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Wohnschutz
Kellerasseln → 16 Min. Lesezeit

Kellerasseln vs. Silberfische: unterscheiden & bekämpfen

Kellerasseln oder Silberfische? Aussehen, Verhalten, Lebensraum und Bekämpfung im direkten Vergleich – damit Sie die richtige Strategie wählen.

Von Vyacheslav Levchenko
Kellerassel und Silberfisch im direkten Vergleich auf Fliesenboden

Mit den ersten kühlen Herbsttagen oder nach langen Regenphasen tauchen sie wieder auf – kleine, sechsbeinige bis vielbeinige Wesen in Bad, Keller und Wäschekeller. Viele Bewohner fragen sich beim ersten Blick: Ist das eine Kellerassel oder ein Silberfisch? Die Unterscheidung ist wichtig, denn beide Arten haben grundlegend verschiedene Lebensansprüche – und damit verschiedene Bekämpfungsstrategien. Wer sie verwechselt, behandelt das falsche Problem.

Inhalt · 8 Abschnitte

Medizinischer Hinweis

Weder Kellerasseln noch Silberfische übertragen nach derzeitigem Stand der Forschung Krankheiten auf Menschen. Sehr selten können Häutungsreste und Kot bei Allergikern leichte Atemwegsreizungen auslösen. Bei anhaltenden Beschwerden oder unklarer Belastung im Wohnraum sollten Sie Ihren Hausarzt konsultieren. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

Schnellbestimmung: Welches Tier ist es?

In den meisten Fällen lässt sich das Tier in weniger als zehn Sekunden bestimmen. Stellen Sie sich beim Anblick drei einfache Fragen:

Die 3-Fragen-Schnellbestimmung

  1. 1
    Glänzt das Tier silbrig-metallisch?

    Ja → Silberfisch. Nein → weiter zu Frage 2.

  2. 2
    Sieht der Körper gepanzert und oval aus, wie eine winzige Wasserrübe?

    Ja → Kellerassel. Nein → weiter zu Frage 3.

  3. 3
    Flieht das Tier in schnellen Zickzack-Bewegungen vor Licht?

    Ja → vermutlich Silberfisch oder Papierfischchen. Kriecht es langsam mit sichtbaren Beinen → Kellerassel.

Schon dieses einfache Schema entscheidet in den meisten Wohnsituationen. Wer das Tier nicht erwischt hat, stellt über Nacht eine Klebefalle an die Fundstelle – am nächsten Morgen lässt es sich in Ruhe bestimmen.

Aussehen im Detail

Die beiden Arten gehören biologisch unterschiedlichen Stämmen an – das erklärt die deutlichen morphologischen Unterschiede.

Die Kellerassel (Porcellio scaber; ähnlich die Mauerassel Oniscus asellus) ist ein Landkrebs. Sie misst laut Umweltbundesamt etwa 16 bis 20 Millimeter, hat einen ovalen, dorsoventral abgeflachten Körper und ist in der Regel grau, grau-braun oder dunkelgrau gefärbt – mit gelegentlichen helleren Flecken. Der Panzer besteht aus sieben deutlich erkennbaren Segmenten. An den Seiten zählt man bei näherem Hinsehen sieben Beinpaare, also insgesamt 14 Beine. Die zwei Antennen sind kurz und gegliedert.

Raue Kellerassel (Porcellio scaber) auf Moos – graue Panzersegmente, oval und abgeflacht
Kellerasseln sind Krebstiere, kein Insekt – erkennbar an den gepanzerten ovalen Segmenten und sieben Beinpaaren. Das Bild zeigt die Raue Kellerassel (Porcellio scaber), die häufigste Art in deutschen Kellern. Foto: Bernard DUPONT from FRANCE · CC BY-SA 2.0 · via Wikimedia Commons

Der Silberfisch (Lepisma saccharina) ist ein flügelloses Urinsekt. Er erreicht laut Umweltbundesamt ohne Anhänge eine Länge von 9 bis 11 Millimetern, hat einen tropfen- oder fischförmigen Körper, der sich vom Kopf zum Hinterleib verjüngt. Charakteristisch sind die metallisch-silbrigen Schuppen, die das Tier wie poliertes Silber wirken lassen. Am Hinterende trägt der Silberfisch drei lange, fadenförmige Anhänge (zwei Cerci und ein Terminalfilum), an seinem Kopf zwei lange Antennen. Insgesamt hat er nur sechs Beine, die jedoch im Gewusel selten gezählt werden.

