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Wohnschutz
Schlangen, Kröten & Molche → 19 Min. Lesezeit

Schlange im Garten: Welche Art ist das – und was tun?

Ringelnatter, Schlingnatter, Kreuzotter oder Blindschleiche? So bestimmen Sie die Schlange im Garten, wissen, wann Gefahr besteht, und handeln richtig.

Von Vyacheslav Levchenko
Ringelnatter mit gelben Nackenflecken sonnt sich auf einem Stein am Rand eines Gartenteichs, dahinter Staudenbeet und Klinkerhaus

Eine Schlange am Teichrand, auf der warmen Terrassenplatte oder im Komposthaufen – der erste Gedanke ist meist: Ist die giftig? In deutschen Gärten lautet die Antwort fast immer nein. Von den sieben heimischen Schlangenarten begegnen Ihnen im Garten praktisch nur drei, und die häufigste davon, die Ringelnatter, ist völlig harmlos. Giftig ist nur die Kreuzotter, und die lebt vor allem in Mooren, Heiden und Mittelgebirgen.

Kurz gesagt: Bestimmen Sie die Schlange an Pupille und Zeichnung: runde Pupille und gelbe Nackenflecken = Ringelnatter, ungiftig. Zickzackband und schlitzförmige Pupille = Kreuzotter, giftig, Abstand halten. Alle heimischen Schlangen und die Blindschleiche sind besonders geschützt – fangen, verletzen oder töten ist verboten. In aller Regel zieht die Schlange von selbst weiter. Bei einem Kreuzotterbiss: Ruhe, 112, die Gliedmaße ruhigstellen.

Inhalt · 8 Abschnitte
Medizinischer Hinweis

Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung. Nach einem Biss durch eine Kreuzotter oder eine nicht sicher bestimmte Schlange wählen Sie den Notruf 112. Kleine Kinder, ältere und vorerkrankte Menschen sowie Allergiker gehören nach einem Giftschlangenbiss immer in ärztliche Behandlung, auch wenn die Beschwerden zunächst gering wirken.

Welche Schlange ist das? Nach Pupille und Zeichnung

Zwei Merkmale reichen für fast jeden Gartenfund: die Pupille und die Zeichnung hinter dem Kopf und auf dem Rücken. Die Pupille sehen Sie aus zwei, drei Metern Abstand mit der Kamera Ihres Handys – näher müssen Sie nicht heran.

Was Sie sehen Wahrscheinlich Was es bedeutet
Dunkel olivgrau, zwei gelbe oder weiße Halbmondflecken hinter dem Kopf, runde Pupille, oft am Teich Ringelnatter Ungiftig, scheu, besonders geschützt
Grau oder braun, zwei Reihen dunkler Flecken, dunkler Streifen durchs Auge, runde Pupille, an Mauern und Steinen Schlingnatter Ungiftig, streng geschützt
Dunkles Zickzackband auf grauem oder braunem Grund, senkrechte Schlitzpupille, rötliche Iris Kreuzotter Giftig – Abstand halten, besonders geschützt
Fast schwarz, kaum Zeichnung, gedrungen, Schlitzpupille Schwarze Kreuzotter („Höllenotter“) Giftig wie die gezeichnete Form
Glatt, glänzend bronze bis grau, kleiner Kopf ohne abgesetzten Hals, blinzelt Blindschleiche Keine Schlange, sondern eine Echse – harmlos
Auffällig bunt, rot, orange oder gemustert, ungewöhnlich groß Entlaufene Terrarienschlange Abstand halten, Polizei 110 verständigen

Die Pupille entscheidet, nicht die Farbe. Die Färbung schwankt bei allen Arten stark: Es gibt graue und braune Kreuzottern, fast schwarze Ringelnattern und Schlingnattern mit kaum sichtbaren Flecken. Die senkrechte Schlitzpupille dagegen hat von den Gartenschlangen nur die Kreuzotter. Ringelnatter und Schlingnatter haben runde Pupillen.

