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Wohnschutz
Holzschädlinge → 19 Min. Lesezeit

Rossameisen im Holz: Schaden erkennen und die Ursache abstellen

Rossameisen nagen Hohlräume in feuchtes Holz, fressen es aber nicht. Der Fund zeigt meist Feuchtigkeit: Ohne Trockenlegung kehrt das Problem zurück.

Von Vyacheslav Levchenko
Dachbalken mit einem schmalen Schlitz, darunter ein Häufchen heller Holzspäne auf dem Dielenboden

Was da liegt, ist kein Bohrmehl, sondern Sägespäne – und das Tier frisst das Holz nicht, es wohnt darin. Rossameisen nagen ihre Nestkammern bevorzugt in feuchtes oder bereits pilzgeschädigtes Holz; gesundes, trockenes Bauholz nehmen sie in aller Regel nicht an. Wer die Ameisen bekämpft und die Nässe stehen lässt, hat in zwei Jahren dasselbe Problem. Der Fund weist deshalb zuerst auf eine undichte Stelle oder dauerhaft feuchte Konstruktion hin.

Inhalt · 10 Abschnitte

Bei tragendem Holz zählt der Restquerschnitt

Sitzt das Nest in Sparren, Pfetten, Deckenbalken oder Fachwerkständern, ist nicht die Ameise die dringlichste Frage, sondern die Standsicherheit. Lassen Sie geschwächtes Holz von einem Holzschutz-Sachverständigen oder Tragwerksplaner beurteilen und öffnen oder belasten Sie das Bauteil nicht eigenmächtig.

Rossameise erkennen

Rossameisen der Gattung Camponotus gehören zu den größten heimischen Ameisen. Bei Camponotus ligniperda und Camponotus herculeanus messen die Arbeiterinnen etwa 6 bis 14 Millimeter. Innerhalb desselben Nestes stehen kleine und auffallend große Arbeiterinnen nebeneinander. Dieser Polymorphismus ist ein brauchbares Merkmal, denn die häufigen kleinen Haus- und Küchenameisen wirken in einer Laufstraße wesentlich gleichförmiger. Für diese Arten hilft der Ratgeber Ameisen in der Wohnung weiter.

Kopf und Hinterleib erscheinen schwarz bis schwarzbraun; der Brust- beziehungsweise vordere Körperabschnitt kann je nach Art rötlichbraun oder sehr dunkel sein. Typisch sind außerdem der gleichmäßig gerundete Brustrücken und kräftige Mandibeln. Rossameisen sind vor allem in der Dämmerung und nachts unterwegs. Tagsüber bleibt daher oft nur das Spänehäufchen als Hinweis.

Rossameise (Camponotus) auf Holz – schwarzer Kopf und Hinterleib, rötlichbrauner Brustabschnitt
Rossameise: Arbeiterinnen 6–14 mm, Kopf und Hinterleib schwarz, der Brustabschnitt je nach Art rötlichbraun. Im selben Nest laufen kleine und auffallend große Tiere. Foto: Richard Bartz, Munich Makro Freak · CC BY-SA 2.5 · via Wikimedia Commons
Fund / Art Größe und Farbe Fundort und Holzspur Schutzstatus
Rossameise Arbeiterinnen 6–14 mm; schwarz, Brustabschnitt teils rötlich feuchtes Holz an Haus, Baum oder Stumpf; grobe Späne und schmale Auswurfschlitze nicht besonders geschützt; § 39 BNatSchG gilt dennoch
Schwarze Wegameise deutlich kleiner und in der Laufstraße gleichförmig; dunkelbraun bis schwarz Fugen, Mauerwerk, Terrasse und Küche; keine ausgenagten Holzgalerien nicht besonders geschützt; § 39 BNatSchG gilt dennoch
Rote Waldameise kleiner; Kopf und Hinterleib dunkel, mittlerer Körper deutlich rotbraun großer Hügel aus Nadeln und Zweigen, meist am Wald oder Waldrand; keine Holzspur am Haus besonders geschützt; Nest nicht zerstören
Holzwurm-Befall meist Käferlarven verborgen; adulte Käfer klein und braun Holzbauteil oder Möbel; runde Löcher und feines, puderiges Bohrmehl Artenschutz ist nicht die entscheidende Abgrenzung
Große und kleine Rossameisen-Arbeiterinnen nebeneinander auf einem feuchten Holzbalken
Sehr unterschiedlich große Arbeiterinnen in derselben Spur sprechen für Rossameisen. Farbe allein reicht zur Bestimmung nicht aus.