Silberfisch auf heller Wand – silbrig glänzender Körper, der sich zum Hinterleib verjüngt
Silberfische sind Insekten mit silbrig glänzendem Körper, drei langen Schwanzfäden und sehr schneller Zickzack-Bewegung. Der Körper verjüngt sich vom Kopf zum Hinterende – daher der Name. Foto: Aiwok · CC BY-SA 3.0 · via Wikimedia Commons

Eine häufige Verwechslung: Das Papierfischchen (Ctenolepisma longicaudatum) sieht dem Silberfisch sehr ähnlich, ist laut UBA aber größer (etwa 15 mm), eher bräunlich als silbrig-grau und mag es trockener: 20 bis 25 °C und 55 bis 80 Prozent Luftfeuchte. Es lebt deshalb eher in Wohnräumen und ist öfter auch tagsüber unterwegs – wer in trockenen Zimmern fischchenartige Tiere sieht, hat eher Papierfischchen als Silberfische.

Papierfischchen auf Raufasertapete – matt grau gesprenkelt, mit körperlangen Schwanzfäden
Das Papierfischchen: matt grau gesprenkelt statt silbrig glänzend, und die drei Schwanzfäden erreichen fast Körperlänge. Beim Silberfisch bleiben sie kurz. Foto: Bj.schoenmakers · CC0 · via Wikimedia Commons

Wer den Befall systematisch dokumentieren möchte, sollte eine Lupe und Klebefallen zur Hand haben. Klebefallen fangen Tiere lebend ein und ermöglichen eine ruhige Bestimmung am nächsten Morgen.

Verhalten und Bewegungsmuster

Wer die Tiere bei Aktivität beobachtet, erkennt sofort den fundamentalen Unterschied in der Fortbewegung – ein Detail, das in der Schnellbestimmung oft entscheidend ist.

Kellerasseln bewegen sich langsam, fast bedächtig, in geradlinigen Bahnen. Bei Gefahr verlassen sie sich auf ihre Tarnung oder rollen sich – im Fall der Kugelassel (Armadillidium vulgare) – komplett zu einer Kugel ein. Sie sind primär nachtaktiv, lassen sich aber auch tagsüber in dunklen Kellern beobachten, wenn die Lichtintensität gering bleibt. Beim Anheben eines Steins oder einer Holzlatte sieht man typischerweise mehrere Tiere gemeinsam – Kellerasseln sammeln sich an feuchten Stellen unter Gegenständen.

Silberfische sind das Gegenteil: extrem schnell, lichtscheu und in der Bewegung schlangenartig. Wenn man im Bad das Licht einschaltet, ist ein Silberfisch oft schon verschwunden, bevor das Auge ihn ganz erfassen kann. Für ihre Größe sind sie extrem schnell. Silberfische sind nachtaktiv und sehr lichtscheu; ihr Versteck verlassen sie laut UBA nur nachts zur Nahrungssuche und Paarung.

Wer mehrere Silberfische gleichzeitig sieht, hat in der Regel einen größeren Befall, als die Zahl der Sichtungen vermuten lässt – die meisten Tiere bleiben im Versteck. Eine Klebefalle pro Raum für zwei Wochen gibt verlässliche Aufschlüsse über die tatsächliche Aktivität.

Lebensraum im Vergleich

Trotz oberflächlicher Ähnlichkeit – beide lieben Feuchtigkeit – haben Kellerasseln und Silberfische sehr unterschiedliche Vorlieben in Bezug auf Temperatur, Versteckart und Nahrung. Diese Unterschiede entscheiden, wo im Haus man sie typischerweise antrifft.

Kellerasseln bevorzugen feucht-kühle Umgebungen. Sie atmen laut Umweltbundesamt wie ihre wasserlebenden Verwandten über Kiemen, und ihr Panzer hat keine schützende Wachsschicht – in trockener Luft trocknen sie rasch aus. Ihre typischen Habitate:

  • Erdgeschoss-Keller mit Kontakt zu Erdreich
  • Lichtschächte und Kellerfenster
  • Garagen mit Bodenkontakt
  • Bereiche unter Holzpaletten, Steinen und feuchter Pappe
  • Außenseite der Hauswand im bewachsenen Bereich

Die Ausnahme ist das Bad. In der Tabelle weiter unten steht das Badezimmer beim Silberfisch, und in den meisten Wohnungen stimmt das auch. Kellerasseln erreichen ein Erdgeschoss- oder Souterrain-Bad aber sehr wohl, wenn ihnen ein Weg offensteht: rissige Silikonfugen, ein ausgetrockneter Bodenablauf oder undichte Manschetten an den Rohrdurchführungen hinter der Vorwandinstallation. Wer die Tiere wiederholt im Bad findet, sucht deshalb nicht weiter nach dem richtigen Tier, sondern nach der Eintrittsstelle im Badezimmer.