Die übrigen heimischen Arten – Würfelnatter, Äskulapnatter und Aspisviper – leben nur in wenigen Flusstälern und Regionen im Süden und Westen, etwa an Mosel, Lahn und Nahe, im Taunus, bei Passau oder im südlichen Schwarzwald. Im Hausgarten außerhalb dieser Gebiete sind sie praktisch ausgeschlossen.

Die vier Arten im Garten im Bild

Ringelnatter auf Kies an einem Gewässer – dunkel olivgrauer Körper, schwarzer Kopf mit runder Pupille, dahinter zwei auffällige gelbweiße Nackenflecken
Ringelnatter: die gelben oder weißen Halbmondflecken hinter dem Kopf sind das sicherste Merkmal. Die häufigste Schlange in Gärten mit Teich. Foto: JanRehschuh · CC BY-SA 3.0 · via Wikimedia Commons Unsicher, welches Tier es ist? Im Bestimmer mit ähnlichen Arten vergleichen →

Ringelnatter. Sie ist die Schlange, die Sie im Garten am wahrscheinlichsten sehen – vor allem in der Nähe von Teichen, Gräben und Bächen. Die meisten Tiere bleiben unter einem Meter, große Weibchen werden länger. Typisch sind die zwei gelben oder weißen Halbmondflecken hinter dem Kopf mit einem schwarzen Band dahinter; der Körper ist olivgrau bis fast schwarz. Sie schwimmt gut und frisst vor allem Frösche, Kröten, Molche und Fische. Wird sie bedrängt, zischt sie, stößt mit geschlossenem Maul vor, sondert ein übel riechendes Sekret ab oder stellt sich tot. Gebissen wird praktisch nie. In Westdeutschland lebt die sehr ähnliche Barrenringelnatter, die seit 2017 als eigene Art gilt; für Sie macht das keinen Unterschied.

Schlingnatter zwischen grauen Steinen – schlanker graubrauner Körper mit zwei Reihen dunkler Flecken, runde Pupille, dunkler Streifen hinter dem Auge
Schlingnatter: ungiftig, wird aber oft für eine Kreuzotter gehalten. Statt eines Zickzackbands trägt sie zwei Reihen Flecken, die Pupille ist rund. Foto: Dominik Matus · CC BY-SA 3.0 · via Wikimedia Commons Unsicher, welches Tier es ist? Im Bestimmer mit ähnlichen Arten vergleichen →

Schlingnatter. Sie wird am häufigsten mit der Kreuzotter verwechselt und deshalb am häufigsten zu Unrecht erschlagen. Sie ist grau bis braun, meist 50 bis 70 Zentimeter lang, und trägt auf dem Rücken zwei Reihen dunkler Flecken, die nur selten zu einem Band zusammenfließen. Ein dunkler Streifen zieht vom Nasenloch durch das Auge zum Hals, die Pupille ist rund. Sie lebt an trocken-warmen Stellen: Trockenmauern, Steingärten, Bahndämme, sonnige Hänge. Ihre Beute sind vor allem Eidechsen und Blindschleichen, die sie umschlingt. Die Schlingnatter ist ungiftig; wenn man sie greift, beißt sie, das ist harmlos. Sie ist streng geschützt.

Kreuzotter zusammengerollt auf Moos und Nadelstreu – brauner Grundton mit dunklem, durchgehendem Zickzackband auf dem Rücken
Kreuzotter: das dunkle Zickzackband auf dem Rücken und die Schlitzpupille sind die Merkmale. Sie ist gedrungen und selten länger als 65 cm. Foto: Benny Trapp · CC BY 3.0 · via Wikimedia Commons Unsicher, welches Tier es ist? Im Bestimmer mit ähnlichen Arten vergleichen →