Rossameisen sind nicht besonders geschützt. Anders ist es bei der regelmäßig verwechselten Roten Waldameise (Formica rufa): Sie steht in Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung unter besonderem Schutz; ihr Nest darf nicht zerstört werden. Die Rote Waldameise baut einen auffälligen Hügel aus Nadeln und Zweigen am Wald oder Waldrand. Rossameisen nutzen dagegen Hohlräume in Holz und zeigen am Gebäude oft nur einen Schlitz mit Spänen. Bei einem Hügelnest oder unsicherer Bestimmung gilt: nicht eingreifen. Die rechtliche Einordnung steht ausführlicher unter geschützte Tiere im Garten und mögliche Strafen.

Auch für nicht besonders geschützte Arten gilt § 39 Absatz 1 Bundesnaturschutzgesetz: Wild lebende Tiere dürfen nicht ohne vernünftigen Grund gefangen, verletzt oder getötet werden. Ein Nest, das einen tragenden Balken weiter schwächt, kann einen vernünftigen Grund darstellen. Ein Nest in einem Gartenstumpf tut das gewöhnlich nicht.

Späne, Schlitze, Raschelgeräusch

Rossameisen legen Kammern und Verbindungsgänge an, indem sie geschädigte Holzfasern mit den Mandibeln abtragen. Sie verdauen das Material nicht wie Termiten, sondern tragen es nach draußen. Deshalb liegt unter einem besiedelten Balken ein lockeres Häufchen heller, unregelmäßiger Späne. Dazwischen können dunkle Insektenreste oder Teile leerer Puppenhüllen liegen.

Die sichtbare Öffnung ist meist kein rundes Loch, sondern ein schmaler Auswurfschlitz oder eine unregelmäßige Fuge. Im geöffneten Holz verlaufen die Gänge auch quer zur Faser und wirken an den Wänden glatt geschliffen. Bei einem größeren Nest kann nachts ein trockenes Rascheln aus dem Balken hörbar sein. Klopfen Sie nicht ständig gegen das Holz: Das verrät weder die Nestgröße noch den verbleibenden tragfähigen Querschnitt.

Große Späne sprechen für ausgenagte Nestkammern; feines, puderiges Bohrmehl spricht für Käferlarven. Genau darin liegt die wichtigste Abgrenzung zu Holzwurm bekämpfen und Parkettkäfer im Parkett. Runde Ausfluglöcher mit feinem Mehl passen nicht zur Rossameise. Und Termiten sind nicht die naheliegende Erklärung für einen Fund im deutschen Dachstuhl; der Sonderfall wird unter Termiten in Deutschland eingeordnet.

Aufgestemmter Dachbalken mit flachen, glattwandigen Rossameisen-Kammern zwischen dünnen Holzstegen
Die Kammern folgen den weichen Jahrringschichten und sind nur durch papierdünne Stege getrennt; die Wände wirken wie geschliffen. Runde Bohrlöcher und puderiges Mehl weisen dagegen auf holzbohrende Käfer hin.

Warum ausgerechnet dieser Balken

Das Spänehäufchen markiert nicht nur ein Nest, sondern meist auch einen Feuchteschaden. Rossameisen nutzen Holz, das durch Nässe und häufig bereits durch Pilze weicher geworden ist. Trockenes, intaktes Konstruktionsholz ist für den Nestbau deutlich weniger geeignet. Suchen Sie deshalb nicht zuerst nach einem Mittel gegen Ameisen, sondern nach dem Weg des Wassers.

Am Dach beginnen Sie bei Anschluss- und Abdeckblechen, besonders am Schornstein, an Gauben und Übergängen. Danach folgen beschädigte Ziegel, verstopfte Dachrinnen und Fallrohre. Im Altbau sind Balkenköpfe kritisch, die ohne ausreichende Trennung oder Belüftung im feuchten Mauerwerk liegen. Am Holzsockel reichen wiederkehrendes Spritzwasser und Erdberührung, um eine kleine Zone dauerhaft feucht zu halten.