Mehr zu Ursachen und gezielter Reduktion lesen Sie in unserem ausführlichen Ratgeber zur Bekämpfung von Kellerasseln.

Silberfische bevorzugen feucht-warme Umgebungen – laut Umweltbundesamt sind sie auf 75 bis 97 Prozent relative Luftfeuchte angewiesen, unter 10 °C nicht mehr aktiv und tagsüber in feuchten Räumen mit vielen Ritzen versteckt. Typische Lebensräume:

  • Badezimmer (besonders Innenbäder ohne Fenster)
  • Hinter Waschbecken und unter Badewannen
  • Küchen mit feuchten Spülen- und Spülmaschinen-Bereichen
  • Waschküche und feuchter Keller

Bücherregale, Kartons und Tapeten in trockenen Wohnräumen sind dagegen eher das Revier des Papierfischchens.

Die praktische Folge: In Keller und Erdgeschoss kommen beide Tiere vor. Findet sich ein flinkes, fischförmiges Tier im feuchten Bad einer oberen Etage, ist es meist ein Silberfisch; in einem trockenen Wohnzimmer eher ein Papierfischchen. Kellerasseln brauchen feuchte Verstecke nahe am Erdreich und tauchen in oberen Stockwerken kaum auf. Hatte das Tier acht Beine, war es keines von beiden – die häufigsten Kellerspinnen und ihre Unterscheidung stehen in Kellerspinnen erkennen und dauerhaft vorbeugen. Eine genaue Übersicht zur Messung und Senkung der Raumfeuchte bietet unser Guide zur Luftfeuchtigkeit in der Wohnung.

Ein digitales Hygrometer in jedem Risikoraum ist die Grundlage jeder seriösen Diagnose – ohne Messwerte ist jede Maßnahme Glücksache.

Draußen sind Kellerasseln sogar nützlich und werden erst im Hochbeet zum Thema – dazu Kellerasseln im Garten und Hochbeet.

Kellerassel vs Silberfisch – die Tabelle

Die folgende Übersicht fasst die zentralen Unterschiede zusammen und dient als Referenz bei jeder Neuentdeckung im Wohnraum.

Kellerassel und Silberfisch im direkten Vergleich

Merkmal Kellerassel Silberfisch
Biologische Klasse Landkrebs (Isopoda) Urinsekt (Zygentoma)
Größe ca. 16–20 mm 9–11 mm (ohne Anhänge)
Farbe Grau bis grau-braun Silbrig-metallisch glänzend
Körperform Oval, abgeflacht, gepanzert Tropfenförmig, sich verjüngend
Anzahl Beine 14 (7 Paare) 6 (3 Paare)
Bewegung Langsam, geradlinig Sehr schnell, schlangenartig
Aktivität Nachts und in Dämmerung Nachtaktiv, sehr lichtscheu
Lieblingsplatz Keller, Erdgeschoss, Garage Bad, Küche, Waschküche, Keller
Bevorzugtes Klima Kühl und feucht Warm, 75–97 % Luftfeuchte
Ernährung Abgestorbenes Pflanzenmaterial, morsches verpilztes Holz Stärke- und zuckerhaltiges Material, Haare, Hautschuppen
Mögliche Schäden Keine Materialschäden; im feuchten Keller geringer Fraß an Kartoffeln und Äpfeln Bei normalem Auftreten keine; Schäden an Papier und Büchern macht vor allem das Papierfischchen

Wer ist gefährlicher?

Die kurze Antwort: keiner von beiden im Sinne einer direkten Gesundheitsbedrohung. Weder Kellerasseln noch Silberfische beißen, stechen oder übertragen nach derzeitigem wissenschaftlichen Stand Krankheiten auf Menschen. Beide Arten sind in der Hauptsache lästig, nicht gefährlich.

