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Asiatische Hornisse in Deutschland: Ausbreitung, Karte und aktueller Stand 2026

Wie sich die Asiatische Hornisse in Deutschland ausbreitet: Zeitleiste seit 2014, betroffene Bundesländer, Gründe für die schnelle Verbreitung und was Sie zur Eindämmung beitragen können.

Symbolische Verbreitungskarte der Asiatischen Hornisse über Südwestdeutschland

Die Asiatische Hornisse ist eines der eindrucksvollsten Beispiele dafür, wie schnell sich eine eingeschleppte Art in Europa ausbreiten kann. Innerhalb von rund zwei Jahrzehnten hat Vespa velutina von einem einzigen Eintrittspunkt in Südfrankreich aus große Teile Westeuropas besiedelt – und ist längst auch in Deutschland angekommen. Dieser Ratgeber zeichnet die Ausbreitung nach, zeigt die betroffenen Regionen und erklärt, warum die Art so erfolgreich ist.

Den Gesamtüberblick zum Thema finden Sie auf der Seite Asiatische Hornisse – erkennen, melden, schützen.

Hinweis

Verbreitungsangaben sind dynamisch und ändern sich von Saison zu Saison. Die hier genannten Regionen geben den allgemeinen Stand wieder, ersetzen aber keine tagesaktuelle Karte. Aktuelle Verbreitungsdaten führen die Naturschutzbehörden und Meldeportale der Länder. Nähern Sie sich keinem Nest und melden Sie Funde, statt selbst einzugreifen.

Herkunft und Einschleppung nach Europa

Die Asiatische Hornisse stammt aus Südostasien, wo sie in Regionen von Nordindien bis China und Indonesien heimisch ist. Nach Europa gelangte sie aller Wahrscheinlichkeit nach um 2004 mit Warenimporten – vermutlich in Töpferwaren aus China – in den Südwesten Frankreichs. Von diesem einzigen Eintrittspunkt aus begann eine der schnellsten dokumentierten Ausbreitungen einer invasiven Insektenart in Europa.

Die in Europa auftretende Unterart Vespa velutina nigrithorax ist besonders anpassungsfähig und kommt mit dem mitteleuropäischen Klima gut zurecht. Das unterscheidet sie von vielen anderen eingeschleppten Arten, die sich nicht dauerhaft etablieren können.

Nahaufnahme einer Königin der Asiatischen Hornisse mit dunklem Körper und gelben Beinspitzen
Eine einzige überwinternde Jungkönigin kann im Frühjahr ein komplett neues Volk gründen – der Schlüssel zur schnellen Ausbreitung.

Zeitleiste der Ausbreitung

Die wichtigsten Stationen der Ausbreitung in Europa und Deutschland im Überblick:

Ausbreitung von Vespa velutina

  1. 1
    2004 – Ankunft in Europa

    Erster Nachweis im Südwesten Frankreichs, vermutlich über Warenimport

  2. 2
    2004–2012 – Frankreich und Nachbarländer

    Rasche Besiedlung Frankreichs, Ausbreitung nach Spanien, Belgien und Portugal

  3. 3
    2014 – Erster Nachweis in Deutschland

    Fund in Baden-Württemberg nahe der französischen Grenze

  4. 4
    2015–2020 – Etablierung im Südwesten

    Ausbreitung entlang des Rheins, feste Populationen in mehreren Landkreisen

  5. 5
    ab 2021 – Beschleunigte Ausbreitung

    Zunehmende Funde nach Norden und Osten, mildere Winter begünstigen die Art

Symbolische Karte der Ausbreitung der Asiatischen Hornisse von Südwestdeutschland nach Norden und Osten
Die Ausbreitung verläuft schwerpunktmäßig vom Südwesten entlang des Rheins nach Norden und Osten.

Wo sie in Deutschland vorkommt

Schwerpunkt der Verbreitung ist der Südwesten Deutschlands. Als weitgehend etabliert gelten:

  • Baden-Württemberg – Ausgangsregion der deutschen Ausbreitung, viele Nachweise
  • Rheinland-Pfalz und Saarland – entlang des Rheins und an der französischen Grenze
  • Hessen – zunehmend dichte Funde, vor allem im Süden
  • Nordrhein-Westfalen – wachsende Populationen im Rheinland

Darüber hinaus gibt es Einzelfunde und beginnende Ansiedlungen in fast allen weiteren Bundesländern – die Front verschiebt sich kontinuierlich nach Norden und Osten. Ob ein Fund in Ihrer Region neu ist, lässt sich am besten über die Meldeportale und Naturschutzbehörden klären. Die sichere Bestimmung gelingt mit den Merkmalen aus dem Ratgeber Asiatische Hornisse erkennen.

Für eine ruhige Beobachtung aus der Distanz – etwa um die Flugrichtung zu einem Nest zu verfolgen – ist ein Fernglas hilfreich.

