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Wohnschutz
Kellerasseln → 13 Min. Lesezeit

Tausendfüßler im Haus: Gefährlich? Was wirklich hilft

Tausendfüßler im Keller, an der Hauswand oder im Flur? Sie beißen nicht und trocknen drinnen rasch aus. So bringen Sie sie hinaus und machen Tür und Keller dicht.

Von Vyacheslav Levchenko
Drei schwarz glänzende Schnurfüßer auf der untersten Stufe einer Betontreppe im Keller, einer zur Spirale eingerollt, im Hintergrund der Spalt unter der Kellertür

Morgens liegen drei schwarze, eingerollte Tierchen auf der Kellertreppe, abends kriechen ein Dutzend über die Hauswand oder durch den Flur: Im Herbst kommen Tausendfüßler ins Haus. Meist ist es der Sandschnurfüßer (Ommatoiulus sabulosus), seltener der Schwarze Schnurfüßer (Tachypodoiulus niger). Beide sind drehrund, langsam und rollen sich bei Berührung zur Spirale.

Kurz gesagt: Tausendfüßler beißen nicht, fressen weder Holz noch Vorräte und überleben im beheizten Haus nur kurz, weil es dort zu trocken ist. Fassen Sie sie nicht mit bloßen Händen an – ihr Wehrsekret verfärbt die Haut braun. Sammeln Sie die Tiere ein und setzen Sie sie draußen ins Laub. Damit keine neuen nachkommen, dichten Sie den Spalt unter Haus- und Kellertür ab, decken den Lichtschacht ab und halten den Keller trocken.

Inhalt · 8 Abschnitte

Tausendfüßler erkennen – und was sonst im Keller krabbelt

Was im Volksmund Tausendfüßler heißt, sind Doppelfüßer (Diplopoda). Das Merkmal steckt im Namen: Ab dem fünften Körperring sind je zwei Segmente verschmolzen, und jeder dieser Ringe trägt zwei Beinpaare. Die Beinchen sitzen dicht unter dem Körper und bewegen sich in Wellen. Die Schnurfüßer, die in Häuser kommen, sind drehrund wie ein Stück Schnur, glänzend dunkel und kriechen gemächlich. Bei Störung rollen sie sich flach zur Spirale ein.

Sandschnurfüßer auf einem grünen Blatt, zum Ring eingerollt – drehrunder, dunkelbrauner Körper mit zwei hellen, orangefarbenen Längsstreifen über den Rücken und vielen feinen hellen Beinchen
Sandschnurfüßer (Ommatoiulus sabulosus), 1,5 bis 5,8 cm: zwei helle Längsstreifen auf dem Rücken. Er ist die Art, die gelegentlich in Massen auftritt und gerichtet wandert. Foto: Dietzel · CC BY-SA 3.0 · via Wikimedia Commons Unsicher, welches Tier es ist? Im Bestimmer mit ähnlichen Arten vergleichen →

Der Sandschnurfüßer ist in Mitteleuropa weit verbreitet und häufig, besonders auf Brachflächen. Erkennbar ist er an zwei hellen Längsstreifen auf dem dunklen Rücken; er wird 1,5 bis 5,8 Zentimeter lang. Der Schwarze Schnurfüßer ist einfarbig glänzend schwarz mit auffallend hellen, fast weißen Beinchen und gerät deutlich seltener ins Haus.

Schwarzer Schnurfüßer auf einem gelben Herbstblatt, halb eingerollt – glänzend schwarzer, drehrunder Körper mit Querringen und einer Reihe heller, fast weißer Beinchen an der Unterseite
Schwarzer Schnurfüßer (Tachypodoiulus niger), 1,5 bis 4 cm: glänzend schwarz mit fast weißen Beinen. Er lebt in Laub und unter Rinde und kommt nur gelegentlich ins Haus. Foto: AJC1 from UK · CC BY-SA 2.0 · via Wikimedia Commons Unsicher, welches Tier es ist? Im Bestimmer mit ähnlichen Arten vergleichen →
Was Sie sehen Wahrscheinlich Was es bedeutet
Drehrund, dunkel, langsam, rollt sich zur Spirale, zwei Beinpaare je Ring Schnurfüßer (Tausendfüßer) Harmlos, einsammeln und Eintrittswege schließen
Flach, rotbraun, rennt sofort davon, ein Beinpaar je Segment Steinläufer (Hundertfüßer) Harmloser Jäger, einzeln aus Keller oder Lichtschacht
Grau, gewölbt, rollt sich zur Kugel, sieben Beinpaare Rollassel oder Kellerassel Zeichen für Feuchte, Ursache suchen
Glänzend schwarz-braun, rollt sich zur Kugel, viele Beinpaare Saftkugler (Doppelfüßer) Harmloser Laubfresser, hinaussetzen
Winzige dunkle Würmchen ohne Beine in Dusche, Toilette oder Abfluss Mückenlarven aus dem Abfluss Abfluss reinigen, keine Tausendfüßer