Auf Balkon und Terrasse stehen Pflanzkübel oder Blumenkästen häufig direkt auf Holz. Unter ihnen bleiben Regen- und Gießwasser lange stehen. Innen kommen Leitungslecks hinter Dusche, Spüle oder Verkleidung infrage. Im ungedämmten Dachstuhl kann Kondensat an kalten Bauteilen entstehen. Ein Hygrometer beschreibt dabei nur die Raumluft; entscheidend ist die Feuchte am Holz. Wie Sie Raumwerte einordnen und Kondensat vermeiden, erklärt Luftfeuchtigkeit in der Wohnung.

Haupt- und Satellitennest: warum Köder oft enttäuschen

Eine Rossameisenkolonie kann mehrere räumlich getrennte Nestbereiche nutzen. Das Hauptnest mit der Königin liegt häufig draußen, etwa in einem Baumstumpf, einem alten Zaunpfahl oder einer Totholzecke. Im Haus kann sich ein Satellitennest mit Arbeiterinnen und Brut befinden. Wird nur dieser Teil behandelt, bleibt der eierlegende Teil der Kolonie bestehen.

Folgen Sie der Laufspur deshalb am Abend mit einer Taschenlampe in beide Richtungen. Prüfen Sie Kabeldurchführungen, Fugen am Dachrand, Übergänge zum Balkon und Äste, die an die Fassade reichen. Notieren Sie, wo Tiere ins Gebäude gelangen und wo sie nach draußen laufen. Ein einzelnes Tier in der Küche beweist noch kein Nest im Bauholz; Späne unter einem wiederholt genutzten Schlitz sind der erheblich bessere Befund.

Köder werden von Camponotus nicht so verlässlich angenommen wie von typischen Wegameisen. Der Bedarf an zucker- und eiweißhaltiger Nahrung ändert sich, und das Hauptnest kann weit vom behandelten Balken entfernt liegen. Eine Köderdose an der sichtbaren Laufstraße ersetzt daher weder die Nestortung noch die Beseitigung der Feuchteursache.

Was Sie zuerst tun

Sprühen Sie nicht in den Schlitz. Ein Kontaktmittel trifft vor allem sichtbare Arbeiterinnen, kann die Spur verlagern und erschwert anschließend die Ortung. Die erste Runde besteht aus Messen, Beobachten und Dokumentieren.

Rossameisenfund in fünf Schritten dokumentieren

  1. 1
    Späne liegen lassen

    Fundstelle vor dem Fegen aus mehreren Richtungen fotografieren; Maßstab und Bauteil mit aufnehmen.

  2. 2
    Holzfeuchte prüfen

    Am Fundort und an trockenen Vergleichsstellen messen; Werte, Messort und Datum notieren.

  3. 3
    Wasserweg suchen

    Dachanschlüsse, Rinne, Leitungen, Maueranschlüsse, Pflanzkübel und Kondensatstellen systematisch kontrollieren.

  4. 4
    Laufspur kartieren

    Abends mit Taschenlampe Ein- und Ausgänge verfolgen, ohne sie zuzuschmieren oder zu besprühen.

  5. 5
    Fachleute gezielt beauftragen

    Fotos, Messwerte und markierte Fundstellen an Schädlingsbekämpfung und bei tragenden Teilen an Holzschutz-Sachverständige geben.

Ein Holzfeuchtemessgerät hilft, den nassen Bereich einzugrenzen und Vergleichsmessungen anzulegen. Messen Sie an mehreren Stellen und interpretieren Sie einen Einzelwert nicht als statisches Gutachten. Späne dürfen erst nach der Fotodokumentation entfernt werden: Sie sind ein wichtiger Beleg für Fachbetrieb und Versicherung.

Die Ursache abstellen

Die Sanierung beginnt dort, wo Wasser eindringt oder nicht mehr abtrocknen kann. Bei einem undichten Dach werden schadhafte Ziegel sowie Anschluss- und Abdeckbleche fachgerecht instandgesetzt. Besonders Anschlüsse am Schornstein müssen so ausgeführt sein, dass Wasser nicht hinter die Verwahrung läuft. Eine verstopfte Dachrinne wird gereinigt und auf korrektes Gefälle, dichte Stöße und freien Ablauf geprüft. Es genügt nicht, innen einen Fleck zu überstreichen, während außen bei jedem Regen neues Wasser nachläuft.