Warum sie sich so schnell ausbreitet

Mehrere Faktoren wirken zusammen und machen Vespa velutina so erfolgreich:

Faktoren der schnellen Ausbreitung

Faktor Wirkung
Milde Winter Mehr Jungköniginnen überleben und gründen im Frühjahr neue Völker
Keine Gegenspieler In Europa fehlen natürliche Feinde, die die Art regulieren
Hohe Vermehrung Ein großes Nest entlässt im Herbst viele neue Königinnen
Verschleppung Königinnen reisen unbemerkt in Fahrzeugen, Holz und Waren mit
Breites Nahrungsspektrum Neben Bienen werden viele Insektenarten erbeutet

Besonders der Klimawandel spielt eine Rolle: Mildere Winter erhöhen die Überlebensrate der überwinternden Jungköniginnen, von denen jede im Frühjahr ein neues Volk gründen kann. Schon eine kleine Steigerung dieser Überlebensrate beschleunigt die Ausbreitung spürbar.

Prognose – wie geht es weiter?

Fachleute gehen davon aus, dass sich die Asiatische Hornisse mittelfristig über weite Teile Deutschlands ausbreiten wird, ähnlich wie zuvor in Frankreich. Eine vollständige Ausrottung gilt in bereits besiedelten Gebieten als kaum noch realistisch. Das erklärte Ziel ist deshalb Eindämmung statt Ausrottung: die lokale Nestdichte niedrig halten, um den Druck auf Honigbienen und heimische Insekten zu begrenzen. Welche Folgen das für die Imkerei hat, beschreibt der Ratgeber Asiatische Hornisse und Bienen.

Was gegen die Ausbreitung getan wird

Auf Basis der EU-Verordnung über invasive Arten arbeiten Behörden, Imkerverbände und Naturschutzorganisationen zusammen. Zu den Maßnahmen gehören Monitoring und zentrale Erfassung der Funde, die koordinierte Entfernung von Nestern, Aufklärung der Bevölkerung sowie Schulungen für Helfer und Schädlingsbekämpfer. Entscheidend ist dabei ein flächendeckendes Meldesystem – und genau hier kommen aufmerksame Bürgerinnen und Bürger ins Spiel.

Ihr Beitrag zur Eindämmung

Jede einzelne Meldung verbessert die Datenlage und ermöglicht eine schnellere Reaktion. So helfen Sie konkret:

So tragen Sie zur Eindämmung bei

  • Merkmale kennen und die Asiatische Hornisse sicher von der heimischen Art unterscheiden
  • Verdächtige Tiere und Nester aus sicherem Abstand fotografieren
  • Funde zeitnah über das Meldeportal Ihres Bundeslandes melden
  • Nester niemals selbst entfernen – Fachleuten überlassen
  • Im Bekanntenkreis und Verein über die Merkmale informieren

Die genauen Meldewege und den Ablauf der Nestentfernung erklärt der Ratgeber Asiatische Hornisse melden und Nest entfernen lassen.

Häufige Fragen

Seit wann gibt es die Asiatische Hornisse in Deutschland?

Der erste Nachweis in Deutschland gelang 2014 in Baden-Württemberg, nahe der französischen Grenze. Seitdem breitet sich die Art kontinuierlich aus, vor allem entlang des Rheins und in den südwestlichen Bundesländern. Inzwischen gibt es Nachweise in zahlreichen Regionen.

Welche Bundesländer sind am stärksten betroffen?

Am stärksten etabliert ist die Asiatische Hornisse in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, dem Saarland und Nordrhein-Westfalen. Von dort breitet sie sich weiter nach Norden und Osten aus. Einzelfunde gibt es mittlerweile in den meisten Bundesländern.

Warum breitet sich die Asiatische Hornisse so schnell aus?

Mehrere Faktoren begünstigen die Ausbreitung: milde Winter durch den Klimawandel, das Fehlen natürlicher Gegenspieler, eine hohe Vermehrungsrate mit vielen neuen Königinnen pro Nest und die unfreiwillige Verschleppung über Warentransporte und Fahrzeuge.

Kann man die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse noch stoppen?

Eine vollständige Ausrottung gilt in etablierten Gebieten als kaum noch erreichbar. Ziel ist daher die Eindämmung: frühes Erkennen, konsequentes Melden und das Entfernen von Nestern, um die lokale Dichte und damit den Druck auf Bienen niedrig zu halten. Jede Meldung trägt dazu bei.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information über die Verbreitung einer invasiven Art. Verbreitungsdaten ändern sich laufend; verbindliche und tagesaktuelle Angaben führen die Naturschutzbehörden und Meldeportale der Länder. Bei allergischen Reaktionen nach einem Stich suchen Sie sofort ärztliche Hilfe oder rufen Sie den Notruf 112.

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