Schmetterling im Winter in der Wohnung: Was tun?
Ein Tagpfauenauge flattert im Dezember am Fenster? Nicht in die Kälte entlassen und nicht im warmen Zimmer lassen. So bringen Sie den Falter sicher bis zum Frühjahr.
Im Dezember flattert ein bunter Schmetterling am Wohnzimmerfenster, oder beim Holzholen im Keller hängt einer kopfüber an der Wand: Das ist kein verirrter Sommerfalter, sondern meist ein Tagpfauenauge oder ein Kleiner Fuchs. Beide überwintern als erwachsene Falter, gern in Kellern, auf Dachböden, in Garagen und Schuppen.
Kurz gesagt: Lassen Sie den Falter nicht in die Kälte hinaus und nicht im geheizten Zimmer. Draußen findet er im Winter kein Versteck mehr, im Warmen verbraucht er seine Reserven und stirbt vor dem Frühjahr. Fangen Sie ihn mit Glas und Postkarte ein und setzen Sie ihn in einen kühlen, frostfreien Raum – unbeheizter Keller, Dachboden, Garage. Dort fällt er wieder in Winterstarre. Im Frühjahr öffnen Sie ein Fenster, und er fliegt von selbst.
Inhalt · 7 Abschnitte
Welcher Schmetterling ist das?
Im Haus überwintern in Mitteleuropa nur wenige Tagfalterarten als fertige Falter. Mit zusammengeklappten Flügeln sehen sie fast schwarz aus und wirken wie ein dürres Blatt – die bunte Oberseite zeigen sie erst, wenn sie aufwachen.
| Falter | Überwintert | Im Haus gefunden |
|---|---|---|
| Tagpfauenauge | Als Falter in Kellern, Dachböden, Garagen, Höhlen | Häufigster Fund, in kühlen Raum bringen |
| Kleiner Fuchs | Als Falter in Gebäuden und Höhlen | Häufig, in kühlen Raum bringen |
| Großer Fuchs, Trauermantel | Als Falter, auch in Gebäuden | Selten; besonders geschützt, in kühlen Raum bringen |
| Zitronenfalter | Frei im Gebüsch, ohne Versteck | Kaum im Haus; als Falter frosthart |
| Admiral | Wandert größtenteils nach Süden | Selten; in kühlen Raum bringen |
| Unscheinbar braun-grau, fliegt nachts zur Lampe | Nachtfalter, oft als Raupe oder Puppe | Nachtfalter in der Wohnung prüfen |
Warum ist der Schmetterling im Winter im Haus?
Er hat sich das Haus schon im Herbst ausgesucht. Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs suchen ab September kühle, dunkle, geschützte Verstecke: Höhlen, Keller, Dachböden, Garagen, Schuppen, Hohlräume hinter Fensterläden. Dort hängen sie kopfüber an Wand oder Decke und fallen in Winterstarre. Ihr Stoffwechsel läuft auf Sparflamme, sie leben von den Fettreserven, die sie sich im Spätsommer angefressen haben.
Wärme weckt ihn zur falschen Zeit. Wird der Raum beheizt, steigt die Sonne ins Dachfenster oder tragen Sie den schlafenden Falter mit Brennholz, Kartons oder dem Weihnachtsschmuck ins Warme, wacht er auf. Als Faustwert gilt: Um 5 °C bleibt er starr, ab etwa 12 °C wird er aktiv. Dann fliegt er zum hellsten Punkt im Raum, dem Fenster.
Das ist für ihn gefährlich. Im warmen Zimmer verbraucht der Falter seine Reserven in wenigen Tagen. Nahrung gibt es keine, und die trockene Heizungsluft setzt ihm zu. Ohne Hilfe stirbt er meist lange vor dem Frühjahr.
Andere Wintergäste suchen aus demselben Grund das Haus auf, etwa Florfliegen und Asiatische Marienkäfer. Bei ihnen gilt Ähnliches: kühl unterbringen statt hinauswerfen.