Kreuzotter. Die einzige weit verbreitete Giftschlange Deutschlands. Sie ist gedrungen, meist 50 bis 65 Zentimeter lang, mit deutlich abgesetztem Kopf. Männchen sind meist grau mit schwarzem Zickzackband, Weibchen braun mit dunkelbraunem Band; daneben gibt es fast schwarze Tiere, bei denen die Zeichnung kaum zu erkennen ist. Die Pupille ist senkrecht geschlitzt, die Iris rötlich bis kupferfarben. Kreuzottern leben in Mooren, Heiden, an Waldrändern und in Mittelgebirgen – etwa in der Lüneburger Heide, im Bayerischen Wald, im Schwarzwald oder im Erzgebirge. In Gärten am Rand solcher Gebiete können sie vorkommen, in Wohngebieten im Flachland kaum. Sie ist scheu und flieht, wenn sie die Erschütterung von Schritten spürt.

Blindschleiche auf hellem Holz – glatter, glänzend grau-bronzefarbener Körper ohne Beine, kleiner Kopf ohne abgesetzten Hals
Blindschleiche: keine Schlange, sondern eine beinlose Echse. Glatt, glänzend und mit beweglichen Augenlidern – sie kann blinzeln, Schlangen nicht. Foto: Wildfeuer · CC BY-SA 3.0 · via Wikimedia Commons Unsicher, welches Tier es ist? Im Bestimmer mit ähnlichen Arten vergleichen →

Blindschleiche. Sie ist die „Schlange“, die am häufigsten im Garten gemeldet wird, und gar keine. Die Blindschleiche ist eine beinlose Echse: 40 bis 50 Zentimeter lang, glatt und glänzend bronze-, grau- oder kupferfarben, mit kleinem Kopf ohne abgesetzten Hals. Sie kann blinzeln und wie Eidechsen ihren Schwanz abwerfen. Im Garten lebt sie unter Steinen, Brettern, im Kompost und im Laub und frisst Nacktschnecken und Regenwürmer. Für Gärtner ist sie ein Gewinn. Mehr über Blindschleiche und andere geschützte Gartentiere steht im Ratgeber Geschützte Tiere im Garten.

Schlange im Garten: so verhalten Sie sich

Eine Schlange im Garten ist meist nur auf der Durchreise: Sie sucht einen sonnigen Platz, Beute am Teich oder im Herbst ein Winterquartier. Wer ihr Raum lässt, sieht sie meist nach wenigen Minuten nicht mehr.

Schlange im Garten: Schritt für Schritt

  1. 1
    Stehen bleiben, Abstand halten

    Zwei bis drei Meter genügen. Schlangen greifen nicht an, sie verteidigen sich nur, wenn man sie bedrängt oder anfasst

  2. 2
    Foto machen und bestimmen

    Mit dem Zoom des Handys auf Kopf und Rücken – Pupille und Nackenflecken entscheiden

  3. 3
    Kinder und Haustiere hereinholen

    Hund anleinen oder ins Haus bringen, bis die Schlange weitergezogen ist

  4. 4
    Weg freilassen

    Nicht mit Besen oder Schlauch treiben – die Schlange flieht dorthin, wo sie Deckung findet, oft unter Holz oder Steine

Nicht fangen, nicht töten. Die meisten Bisse in Deutschland passieren, wenn jemand eine Schlange greift oder erschlagen will. Lassen Sie sie liegen, ist das Risiko praktisch null – auch bei einer Kreuzotter.

Junge Schlangen im Spätsommer. Finden Sie im August oder September mehrere kleine, 15 bis 20 Zentimeter lange Schlangen, sind das fast immer junge Ringelnattern. Die Weibchen legen ihre Eier im Sommer gern in Komposthaufen, weil die Wärme der Verrottung sie ausbrütet. Die Jungen verteilen sich nach wenigen Tagen. Den Kompost bis dahin nicht umsetzen.

Im Oktober suchen Schlangen ihr Winterquartier in Erdlöchern, Mauerritzen, Holz- und Steinhaufen. Deshalb begegnen sie Ihnen jetzt häufiger auf Wegen und Terrassen. Ein Holzstapel, in dem eine Schlange verschwunden ist, sollte über den Winter liegen bleiben.