Saftkugler und Rollassel sehen eingerollt fast gleich aus. Entscheidend sind die Beine: Die Assel hat sieben Paare, der Saftkugler als Doppelfüßer 17 bis 19. Der Unterschied ist praktisch wichtig, weil Asseln auf Feuchte im Haus hinweisen, Saftkugler dagegen meist nur zufällig aus dem Garten kommen.

Sind Tausendfüßler gefährlich?

Für Menschen nicht. Tausendfüßer haben keine Giftklauen, beißen und stechen nicht und richten im Haus keinen Schaden an: Sie fressen totes Pflanzenmaterial wie Falllaub, Moder und Pilzfäden, aber kein Holz, keine Textilien und keine Vorräte.

Das Wehrsekret. Bei Gefahr geben Schnurfüßer aus Drüsen an den Körperseiten ein übel riechendes Sekret ab, bei den Schnurfüßern sind das Benzochinone. Es kann die Haut bräunlich verfärben und reizen und hinterlässt auf hellen Fliesen oder Tapeten braune Flecken. Darum:

  • Tiere nicht mit bloßen Händen aufnehmen, sondern mit Handfeger, Glas oder Insektenfänger.
  • Nach versehentlichem Kontakt die Hände mit Seife waschen und nicht in die Augen fassen.
  • Kinder zeigen lassen, aber nicht anfassen lassen.

Zerdrückte Tiere hinterlassen besonders viel Sekret. Das ist ein weiterer Grund, sie einzusammeln statt zu zertreten.

Warum kommen Tausendfüßler ins Haus?

Sie suchen nicht Ihr Haus, sie sind unterwegs. Tausendfüßer in gemäßigtem Klima haben zwei Aktivitätsgipfel im Jahr, im Frühjahr und im Herbst. Einzelne Arten, allen voran der Sandschnurfüßer, bilden dann Massenvorkommen und wandern gerichtet – über Wege, Terrassen und Hauswände. Wer an einer Brache, einem Feldrand oder einem verwilderten Grundstück wohnt, erlebt das häufiger.

Die Hauswand ist ein Hindernis, kein Ziel. Beim Wandern klettern die Tiere an der Wand hoch und rutschen durch alles, was offen ist: den Spalt unter der Haus- oder Kellertür, ein gekipptes Kellerfenster, den Lichtschacht, Fugen am Sockel. Drinnen finden sie weder Falllaub noch die Feuchte, die sie brauchen. Die meisten Arten sind nachtaktiv, um nicht auszutrocknen – im beheizten Wohnraum trocknen sie rasch aus. Deshalb liegen morgens oft tote oder starre Tiere im Flur.

Was sie draußen anzieht: Laub, Rindenmulch, Holzstapel, Komposthaufen und dichte Bodendecker direkt an der Hauswand. Dort ist es feucht, es gibt Futter, und von dort ist der Weg zur Tür kurz.

Tausendfüßler loswerden: in dieser Reihenfolge

Tausendfüßler im Haus: so gehen Sie vor

  1. 1
    Einsammeln

    Mit Handfeger und Kehrschaufel, einem Glas mit Postkarte oder einem Insektenfänger – nicht mit bloßen Händen

  2. 2
    Draußen aussetzen

    Ins Laub unter einer Hecke oder an den Kompost, mindestens ein paar Meter von der Hauswand entfernt

  3. 3
    Türspalt schließen

    Bürstendichtung unter Haus-, Keller- und Terrassentür; der Spalt am Boden ist der häufigste Weg nach innen

  4. 4
    Lichtschacht abdecken

    Gewebeabdeckung auf den Gitterrost, damit nichts zum Kellerfenster hinunterfällt

  5. 5
    Fugen dichten

    Risse und Fugen zwischen Boden, Sockelleiste und Wand im Keller und Erdgeschoss mit Acryl schließen

  6. 6
    Hauswand freiräumen

    Laub, Mulch und Holzstapel direkt am Haus entfernen, einen Streifen Kies oder Pflaster lassen

Einsammeln reicht für einzelne Tiere. Ein Tausendfüßer im Flur ist kein Befall. Er vermehrt sich im Haus nicht, weil er dort nichts zu fressen findet. Setzen Sie ihn ins Freie, und zwar dorthin, wo er Futter hat – ins Laub, nicht auf die Terrasse vor der Tür, von der er wieder hereinkriecht.

