ausschließlich pflanzliches Material, Pilze und organischen Abfall. Bei Berührung rollen Kugelasseln (Armadillidium vulgare) sich ein – das ist ihre einzige Verteidigungsstrategie.
Biozide Mittel gegen Kellerasseln nur bei starkem Befall und in gut belüfteten Räumen verwenden. Mittel von Kindern und Haustieren fernhalten. Dauerhafte Bekämpfung gelingt nur durch Beseitigung der Feuchtigkeitsursache – nicht durch alleinige Anwendung von Insektiziden.
Woher kommen Silberfische und warum sind sie so hartnäckig? Ursachen, Risiken und wirksame Gegenmaßnahmen für Bad, Keller und Küche.
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