Wenn Sie Hilfe brauchen – etwa weil eine verletzte Schlange im Garten liegt oder Sie eine Art nicht bestimmen können –, ist die Untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt oder der Stadtverwaltung zuständig. Die Nummer finden Sie in der Behördensuche des Bundes unter Ihrem Ort und dem Stichwort „Naturschutzbehörde“, oder Sie rufen die Behördennummer 115 an. Viele NABU-Gruppen helfen ebenfalls bei der Bestimmung; die Gruppe in Ihrer Nähe finden Sie über nabu.de.

Schlange in Garage, Keller oder Haus

Schlangen kommen durch offene Garagentore, Kellertüren und Lichtschächte, selten in Wohnräume. Im Lichtschacht sitzen im Herbst viel häufiger Kröten, Frösche und Molche – wie Sie diese befreien und den Schacht sichern, steht im Ratgeber Kröte, Frosch oder Molch im Keller. Was Sie tun, hängt von der Art ab:

  • Ringelnatter oder Blindschleiche: Tür oder Tor öffnen, Raum ruhig verlassen. Sie findet den Weg nach draußen allein, meist am Abend. Eine Blindschleiche dürfen Sie mit Handschuhen vorsichtig aufnehmen und draußen unter Laub oder Steine setzen.
  • Kreuzotter oder unsicher bestimmte Schlange: Nicht anfassen. Raum schließen, Türspalt mit einem Handtuch abdichten, Kinder und Haustiere fernhalten und die Feuerwehr unter 112 rufen. Feuerwehren übernehmen solche Tierrettungen.
  • Fremde Schlange, die nicht hierher gehört: Bunte Farben, Muster wie Python oder Kornnatter, ungewöhnliche Größe – dann ist wahrscheinlich ein Tier aus einem Terrarium entkommen. Abstand halten, Raum schließen und die Polizei unter 110 verständigen. Sie weiß, ob ein Tier vermisst wird.

Kreuzotterbiss: Erste Hilfe für Mensch und Hund

Bisse sind selten und fast immer die Folge davon, dass jemand eine Kreuzotter berührt oder auf sie tritt. Das Gift ist für gesunde Erwachsene in der Regel nicht lebensbedrohlich; schwere Verläufe gibt es vor allem bei kleinen Kindern, älteren und vorerkrankten Menschen sowie bei Allergikern. An der Bissstelle sieht man meist zwei kleine Einstiche, sie schwillt an und schmerzt; Übelkeit, Schwindel und Kreislaufbeschwerden können folgen.

Erste Hilfe beim Kreuzotterbiss

  1. 1
    Ruhe bewahren, Notruf 112

    Die gebissene Person hinsetzen oder hinlegen lassen, möglichst wenig bewegen

  2. 2
    Gliedmaße ruhigstellen

    Arm in eine Schlinge, Bein lagern – Bewegung verteilt das Gift schneller

  3. 3
    Ringe, Uhr, enge Kleidung ab

    Bevor die Stelle anschwillt; später geht das oft nicht mehr

  4. 4
    Giftnotruf anrufen

    Zum Beispiel Berlin 030 19240 oder München 089 19240 – rund um die Uhr, auch während Sie auf den Rettungsdienst warten

Was Sie nicht tun dürfen: abbinden, aussaugen, einschneiden oder ausbrennen. Abbinden staut das Gift im Gewebe und vergrößert den Schaden, Aussaugen bringt es über die Mundschleimhaut in den Körper des Helfers. Geben Sie keinen Alkohol; über Medikamente entscheidet der Arzt.

Biss einer Ringelnatter oder Schlingnatter: Beide sind ungiftig. Die kleine Wunde wie jede Bagatellverletzung mit Wasser reinigen und auf Anzeichen einer Entzündung achten. Ist die Schlange nicht sicher bestimmt, behandeln Sie den Biss wie einen Kreuzotterbiss.