Schmetterling im Winter gefunden: so gehen Sie vor
Schmetterling im Winter in der Wohnung: so helfen Sie
- 1 Einfangen
Ein Glas über den Falter stülpen, eine Postkarte darunterschieben – nicht an den Flügeln fassen
- 2 Kühlen Raum wählen
Unbeheizter Keller, Dachboden, Garage oder Gartenhaus, frostfrei und ohne Sonne
- 3 Absetzen
Falter an eine raue Wand oder einen Balken krabbeln lassen oder in einen Karton mit Luftlöchern setzen
- 4 In Ruhe lassen
Nicht wecken, nicht umsetzen, nicht beleuchten – er fällt von selbst in Winterstarre
- 5 Ausgang offenlassen
Im Frühjahr ein Fenster kippen oder die Tür öffnen, damit er hinauskann
Fangen ohne Flügelschaden. Die Flügel sind mit feinen Schuppen bedeckt, die bei Berührung abfallen. Ein Glas oder ein Insektenfänger ist schonender als die Finger. Fliegt der Falter hoch an der Decke, warten Sie, bis er sich am Fenster niederlässt. Ist der Raum dunkel, sitzt er oft ruhig und lässt sich leicht einfangen.
Nicht hinauswerfen. Ein wacher, aufgewärmter Falter, den Sie bei Kälte aus dem Fenster setzen, erstarrt im Freien, bevor er ein Versteck findet. Das gilt anders als bei Nachtfaltern im Sommer: Die setzt man einfach hinaus, Tagfalter im Winter nicht.
Der richtige Platz für die Winterstarre
Gut geeignet ist ein Raum, der kalt, aber frostfrei ist, dunkel oder halbdunkel und ruhig. Kontrollieren Sie es am besten mit einem Min-Max-Thermometer:
- Unbeheizter Keller: meist ideal, weil die Temperatur über den Winter gleichmäßig bleibt. Ein Kellerraum neben der Heizungsanlage ist zu warm.
- Dachboden: geeignet, wenn er nicht ausgebaut ist und nicht unter dem Dachfenster in der Sonne liegt.
- Garage, Schuppen, Gartenhaus: geeignet, solange es darin nicht tagelang friert.
- Treppenhaus oder Abstellkammer: nur, wenn sie wirklich kalt sind.
Karton als Notlösung. Haben Sie keinen geeigneten Raum, setzen Sie den Falter in einen Schuhkarton mit ein paar Luftlöchern und einem zerknüllten Stück Küchenpapier, an dem er sich festhalten kann, und stellen Sie den Karton an den kühlsten frostfreien Platz, etwa in den Kellerverschlag oder eine ungeheizte Abstellkammer. Im Frühjahr öffnen Sie den Karton draußen.
Nicht anfassen, nicht kontrollieren. Jede Störung kann den Falter wecken. Ein Blick mit der Taschenlampe ab und zu reicht.
Wann darf der Schmetterling hinaus?
Das Tagpfauenauge fliegt aus, wenn die ersten Weidenkätzchen blühen, meist im März oder April. Dann ist es draußen tagsüber warm genug, und der Falter findet Nektar. Im kühlen Raum wacht er von selbst auf und sucht den Ausgang.
- Lassen Sie ab März ein Fenster gekippt oder eine Tür einen Spalt offen, damit er hinausfindet.
- Hat der Falter im Karton überwintert, öffnen Sie ihn an einem sonnigen, milden Tag draußen an einer geschützten Stelle.
- Ist ein warmer Februar-Tag nur ein Ausreißer, wartet der Falter im kalten Raum besser noch ab.
Was das Naturschutzrecht sagt
Für alle wild lebenden Tiere gilt § 39 Absatz 1 des Bundesnaturschutzgesetzes: Sie dürfen nicht ohne vernünftigen Grund gefangen, verletzt oder getötet werden. Einen Falter zum Schutz einzufangen und in einen kühlen Raum zu setzen, ist erlaubt.
Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Zitronenfalter und Admiral stehen nicht auf der Liste der besonders geschützten Arten. Großer Fuchs und Trauermantel dagegen sind nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Für sie gelten die Zugriffsverbote des § 44 BNatSchG: nicht fangen, um sie zu behalten, nicht töten, ihre Ruhestätten nicht zerstören. Umsetzen zur Rettung fällt nicht darunter, behalten oder präparieren schon. Was „besonders geschützt“ im Einzelnen bedeutet, erklärt Geschützte Tiere im Garten.
Die Flügelschuppen fallen bei Berührung ab, und der Falter kann danach schlechter fliegen. Immer mit Glas und Postkarte oder einem Insektenfänger umsetzen.
Häufige Fragen
Was mache ich mit einem Schmetterling im Winter in der Wohnung?
Den Falter vorsichtig mit einem Glas und einer Postkarte einfangen und in einen kühlen, frostfreien Raum bringen: unbeheizter Keller, Dachboden, Garage oder Gartenhaus. Dort an eine Wand oder in einen Karton mit Luftlöchern setzen und in Ruhe lassen. Bei niedrigen Temperaturen fällt er wieder in Winterstarre. Im Frühjahr ein Fenster oder eine Tür öffnen, damit er hinauskann.
Kann ich den Schmetterling im Winter nach draußen lassen?
Nicht bei Frost und nicht aus dem warmen Zimmer heraus. Ein aufgewärmter Falter hat seine Fettreserven angegriffen und findet draußen im Winter weder Nahrung noch rechtzeitig ein Versteck. Bringen Sie ihn stattdessen in einen kalten, geschützten Raum. Erst im Frühjahr, an einem sonnigen Tag mit deutlich zweistelligen Temperaturen, ist das Freilassen richtig.
Warum ist im Winter ein Schmetterling in meiner Wohnung?
Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs überwintern als erwachsene Falter. Im Herbst suchen sie kühle, geschützte Verstecke wie Keller, Dachböden, Garagen und Schuppen. Wird ein solcher Raum beheizt oder trägt man den schlafenden Falter mit Brennholz oder Kartons ins Warme, wacht er auf und fliegt zum Fenster.
Muss ich einen Schmetterling im Winter füttern?
In der Regel nicht. In der Winterstarre verbraucht der Falter kaum Energie und kommt mit seinen Reserven aus. Füttern ist nur nötig, wenn er gar nicht in einen kühlen Raum gebracht werden kann und tagelang im Warmen fliegt. Dann können Sie ihm ein Wattepad mit etwas verdünntem Zuckerwasser hinlegen. Besser ist es, rasch einen kalten Platz zu finden.
Welche Schmetterlinge überwintern im Haus?
In Häusern findet man vor allem das Tagpfauenauge und den Kleinen Fuchs, seltener den Großen Fuchs oder den Trauermantel. Der Zitronenfalter überwintert dagegen draußen frei im Gebüsch, der Admiral wandert größtenteils nach Süden. Einen braunen, unscheinbaren Falter, der nachts zum Licht fliegt, sollten Sie als Nachtfalter einordnen.
Wie lange dauert die Winterstarre beim Tagpfauenauge?
Von etwa Oktober bis zum Frühjahr. Das Tagpfauenauge wird wieder aktiv, wenn es draußen warm wird und die ersten Weidenkätzchen blühen, meist im März oder April. In einem kühlen, frostfreien Raum wacht der Falter von selbst auf und sucht dann den Weg nach draußen.
Ist ein toter Schmetterling im Keller ein schlechtes Zeichen?
Nein. Nicht jeder Falter übersteht den Winter, manche verbrauchen ihre Reserven zu früh oder werden gefressen. Ein Keller mit überwinternden Faltern ist ein Hinweis darauf, dass er kühl und ruhig ist. Spinnen in derselben Ecke sind normal.
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