Ein feuchter Balkenkopf im Mauerwerk braucht eine bauphysikalisch passende Lösung. Je nach Konstruktion können ein defekter Anschluss, aufsteigende oder seitlich eindringende Feuchte und fehlende Luftzirkulation zusammenwirken. Einfach eine dichte Folie oder Beschichtung um das Holz zu legen, kann die Austrocknung verschlechtern. Hier sollte eine Fachplanung klären, wie der Wassereintrag gestoppt, das Holz belüftet und ein geschädigter Abschnitt gegebenenfalls ersetzt oder verstärkt wird.

Am Holzsockel müssen Erd- und Spritzwasserkontakt getrennt werden. Wasser soll vom Gebäude weggeführt werden; dauerhaft nasse Ablagerungen, Laub und dicht anschließende Bepflanzung werden entfernt. Pflanzkübel auf Holzterrasse oder Balkon rücken Sie von Pfosten, Wand und Geländer ab und stellen sie auf Füße, damit Luft unter dem Gefäß zirkuliert. Untersetzer dürfen nicht dauerhaft überlaufen. Bei Blumenkästen am Holzbalkon sind Befestigung, Ablauf und die Rückseite des Kastens ebenso wichtig wie die sichtbare Vorderseite.

Leckagen hinter Dusche, Spüle oder Verkleidung müssen an der Leitung oder Abdichtung behoben werden. Erst danach wird die Konstruktion kontrolliert getrocknet. Bei Kondensat im Dachstuhl reicht gelegentliches Fensteröffnen nicht automatisch aus: Luftundichtheiten aus beheizten Räumen, fehlende Dämmung und eine ungeeignete Lüftungsführung müssen gemeinsam betrachtet werden. Sonst transportiert warme Innenluft weiter Feuchtigkeit an kalte Holzflächen.

Kontrollieren Sie den Trocknungsverlauf immer an denselben markierten Messpunkten. Oberflächen können sich trocken anfühlen, während der Anschlussbereich noch feucht ist. Holzfeuchtemessungen zeigen einen Trend, ersetzen aber keine Bauteilöffnung oder Materialprüfung, wenn Wasser in einer verdeckten Konstruktion steckt. Erst wenn kein neues Wasser eintritt und das Holz wieder abtrocknet, verliert der Standort seinen entscheidenden Reiz für die Kolonie.

Bekämpfung und Trocknung müssen deshalb als ein Auftrag gedacht werden: Der Schädlingsbekämpfer klärt Nest und Laufwege, Dachdecker, Installateur oder Zimmerer beseitigen den baulichen Auslöser. Wer nur Tiere entfernt, lässt die Einladung im Balken stecken. Wer nur trocknet, ohne ein Nest in der Konstruktion zu prüfen, weiß nicht, ob ausgeräumte Kammern den Querschnitt bereits relevant geschwächt haben.

Wenn das Nest im Bauholz sitzt

Ein Nest im Bauholz sollte zunächst lokalisiert werden. Fachbetriebe nutzen Laufspuren, Auswurfstellen, Klopf- und Sichtprüfung und öffnen die Konstruktion dort, wo der Befund sitzt. Eine vorhandene Fuge kann mit einer Endoskopkamera kontrolliert werden; blindes Bohren ist wegen Leitungen, Abdichtungen und möglicher zusätzlicher Schäden keine gute Idee.

Nach dem Öffnen werden besiedelte und mürbe Holzbereiche entfernt. Je nach Bauteil kann der Zimmerer eine geschädigte Partie ausspänen, ein Teilstück ersetzen oder die Konstruktion verstärken. Die Arbeiten müssen so weit reichen, dass verbleibende Nestkammern und der tatsächliche Holzquerschnitt sichtbar werden. Erst danach lässt sich entscheiden, ob eine gezielte Schädlingsbekämpfung zusätzlich erforderlich ist.

Bei baulich relevantem Befall gehört auch der Holzschutz nach DIN 68800 in fachkundige Hände. Zugelassene Biozidprodukte dürfen nur entsprechend Kennzeichnung, Anwendungsbereich und Gebrauchsanweisung eingesetzt werden. Eine flächige Behandlung ohne geklärte Ursache löst das Feuchteproblem nicht. Welche Produktgruppen es gibt und wo ihre Grenzen liegen, zeigt Holzschutzmittel im Vergleich.