Dennoch gibt es Unterschiede in den indirekten Risiken:

Kellerasseln sind ein zuverlässiges Warnsignal für strukturelle Feuchteprobleme. Das Umweltbundesamt wertet ihr Auftreten als Anzeichen für zu hohe Feuchtigkeit; dahinter können unzureichende Lüftung, aber auch bauliche Mängel wie aufsteigende Nässe stehen. Diese bauphysikalischen Probleme können langfristig zu Schimmel, Holzfäule und Schäden am Mauerwerk führen – Schäden, die deutlich teurer werden als die Tiere selbst je sein könnten. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass dauerhaft hohe Innenraumfeuchte gesundheitliche Risiken durch Schimmelpilze begünstigt.

Silberfische gelten als Feuchteanzeiger; ein Massenauftreten deutet laut UBA meist auf Wasserschäden oder ungenügendes Lüften hin, und dieselbe Feuchte begünstigt Schimmel. Bei normalem Auftreten sind keine Schäden zu erwarten. Anders das Papierfischchen: Es frisst bevorzugt Papier und Karton und kann an Büchern und Tapeten erhebliche Schäden anrichten. Allergiker können in seltenen Fällen auf Häutungsreste mit leichten Atemwegsreizungen reagieren.

Bei sichtbarem Schimmel an Wänden oder Decken kombiniert mit Kellerasseln oder Silberfischen handelt es sich nicht mehr um ein reines Schädlingsproblem, sondern um ein bauphysikalisches Problem. Ziehen Sie in diesem Fall einen Bausachverständigen oder die Bauberatung der Verbraucherzentrale hinzu.

Bekämpfungsstrategien – fundamentaler Unterschied

Hier liegt der eigentliche Grund, warum die richtige Bestimmung wichtig ist: Die wirksamen Maßnahmen unterscheiden sich erheblich – auch wenn beide Strategien das gleiche Fundament haben.

Gemeinsame Basis: Luftfeuchte senken. Kellerasseln und Silberfische sind auf hohe Luftfeuchte angewiesen; eine Massenvermehrung von Silberfischchen ist laut Umweltbundesamt nur über 75 Prozent möglich. Dauerhaft trockenere Luft ist deshalb bei beiden die wichtigste Einzelmaßnahme. Ausnahme: Das Papierfischchen kommt mit 55 bis 80 Prozent zurecht – gegen es hilft Trocknen allein kaum. Ein Hygrometer in jedem Risikoraum, regelmäßiges Stoßlüften und ein leistungsfähiger Luftentfeuchter im Keller oder Bad sind das Fundament.

Strategie gegen Kellerasseln: bauliche Abdichtung. Da Kellerasseln meist aus dem Außenbereich einwandern, liegt der Schlüssel im Verschließen der Eintrittswege:

  1. Türbodendichtungen an Keller- und Außentüren prüfen und erneuern
  2. Fliegengitter an Kellerfenstern anbringen – laut UBA eine Barriere gegen die Zuwanderung
  3. Risse, Fugen und Lücken um Rohrdurchführungen schließen
  4. Lichtschächte regelmäßig reinigen
  5. Keine organischen Abfälle im Keller lagern, Laub und Holzstapel von der Hauswand fernhalten

Von chemischer Bekämpfung rät das Umweltbundesamt ab. Gefangene Tiere setzen Sie am besten draußen aus, etwa auf dem Komposthaufen – dort sind sie als Humusbildner nützlich.

Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Werkzeuglisten finden Sie im Hauptartikel zur Kellerassel-Bekämpfung.

Strategie gegen Silberfische: Nahrung entziehen und Spalten schließen. Silberfische verlassen ihr Versteck nur nachts. Das UBA empfiehlt, Ritzen und Spalten regelmäßig abzusaugen oder besser abzudichten; unter 30 Prozent Luftfeuchte können sie sich nicht mehr vermehren. Die wirksame Strategie zielt auf zwei Punkte:

  1. Stärkehaltige Lebensmittel in luftdichten Dosen lagern
  2. Tapeten- und Bodenleisten auf lose Stellen prüfen, Spalten mit Acryl schließen
  3. Kieselgur (Diatomerde) in Spalten hinter Fußleisten, in Badezimmerritzen und unter Spülen ausbringen
  4. Klebefallen als Monitoring und zur partiellen Reduktion einsetzen
  5. Bücher und alte Kartons bei Befall durchsehen oder entsorgen

Die vollständige Anleitung mit Dosierungsempfehlungen für Kieselgur und Klebefallen lesen Sie in unserem Pillar zur Silberfisch-Bekämpfung.