Hund gebissen: Hunde werden häufiger gebissen als Menschen, meist in Schnauze oder Pfote. Den Hund tragen statt laufen lassen, Halsband lockern, sofort zum Tierarzt oder in die Tierklinik fahren und unterwegs anrufen. Schwellung im Kopfbereich kann die Atmung behindern.

Schutzstatus: was erlaubt ist

Alle heimischen Kriechtiere – Schlangen, Eidechsen und die Blindschleiche – stehen in Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung und sind besonders geschützt. Nach § 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG ist es verboten, ihnen nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Ein Verstoß ist eine Ordnungswidrigkeit nach § 69 Abs. 2 BNatSchG mit einem Rahmen bis 50.000 Euro.

Einige Arten sind darüber hinaus streng geschützt, weil sie in Anhang IV der FFH-Richtlinie stehen: Schlingnatter, Äskulapnatter, Würfelnatter und Aspisviper, außerdem die Zauneidechse. Hier sind auch ihre Lebensstätten geschützt, und vorsätzliches Töten kann nach § 71 BNatSchG eine Straftat sein.

Art Schutz Was das für Sie heißt
Ringelnatter, Barrenringelnatter Besonders geschützt Nicht fangen, nicht töten; Komposthaufen mit Gelege in Ruhe lassen
Kreuzotter Besonders geschützt Trotz Giftigkeit nicht töten; Abstand halten, notfalls Feuerwehr
Blindschleiche Besonders geschützt Aus Gefahrenstellen vorsichtig umsetzen ist in Ordnung
Schlingnatter, Äskulapnatter, Würfelnatter, Aspisviper Streng geschützt (Anhang IV FFH-Richtlinie) Auch Verstecke wie Trockenmauern und Steinhaufen nicht zerstören

Wer im Garten Steinhaufen, Trockenmauern oder alte Holzstapel abbauen will, sollte das nicht im Winter tun, wenn darin Tiere überwintern, sondern im späten Frühjahr, wenn sie aktiv sind und ausweichen können. Eine Übersicht aller geschützten Gartentiere mit den Bußgeldern der Länder finden Sie im Ratgeber Geschützte Tiere im Garten.

Garten weniger einladend machen

Schlangen kommen, wo sie Wärme, Deckung und Beute finden. Wer in einer Kreuzottergegend wohnt oder kleine Kinder hat, kann den hausnahen Bereich weniger attraktiv machen – ohne den ganzen Garten leer zu räumen.

  • Rasen am Haus kurz halten. Kurzes Gras bietet keine Deckung, Schlangen meiden es. Hohe Wiese darf weiter hinten im Garten bleiben.
  • Holz- und Steinhaufen vom Haus wegrücken. Sie sind ideale Verstecke und Winterquartiere. Am Gartenrand sind sie wertvoll, an Terrasse und Sandkasten nicht.
  • Spalten an Kellertür, Garagentor und Lichtschacht schließen. Ein Lichtschachtgitter mit feiner Abdeckung hält Schlangen ebenso fern wie Kröten und Mäuse.
  • Feste Schuhe in Heide und Moor. Wer in Kreuzottergebieten im Garten oder am Waldrand arbeitet, trägt geschlossene, hohe Schuhe und lange Hosen und greift nicht ungesehen in Laub- oder Reisighaufen.

Was nicht hilft: Ultraschallgeräte und „Schlangenabwehr“-Mittel haben keine belegte Wirkung; Schlangen haben keine äußeren Ohren und nehmen vor allem Erschütterungen über den Boden wahr. Auch Hausmittel wie Mottenkugeln sind wirkungslos und gehören nicht in den Garten.

Ein Teich mit Ringelnatter ist ein gutes Zeichen. Sie lebt nur dort, wo es genug Frösche und Molche gibt – der Teich funktioniert also als Lebensraum. Wer Fische im Teich hält, schützt sie mit Pflanzen und tieferen Zonen besser als mit jedem Vertreibungsversuch.

Häufige Fragen

Ist eine Schlange im Garten gefährlich?