Köder können einzelne Laufwege beeinflussen, sind bei Rossameisen aber keine verlässliche alleinige Lösung. Nahrungsvorlieben wechseln, ein Satellitennest enthält nicht zwingend die Königin, und das Hauptnest kann draußen liegen. Für ein Nest im Balken ist deshalb die Kombination aus Ortung, Öffnung, Trockenlegung und fachgerechter Reparatur realistischer als eine Reihe Köderdosen im Raum.

Tragende Bauteile: wann es ernst wird

Bei Sparren, Pfetten, Deckenbalken und Fachwerkständern endet die reine Schädlingsfrage. Maßgeblich ist, wie viel tragfähiges Holz nach Feuchte-, Pilz- und Nestschaden noch vorhanden ist. Das lässt sich von außen weder aus der Spänemenge noch aus der Zahl sichtbarer Ameisen ableiten. Ein Holzschutz-Sachverständiger beurteilt Schadensursache und Ausmaß; ein Tragwerksplaner bewertet bei Bedarf die Standsicherheit und legt Verstärkungen oder Austausch fest.

Als Warnzeichen gilt: Lässt sich das Holz mit einem Schraubendreher mehr als nur oberflächlich eindrücken, bricht eine dünne Schale ein oder werden beim Öffnen großflächige Hohlräume sichtbar, gehört das Bauteil begutachtet. Stützen, aufschneiden oder ausspänen sollten Sie tragende Teile nicht auf eigene Faust. Sperren Sie den Bereich bei erkennbarer Verformung oder ungewöhnlichen Geräuschen vorsorglich und holen Sie fachliche Hilfe.

Der Vergleich mit dem Hausbock erkennen und bekämpfen ist nützlich: Beim Hausbock entsteht echter Fraßschaden durch Larven. Rossameisen verdauen das Holz nicht, können aber vorgeschädigtes Material für ihr Nest weiter aushöhlen. In beiden Fällen entscheidet am tragenden Bauteil der verbliebene Querschnitt, nicht der Name des Verursachers.

Im Garten: meist kein Fall für Bekämpfung

In einem morschen Baumstumpf, in Totholz oder am Waldrand sind Rossameisen ein normaler Teil des Lebensraums. Sie nutzen bereits geschädigtes Holz als Nistplatz und jagen andere Gliederfüßer. Ein solches Nest ist kein Beleg dafür, dass gesundes Bauholz am Haus als Nächstes befallen wird. Solange vom Standort keine konkrete Gefahr ausgeht, fehlt für eine Tötung regelmäßig der vernünftige Grund im Sinne von § 39 Absatz 1 BNatSchG.

Kann der Stumpf stehen bleiben, lassen Sie ihn stehen und kontrollieren lediglich den Abstand zur Fassade sowie mögliche Ameisenstraßen. Eine abrupte Zerstörung des Außennestes kann die Kolonie zum Ausweichen bringen; ein feuchter Balken am Haus wäre dann ein vermeidbar attraktiver Ersatz. Wichtiger als das Entfernen jedes Totholzes ist deshalb eine trockene, intakte Gebäudehülle.

Bevor Sie eingreifen, schließen Sie die besonders geschützte Rote Waldameise anhand von Nestform, Standort und Färbung aus. Wer im Garten Lebensräume gezielt erhält, findet unter Nützlinge im Garten fördern praktische Möglichkeiten, Totholz mit ausreichendem Abstand zum Gebäude einzuplanen.

Was nicht hilft

  • Spray auf der Laufstraße: Es trifft sichtbare Arbeiterinnen, aber weder sicher das Nest im Balken noch das mögliche Hauptnest draußen.
  • Backpulver, Zimt oder Essig: Diese Hausmittel beseitigen weder feuchtes Holz noch verborgene Nestkammern; Essig kann zudem Oberflächen angreifen.
  • Ultraschallgeräte: Sie lokalisieren das Nest nicht, trocknen kein Bauteil und liefern keinen Nachweis über eine Wirkung in den Holzgalerien.
  • Auswurfschlitz zuschmieren: Rossameisen können unmittelbar daneben eine neue Öffnung nagen. Gleichzeitig verlieren Sie den sichtbarsten Anhaltspunkt für die Ortung.
  • Köderdosen als einzige Maßnahme: Sie berücksichtigen weder Satellitennest und Hauptnest noch den baulichen Feuchteschaden.
  • Bekämpfen ohne Trockenlegung: Der Standort bleibt geeignet. Dann wird eine sichtbare Aktivität vielleicht leiser, die Ursache aber bleibt bestehen.