Erfolg messen. Ein Befall geht selten innerhalb weniger Tage zurück; rechnen Sie mit mehreren Wochen konstanter Maßnahmen. Wer Klebefallen oder eine wöchentliche Sichtungstabelle nutzt, sieht, ob die Zahlen fallen. Bleibt der Befall trotz korrekter Maßnahmen bestehen, liegt meist eine versteckte Feuchtequelle vor – Wasserleitung, defekte Dichtung am Dachfenster oder Tauwasser an Kältebrücken.

Häufige Fragen

Wie unterscheide ich auf einen Blick eine Kellerassel von einem Silberfisch?

Achten Sie auf drei Merkmale: Körperform, Bewegung und Farbe. Kellerasseln sind oval, grau bis braun, gepanzert und kriechen langsam mit sichtbaren Beinen. Silberfische sind tropfen- bis fischförmig, meist silbrig glänzend und huschen extrem schnell davon. Wer das Tier in Sekunden im Lichtkegel verliert, hat höchstwahrscheinlich einen Silberfisch gesehen.

Sind beide Tiere gleich gefährlich?

Nein – beide sind für Menschen ungefährlich, aber aus unterschiedlichen Gründen. Weder Kellerasseln noch Silberfische beißen, stechen oder übertragen Krankheiten. Beide gelten jedoch als Feuchteanzeiger und signalisieren ein Feuchtigkeitsproblem: Kellerasseln deuten meist auf bauphysikalische Probleme wie aufsteigende Nässe hin, Silberfische auf zu hohe Raumluftfeuchte – laut Umweltbundesamt brauchen sie 75 bis 97 Prozent.

Treten Kellerasseln und Silberfische gemeinsam auf?

Ja, das ist möglich – aber nicht zwingend. Beide Arten profitieren von hoher Luftfeuchtigkeit und versteckten, dunklen Bereichen. Während Kellerasseln eher im Keller und Erdgeschoss vorkommen, finden Silberfische auch in Badezimmern und Küchen höher gelegener Stockwerke ideale Bedingungen. Ein gemeinsames Vorkommen ist ein starkes Indiz für ein generelles Feuchteproblem.

Welche Bekämpfungsstrategie funktioniert bei welchem Tier?

Die Grundlage ist bei beiden Arten identisch: die Luftfeuchte dauerhaft senken (Ausnahme: Papierfischchen vertragen auch trockenere Luft). Bei Kellerasseln stehen zusätzlich bauliche Maßnahmen im Vordergrund – Türdichtungen, Abdichtung von Rohrdurchführungen und Beseitigung von organischem Material im Außenbereich. Bei Silberfischen sind Klebefallen, Kieselgur in Spalten und das Entfernen von Stärke- und Zuckerquellen wirksamer.

Warum sehe ich Kellerasseln tagsüber, Silberfische aber nur nachts?

Beide Tiere sind nachtaktiv, doch Kellerasseln sitzen in dunklen Kellern auch tagsüber sichtbar unter Gegenständen. Silberfische sind sehr lichtscheu und verlassen ihr Versteck nur nachts. Wer tagsüber ein fischchenartiges Tier in einem trockenen Wohnraum sieht, hat eher ein Papierfischchen vor sich – es ist laut UBA öfter auch tagsüber aktiv.

Reicht ein Luftentfeuchter gegen beide Arten?

Ein Luftentfeuchter ist die wichtigste Einzelmaßnahme, aber selten ausreichend. Er reduziert die Lebensgrundlage beider Arten zuverlässig, beseitigt jedoch keine bereits etablierten Populationen kurzfristig. Kombinieren Sie den Entfeuchter mit dem Abdichten von Eintrittswegen, dem Entfernen organischer Reste und – bei Silberfischen – mit Kieselgur in Ritzen. Der Erfolg zeigt sich erst nach mehreren Wochen konstanter Trocknung.

Hinweis zu Gesundheit und Bauberatung

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt weder eine medizinische noch eine bauphysikalische Fachberatung. Bei anhaltenden Allergiesymptomen oder Atemwegsbeschwerden im Wohnraum konsultieren Sie bitte Ihren Hausarzt. Bei wiederkehrendem Schädlingsbefall trotz konsequenter Maßnahmen ziehen Sie einen Bausachverständigen oder einen zertifizierten Schädlingsbekämpfer hinzu.

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