Der Türspalt entscheidet. Unter vielen Haus- und Kellertüren klafft ein Spalt, durch den ein Tausendfüßer bequem passt. Eine selbstklebende Bürstendichtung schließt ihn und hilft nebenbei gegen Zugluft. Dasselbe gilt für die Terrassentür und die Tür zur Garage, wenn von dort ein Weg ins Haus führt. Wie Sie Keller- und Außentüren, Fenster und Rohrdurchführungen systematisch prüfen, steht unter Eintrittswege abdichten – Asseln nehmen dieselben Wege.

Den Lichtschacht nicht vergessen. Was über die Hauswand kriecht, fällt in den Lichtschacht und landet am Kellerfenster. Eine Abdeckung aus Aluminium- oder Edelstahlgewebe auf dem Gitterrost hält Tausendfüßer, Asseln und Laub draußen und lässt trotzdem Licht und Luft durch.

Massen an der Hauswand: was jetzt hilft

Wenn an einem Herbstabend Hunderte Tausendfüßer an der Fassade und auf der Terrasse unterwegs sind, ist das unangenehm, aber vorübergehend: Die Wanderung endet nach einigen Wochen von selbst. Bis dahin hilft:

  • Türen und Fenster im Erdgeschoss abends geschlossen halten, gekippte Kellerfenster schließen oder mit Gitter versehen.
  • Abends zusammenfegen und die Tiere eimerweise weit weg ins Laub tragen. Das ist mühsam, wirkt aber sofort.
  • Eine glatte, trockene Schwelle: Vor der Tür sammeln sich die Tiere an feuchten Matten und in Ritzen. Eine Fußmatte, die über Nacht im Haus liegt, nimmt ihnen das Versteck vor der Tür.
  • Den Streifen am Haus trocken halten: Laub zusammenrechen, Mulch wegnehmen, Holz vom Haus abrücken.

Gift lohnt nicht. Köder sind für Tiere gemacht, die sie fressen oder ins Nest tragen – Tausendfüßer fressen Falllaub. Sprühmittel an der Fassade erwischen nur die Tiere dieses Abends, und am nächsten kommen neue. Wer trotzdem etwas in Ritzen geben möchte, findet die Grenzen von Kieselgur unter Kieselgur richtig anwenden.

Tausendfüßler dauerhaft im Keller

Einzelne Tiere, die im Herbst hereinkommen und nach ein paar Tagen tot in der Ecke liegen, zeigen nur, dass der Keller einen Zugang hat. Leben dagegen über Wochen immer wieder Tausendfüßer im Keller, ist er feucht genug, dass sie nicht austrocknen. Dann gehört die Feuchte in den Blick, nicht das Tier:

  • Luftfeuchte messen – ein Hygrometer zeigt, ob der Keller dauerhaft feucht ist oder nur nach dem Wäschetrocknen.
  • Richtig lüften: im Sommer an kühlen Morgen, nicht an schwülen Nachmittagen, wenn warme Luft an den kalten Kellerwänden kondensiert.
  • Entfeuchten, wenn Lüften allein nicht reicht, und feuchte Kartons, Holz und Laub aus dem Keller räumen.
  • Ursachen prüfen: undichte Leitungen, aufsteigende Feuchte, ein volllaufender Lichtschacht.

Die Schritte im Einzelnen stehen unter Feuchtigkeit im Keller senken. Ein trockener Keller hilft zugleich gegen Kellerasseln, Silberfischchen und Schimmel.

Darf man Tausendfüßler töten?