Häufige Fragen

Fressen Rossameisen Holz?

Nein. Rossameisen verdauen Holz nicht. Sie nagen in feuchtes oder pilzgeschädigtes Holz Hohlräume für Nestkammern und tragen die gelösten Späne nach draußen. Deshalb ist ein Spänehäufchen vor allem ein Hinweis auf einen Feuchteschaden, der zusammen mit dem Nest beseitigt werden muss.

Woran erkenne ich Rossameisen?

Arbeiterinnen sind etwa 6 bis 14 Millimeter groß und innerhalb derselben Kolonie auffallend unterschiedlich groß. Kopf und Hinterleib sind dunkel, der Brustabschnitt kann rötlichbraun oder ebenfalls dunkel sein. Am Holz sprechen ein schmaler Auswurfschlitz, grobe helle Späne und glattwandige Gänge für ein Nest.

Sind Rossameisen geschützt?

Rossameisen wie Camponotus ligniperda und Camponotus herculeanus sind nicht besonders geschützt. Dennoch verbietet § 39 Absatz 1 BNatSchG das Töten wild lebender Tiere ohne vernünftigen Grund. Ein Nest im tragenden Balken kann einen vernünftigen Grund darstellen, ein Nest im Gartenstumpf gewöhnlich nicht. Die besonders geschützte Rote Waldameise mit ihrem Hügelnest darf nicht verwechselt und ihr Nest nicht zerstört werden.

Helfen Ameisenköder gegen Rossameisen?

Nicht verlässlich als alleinige Maßnahme. Rossameisen nehmen Köder je nach aktuellem Nahrungsbedarf unterschiedlich an, und das behandelte Nest im Haus kann nur ein Satellitennest sein, während die Königin draußen bleibt. Entscheidend sind Nestortung, Trockenlegung und bei Bauholz die fachgerechte Öffnung und Reparatur.

Wie gefährlich ist der Schaden am Dachstuhl?

Das hängt vom Restquerschnitt des betroffenen Bauteils und vom zusätzlichen Feuchte- oder Pilzschaden ab. Die Zahl der Ameisen oder die Menge der Späne genügt nicht für eine Beurteilung. Sparren, Pfetten und andere tragende Teile sollten bei weichem Holz, Hohlräumen oder Verformungen von einem Holzschutz-Sachverständigen und gegebenenfalls einem Tragwerksplaner geprüft werden.

Was soll ich mit den Holzspänen machen?

Fotografieren Sie Fundstelle, Späne, Schlitz und das gesamte Bauteil zuerst mit einem Maßstab im Bild. Fegen Sie die Späne erst danach weg und kontrollieren Sie, ob neues Material erscheint. Die Dokumentation hilft dem Fachbetrieb bei der Ortung und kann für eine Meldung an die Versicherung wichtig sein.

Woher kommt die Feuchtigkeit im Holz?

Häufige Ursachen sind undichte Dach- oder Anschlussbleche, verstopfte Dachrinnen, feuchte Balkenköpfe im Mauerwerk, Spritzwasser, Pflanzkübel direkt auf Holz, Leitungslecks und Kondensat im ungedämmten Dachstuhl. Der konkrete Wasserweg muss behoben und der Trocknungsverlauf kontrolliert werden.

Muss ein Rossameisennest im Garten entfernt werden?

Meist nicht. Ein Nest in einem morschen Stumpf oder in Totholz ist normalerweise kein Gebäudeschaden und rechtfertigt ohne konkrete Gefahr keine Bekämpfung. Lassen Sie den Standort möglichst bestehen, halten Sie die Gebäudehülle trocken und prüfen Sie vor jedem Eingriff, ob es sich nicht um die besonders geschützte Rote Waldameise handelt.

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