Fast nie. Die häufigste Schlange in Gärten ist die Ringelnatter, sie ist ungiftig und flieht vor Menschen. Auch die Schlingnatter ist ungiftig. Giftig ist in Deutschland nur die Kreuzotter, im Südschwarzwald zusätzlich die Aspisviper. Kreuzottern leben vor allem in Mooren, Heiden und Mittelgebirgen und kommen in Gärten selten vor. Abstand halten genügt.

Woran erkenne ich eine Kreuzotter?

Am dunklen Zickzackband auf dem Rücken, an der senkrechten, schlitzförmigen Pupille und an der rötlichen Iris. Sie ist gedrungen und selten länger als 65 Zentimeter. Ringelnatter und Schlingnatter haben runde Pupillen; die Ringelnatter trägt zusätzlich zwei gelbe oder weiße Flecken hinter dem Kopf. Es gibt auch fast schwarze Kreuzottern, bei denen das Zickzackband kaum zu sehen ist.

Was tun bei einem Kreuzotterbiss?

Ruhe bewahren, den Notruf 112 wählen und die gebissene Gliedmaße ruhigstellen. Ringe, Uhr und enge Kleidung entfernen, bevor die Stelle anschwillt. Nicht abbinden, nicht aussaugen, nicht einschneiden. Der Giftnotruf, zum Beispiel 030 19240, berät rund um die Uhr. Kleine Kinder, ältere und vorerkrankte Menschen gehören immer in die Klinik.

Wie werde ich eine Schlange im Garten los?

In der Regel gar nicht aktiv: Die Schlange zieht weiter, wenn sie nichts findet. Alle heimischen Schlangen sind besonders geschützt und dürfen weder gefangen noch verletzt oder getötet werden. Weniger attraktiv wird der Garten, wenn Holz- und Steinhaufen in Hausnähe verschwinden und der Rasen kurz gehalten wird. Geräte zur Schlangenvertreibung haben keine belegte Wirkung.

Ist eine Blindschleiche eine Schlange?

Nein, die Blindschleiche ist eine beinlose Echse. Sie hat bewegliche Augenlider, eine glatte, glänzend bronzefarbene Haut und kann wie andere Eidechsen ihren Schwanz abwerfen. Sie ist völlig harmlos und frisst Nacktschnecken. Auch sie ist besonders geschützt.

Wen rufe ich bei einer Schlange im Haus an?

Bei einer Ringelnatter in Garage oder Keller genügt es, Tür oder Tor zu öffnen und die Schlange in Ruhe zu lassen. Bei einer Kreuzotter im Haus den Raum schließen, Kinder und Haustiere fernhalten und die Feuerwehr unter 112 rufen. Eine fremde, nicht heimische Schlange kann aus einem Terrarium entkommen sein: Abstand halten und die Polizei unter 110 verständigen.

Warum sind im Spätsommer kleine Schlangen im Garten?

Ringelnattern legen ihre Eier im Sommer gern in Komposthaufen, weil dort die Wärme der Verrottung brütet. Im August und September schlüpfen die Jungen, etwa 15 bis 20 Zentimeter lang. Sie sind harmlos und verteilen sich nach wenigen Tagen. Im Oktober suchen Schlangen außerdem ihr Winterquartier und sind deshalb häufiger unterwegs.

Ist eine Ringelnatter für Hund oder Katze gefährlich?

Nein. Die Ringelnatter ist ungiftig und beißt so gut wie nie, sie stellt sich eher tot oder sondert ein übel riechendes Sekret ab. Gefährlich für Hunde ist nur der Biss einer Kreuzotter: Dann den Hund tragen statt laufen lassen und sofort zum Tierarzt fahren.

Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche oder tierärztliche Beratung. Nach einem Kreuzotterbiss rufen Sie den Notruf 112 und lassen sich ärztlich untersuchen, auch wenn es Ihnen zunächst gut geht – Beschwerden können sich über Stunden entwickeln. Ein gebissenes Haustier bringen Sie sofort zum Tierarzt.

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