Tausendfüßer stehen nicht auf der Liste der besonders geschützten Arten. Für alle wild lebenden Tiere gilt aber § 39 Absatz 1 des Bundesnaturschutzgesetzes: Sie dürfen nicht mutwillig beunruhigt und nicht ohne vernünftigen Grund gefangen, verletzt oder getötet werden. Einsammeln und draußen aussetzen ist erlaubt und ohnehin das wirksamste Mittel. Ein Schädlingsbekämpfer ist bei Tausendfüßern fast nie nötig – er kann die Wanderung draußen nicht aufhalten, und Ihre Tür dichten Sie selbst schneller ab.

Nicht zertreten, nicht anfassen

Zerdrückte Tausendfüßler geben besonders viel Wehrsekret ab, das Haut und helle Böden braun verfärbt. Mit Handfeger oder Glas einsammeln, nach Kontakt Hände waschen und das Sekret von den Augen fernhalten.

Häufige Fragen

Sind Tausendfüßler im Haus gefährlich?

Nein. Die Schnurfüßer, die in Mitteleuropa ins Haus kommen, beißen und stechen nicht, übertragen im Alltag keine Krankheiten und fressen weder Holz noch Vorräte. Bei Gefahr geben sie aus Drüsen an der Seite ein übel riechendes Wehrsekret ab, das Benzochinone enthält. Es kann die Haut bräunlich verfärben und reizen. Fassen Sie die Tiere deshalb nicht mit bloßen Händen an, waschen Sie nach Kontakt die Hände und halten Sie das Sekret von den Augen fern.

Warum habe ich plötzlich viele Tausendfüßler im Haus?

Tausendfüßer sind im Frühjahr und im Herbst am aktivsten. Einige Arten, vor allem der Sandschnurfüßer, bilden dann Massenvorkommen und wandern gerichtet über Wege, Terrassen und Hauswände. Dabei geraten sie durch Türspalten, Lichtschächte und Kellerfenster ins Haus. Das Haus ist für sie eine Sackgasse: Es ist zu trocken und es gibt kein Falllaub zu fressen. Die Wanderung endet von selbst.

Wie werde ich Tausendfüßler im Haus los?

Einzelne Tiere mit Handfeger und Kehrschaufel oder mit einem Glas aufnehmen und draußen ins Laub setzen, abseits der Hauswand. Dauerhaft helfen nur dichte Eintrittswege und Trockenheit: eine Bürstendichtung unter Haus- und Kellertür, eine Gewebeabdeckung auf dem Lichtschacht, abgedichtete Fugen an der Sockelleiste und ein trockener Keller. Laub, Mulch und Holzstapel direkt an der Hauswand sollten weg.

Was hilft gegen Tausendfüßler im Keller?

Trockenheit. Leben im Keller über Wochen immer wieder Tausendfüßer, ist er so feucht, dass sie dort nicht austrocknen. Messen Sie die Luftfeuchte mit einem Hygrometer, lüften Sie richtig und entfeuchten Sie bei Bedarf. Dazu den Lichtschacht abdecken und die Kellertür unten abdichten. Einzelne Tiere in einem trockenen Keller sterben nach kurzer Zeit von selbst.

Was ist der Unterschied zwischen Tausendfüßer und Hundertfüßer?

Tausendfüßer haben an fast jedem Körperring zwei Beinpaare, einen drehrunden Körper, bewegen sich langsam und rollen sich bei Gefahr zur Spirale ein. Hundertfüßer wie der Steinläufer haben je Segment nur ein Beinpaar, einen flachen Körper, laufen sehr schnell und jagen andere Tiere. Beide sind für Menschen harmlos.

Helfen Insektenspray oder Ameisenköder gegen Tausendfüßler?

Kaum. Köder sind für Tiere gemacht, die sie ins Nest tragen oder fressen; Tausendfüßer fressen Falllaub und Moder. Sprühmittel auf Wanderzügen an der Hauswand treffen nur die Tiere, die gerade da sind, und am nächsten Abend kommen neue. Eingesammelte Tiere hinauszubringen und die Eintrittswege zu schließen, wirkt besser und erspart dem Haus Gift.

Darf ich Tausendfüßler töten?

Tausendfüßer sind nicht besonders geschützt. Für alle wild lebenden Tiere gilt aber § 39 Absatz 1 des Bundesnaturschutzgesetzes: Sie dürfen nicht ohne vernünftigen Grund gefangen, verletzt oder getötet werden. Einsammeln und draußen aussetzen ist erlaubt und ohnehin das wirksamste Mittel.

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